Archäologische Funde im Geschichtsmuseum ausgestellt

Auch beste Nachbildung des Schatzes von Pietroasa wird gezeigt

Montag, 12. November 2012

Museumsdirektor Dr. Radu [tef²nescu vor einer der Vitrinen mit den Exponaten. Foto: Dieter Drotleff

Der in die Fachliteratur unter der Bezeichnung „Cloşca cu puii de aur“ eingegangene Schatz ist im Rahmen einer Ausstellung mit archäologischen Funden aus mehreren Landesteilen bis Dezember im Geschichtsmuseum des Kronstädter Kreises, im Alten Rathausgebäude zu sehen.

Die Ankündigung der Ausstellungseröffnung sorgte für Aufsehen, da so manche Besucher gedacht hatten, die Originalexponate, die sich in der Schatzkammer des Nationalmuseums in Bukarest befinden, nun in Kronstadt zu sehen. Einen solchen Aufwand hätte sich aber kaum eine Institution schon wegen der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen erlauben können. Tatsächlich ist der Schatz in der kürzlich eröffneten Ausstellung zu sehen, doch handelt es sich um die beste, naturgetreue  Kopie, wie die Fachleute behaupten.

Sie wurde von Paul Telge, einem Goldschmied des Habsburger-Hauses, Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt. So traf auch ein sehr zahlreiches Publikum bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 2. November, im Geschichtsmuseum ein, das von dessen Direktor Dr. Radu Ştefănescu herzlich begrüßt wurde. Er gab auch zu,  einen Trick bei der Vorankündigung gemacht zu haben.

Die Ausstellung, die unter der Bezeichnung „Intre stepe şi imperiu“ (Zwischen Steppe und Kaiserreich) geöffnet ist, umfasst mehrere archäologische Funde aus der Römerzeit und den darauffolgenden Epochen,  die unter anderem im Kreisgebiet bei Felmern, Marienburg, Neustadt, Comăna de Jos, im Ragado-Tal, Rosenau aber auch in anderen Kreisen wie Prahova und Buzău gemacht wurden.

Somit gehören zu den Organisatoren, außer dem Kronstädter Gastgebermuseum noch die beiden jeweiligen Kreismuseen, dann die drei Kreisräte, das Institut für Archäologie „Vasile Pârvan“ aus Bukarest und die Rumänische Akademie. In den 13 Schaukästen sind außer der besagten  Schatznachbildung, weitere wertvolle Exponate, vor allem Keramik zu sehen, die von der Jahrhunderte alten Zivilisation dieser Gebiete zeugen.

Auf den Schatz von Pietroasa zurückkommend, ist dieser 1837 durch Zufall von zwei Bauern aus der Ortschaft entdeckt worden, die da Steine aushoben. Der Schatz bestand ursprünglich aus 22 goldenen Kunstbildungen, von denen nur 12 sichergestellt werden konnten, und ein Gewicht von fast 19 kg aufweisen.

Der Schatz besteht aus einer Serviertasse, die in vier Teile gebrochen war und einen Durchmesser von 56 cm hat, insgesamt 7,6 kg wiegt, einer 37 cm hohen Kanne, einer Frauenstatue mit  26 cm Durchmesser in deren Mitte, mehrere Halsketten und Schmuckstücke. Bekanntlich konnte der Schatz aus Russland zurückbekommen werden, nachdem er mit dem Großteil des Nationalschatzes nach Moskau  überführt worden war.

Die Verhandlungen für die gesamte Rückgabe wurden vor Jahren wieder aufgenommen, gerieten aber in eine Sackgasse. Zu der im Geschichtsmuseum eröffneten Schau, in der man auch viele Details bezüglich aller Exponate erhält, laden die Organisatoren somit herzlich ein.

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