Auch im Ausland Lebende erhalten Entschädigung

Gesetz 118/1990 unabhängig von Staatsangehörigkeit gültig

Freitag, 07. Juni 2013

Hermannstadt (ADZ) - Einstimmig angenommen hat die Abgeordnetenkammer Mittwochmittag den Gesetzesentwurf, aufgrund dessen auch ehemalige rumänische Staatsbürger, die mittlerweile im Ausland leben,  für die in Rumänien erlittene politische Verfolgung eine Entschädigung erhalten können.

Es handelt sich um eine Erweiterung der Verfügungen von Dekret 118/1990 und dessen Novellierungen, denen zufolge Personen, die nach dem 6. März 1945 aus politischen Gründen verfolgt bzw. vor diesem Datum deportiert oder gefangengenommen worden sind, entschädigt werden. Infolge des verabschiedeten Gesetzes können nun auch die in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Rumäniendeutschen die Entschädigungszahlungen für die Russlanddeportation erhalten. Der Senat hat das Gesetz am 14. Mai angenommen, die Abgeordnetenkammer war federführend.

Der Gesetzesantrag war von Außenminister Titus Corlăţean bei der Regierung eingebracht worden, die ihn im März d. J. befürwortet hatte. In seiner Ansprache im Parlament dankte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ dem Minister und der Regierung für die Bereitschaft, das von rumänischen Staatsbürgern unabhängig ihrer aktuellen Staatsbürgerschaft erlittene Leid anzuerkennen und zu entschädigen. Der Tagung des Parlaments wohnte am Mittwoch auch Dr. Bernd Fabritius, der Vorsitzende des Verbands der Siebenbürger Sachsen, bei.

Kommentare zu diesem Artikel

magdalena, 05.02 2015, 09:36
kommen auch Kinder die im Baragan geboren wurden in den Genuss dieser Entschädigung?
Hermine, 25.09 2013, 18:06
Ist es möglich den Antrag mit allen beglaubigten Unterlagen auch per Post zu senden?Oder muß man persönlich erscheinen?Dank im voraus
Monika, 07.06 2013, 15:51
Können Sie mir mitteilen welches die zuständige Behörde für den Rentenantrag ist. Der letzte Wohnsitz in Rumänien war Kronstadt.

Danke
Siegrid, 07.06 2013, 11:27
Danke für die Information! Eine wichtige Nachfrage: In der Meldung steht:
"Es handelt sich um eine Erweiterung der Verfügungen von Dekret 118/1990 und dessen Novellierungen, denen zufolge Personen, die nach dem 6. März 1945 aus politischen Gründen verfolgt bzw. vor diesem Datum deportiert oder gefangengenommen worden sind, entschädigt werden. Infolge des verabschiedeten Gesetzes können nun auch die in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Rumäniendeutschen die Entschädigungszahlungen für die Russlanddeportation erhalten."

Gilt dieses Gesetz demnach ausschließlich für ehemalige Russlanddeportierte oder auch für ehemalige Zwangsarbeiter im Bărăgan?
Die Deportation in die Bărăgan-Steppe (1951-1956) betraf etwa 40000 für das damalige politische Regime „unsichere Elemente“, darunter 9 400 Rumäniendeutsche.

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