Auf der Suche nach dem Sächsischen

Die Ergebnisse des Projekts „Photovoice“ am Brukenthalgymnasium präsentiert

Mittwoch, 16. April 2014

Auf der „Spurensuche“ in der Sakristei der Kirche in Holzmengen. Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft des Sächsischen und des Deutschen beschäftigten sich während der „Schule anders“-Woche 18 Schülerinnen und Schüler der 11. C-Klasse des Brukenthalgymnasiums. Dieses Thema stand im Mittelpunkt das „Photovoice“-Projekts, das von Geschichtslehrer Hugo-Alexander Frohn, der Ethnologin Dr. Anne Delouis von der Universität Orléans (Frankreich) sowie der Ethnografin Camelia Ştefan aus dem Emil-Sigerus-Museum geleitet wurde. Die Ergebnisse wurden am Freitag präsentiert.

„Mit diesem Projekt wollten wir den Bezug der Brukenthal-Schüler zur sächsischen Geschichte sowie zur deutschen Kultur und Sprache erforschen. Mit Hilfe der Fotografie sollten die Schüler dies aus ihrer eigenen Perspektive zeigen“, fasste Dr. Delouis das Ziel des Vorhabens zusammen. Sie sei „positiv davon überrascht, wie gut die Schüler die Idee aufgefasst haben“. Mit einer Fotokamera bewaffnet, waren die Projektteilnehmer auf die Suche nach dem Sächsischen und dem Deutschen in Hermannstadt/Sibiu und Ortschaften der Umgebung gegangen. Die Nachforschung begann selbstverständlich im altehrwürdigen Gymnasium selbst.

Sodann nahmen die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Zuhause unter die Lupe. Die Spuren der Deutschen in Hermannstadt zu finden, war gar nicht so schwer. Anschließend gab es einen Ausflug in die ehemals sächsischen Dörfer im Harbachtal/Valea Hârtibaciului aber auch nach Michelsberg/Cisnădioara. Die von den Teilnehmern gesammelten Fotos wurden gemeinsam ausgewertet und mit Kommentaren versehen, die teils sehr persönlich, teils ironisch waren oder zum Nachdenken anstimmten. Die Projektleiter gaben zwar Themen für die Fotografien vor, sie schränkten jedoch die Teilnehmer in ihren Kommentaren nicht ein, selbst wenn diese nicht immer mit der Sicht der Leiter übereinstimmten.

Aus der gesamten Gruppe bezeichnen sich drei Schüler als „Halbsachsen“: Christina Monica Andrei, Steffanie Schässburger und Benjamin Ruopp. Sie nahmen, nach eigenen Aussagen, am Projekt teil, weil sie sich für die Geschichte der Siebenbürger Sachsen interessieren und Neues erfahren wollten. In ihren Familien bleibt das Sächsische entweder durch die Mundart, jedoch fast ausschließlich bei den älteren Generationen, oder durch Traditionen und Bräuche erhalten. „Womöglich hat das Projekt bei diesen Jugendlichen das Interesse geweckt, weiter nach ihren Wurzeln zu forschen, sich in der sächsischen Gemeinschaft zu engagieren“, hofft Alexander Frohn. Um die Erhaltung und die Weiterführung der kulturellen Traditionen der Sachsen ging es den anderen Teilnehmern. „Obwohl die meisten Sachsen ausgewandert sind, heißt es nicht, dass ihr Erbe hier vergessen wird. Auch wir können dazu beitragen, dass es weiterbesteht, erhalten und vielleicht ausgebaut wird“, meinte Mihai Carabulea.

Unterstützt wurde das Projekt vom Emil-Sigerus-Museum. „Zugegeben, ich war am Anfang ein wenig skeptisch, aber die Schüler zeigten, dass sie nicht nur das Thema sehr ernst genommen, sondern auch ein beträchtliches Vorwissen mitgebracht haben, lobte Camelia Ştefan die Teilnehmer. Die im Rahmen des Vorhabens entstandene Fotoausstellung wird im Sommer in den Räumen des Museums gezeigt.

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