Auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung

Kronstadt hat rund tausend herrenlose Hunde

Dienstag, 17. September 2013

Straßenhunde in der Oberen Vorstadt – ein Foto, das drei Jahre alt ist. Ähnlichen Szenen kann man auch heute in den Kronstädter Randvierteln begegnen.
Foto: KR

Der Tod des vierjährigen Jungen aus Bukarest infolge des Angriffs einer Meute von herrenlosen Hunden hat auch Kronstadt/Braşov in die Debatten über Lösungsvorschläge für das Problem der streunenden Hunde gebracht. Dabei wurde die Stadt am Fuße der Zinne zusammen mit Großwardein/Oradea als Beispiel genannt für Maßnahmen, wie mit diesen Hunden vorgegangen werden könnte. Dass Kronstadt da als Vorbild genannt werden könnte, stimmt leider nur zum Teil. Vor einigen Jahren ist es tatsächlich der Stadtverwaltung gelungen, die Zahl der herrenlosen Hunde zu mindern. Das ist einerseits einem härteren Eingreifen seitens der Dienststelle für Tierbewirtschaftung (Serviciul Public de Gestionare a Animalelor -SGPA) zu verdanken; andererseits der Zusammenarbeit und Unterstützung seitens einer der bekanntesten rumänischen Tierschutzorganisationen „Milioane der prieteni“ („Millionen von Freunden“). Zeitweilig hieß es, in Kronstadt sei es wahrscheinlicher, einen Müllbären anzutreffen, als mit einem herrenlosen Hund Ärger zu haben.

Die Tatsache, dass Tausende Hunde in jenen Jahren eingeschläfert wurden, nachdem sich niemand fand, der sie vom städtischen Tierheim in den Biengärten/Stupini zu sich nach Hause nehmen wollte, sorgte für eine Welle von internationalen Protesten. Ins Visier genommen wurden vor allem Bürgermeister George Scripcaru und SGPA-Chef Flavius Bărbulescu, die als „Hundemörder“ bezeichnet wurden. Die Verhältnisse im Tierheim wurden als inakzeptabel dargestellt. Im Vorfeld der Europäischen Jugendwinterolympiade 2013, die auch Kronstadt zum Austragungsort hatte, hieß es zum Beispiel auf der Webseite des deutschen „Bundes gegen Missbrauch der Tiere“: „In den vergangenen Jahren fielen in Braşov über 30.000 Hunde geschäftsorientierten Hundefängern zum Opfer, die mit den brutal durchgeführten Tötungsaktionen viel Geld verdienten.“ (www.bmt-tierschutz.de)

„Millionen von Freunden“ baute auf eigene Kosten ein großes Tierschutzheim im Kronstädter Stadtteil Triaj, wo bis zu 800 Hunde aufgenommen und versorgt werden können. Der von Cristina Lapis geleitete Verein, der vor allem wegen des „LiBEARty-Park“ für Bären bei Zărneşti international bekannt wurde, konnte vorzeigen, wie verantwortungsvoll mit den Straßenhunden umgegangen wird, und er stand außerdem nicht im Verdacht, Teil der „Hundefängermafia“ zu sein. Er übernahm auch Hunde vom städtischen Tierheim, als dies überfüllt war, und vermittelte Hundeadoptionen im In- und Ausland. Das städtische Hundeheim wurde modernisiert, was aber auch eine Reduzierung der Aufnahmekapazität bedeutete. Zurzeit sollen dort rund 300 Hunde untergebracht werden können. Wenn man die Zahlen betrachtet, steht Kronstadt tatsächlich besser da, als andere rumänische Städte. Die Zahl der Hunde, die in den beiden Heimen in den Biengärten und Triaj untergebracht werden, liegt etwas unter 1000, was sich, nach Angaben der Stadtverwaltung, mit der Zahl der frei herumlaufenden Hunde deckt. Nur sind diese Heime bereits überfüllt, sodass man sagen könnte, es gibt knapp tausend Hunde, die zu viel sind.

Jene von ihnen, die noch nicht sterilisiert bzw. kastriert sind, sollen nun eingefangen und ins Tierheim gebracht werden. Sie könnten adoptiert werden und dann sind sie endgültig gerettet. Das kann aber nur für eine geringe Zahl von ihnen gelten. Bürgermeister Scripcaru wandte sich an die Bevölkerung mit der Aufforderung, Hunde zum Sterilisieren zum Tierheim zu bringen. Das gelte auch für jene Hunde, die auf Werkgelände, in Hinterhöfen usw. gefüttert und geduldet werden. „Wenn zum Beispiel von einer Baustelle zehn herrenlose Hunde gebracht werden, so geben wir fünf zurück“, sagt Scripcaru. Die Zeit der Tagungen und Seminare, wo das Hundeproblem endlos theoretisiert wurde, sei vorbei. „In einer Stadt, die auf Tourismus setzt, können nicht mehr Hunde geduldet werden, die sich an die Beine der Besucher schmiegen oder auf den Terrassen der Gaststätten im Stadtzentrum herumlaufen.“

SGPA ist überfordert, denn die Dienststelle hat nur drei Hundefänger, die im besten Fall 15 bis 20 Hunde pro Tag von der Straße entfernen. 230 schriftliche Beschwerden gab es in diesem Jahr bisher, hinzu kommen, laut Scripcaru, rund 15 telefonische Beschwerden pro Tag. 2013 wurden 310 Hunde eingefangen. Einen solchen Hund einen Monat im Tierheim zu halten, kostet die Stadt genau 55,14 Lei, rechnete der Bürgermeister vor. Von der Regierung werde dafür nicht ein einziger Leu zur Verfügung gestellt. Die Kronstädter Parlamentsabgeordneten und Lokalpolitiker sprechen von der Notwendigkeit einer schnellen Lösung, um die Hunde von den Straßen wegzubekommen. Das klingt unrealistisch, denn im städtischen Tierheim können sie nur eine begrenzte Zeit eine Unterkunft finden. Sie sterilisiert wieder auf die Straßen zu setzen, ist eine Lösung – allerdings nicht die schnelle, sofortige. Mit dem Tod des vierjährigen Jungen (nachdem leider in den Vorjahren mindestens drei weitere Fälle von Todesopfern der Straßenhunde verzeichnet wurden) ist eine Schmerzensgrenze erreicht worden, die, auch in Kronstadt, die Hemmungen zum Einschläfern der Straßenhunde herabsetzt.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 20.09 2013, 14:07
Nicole!Ich nehme an,Du bist in Reschitza tätig...Leider ist Rumänien ein bischen größer.Solange nicht das ganze Land sich der Verantwortung bewußt ist,wirst Du erfolglos kämpfen.Du kümmerst Dich um 400 Hunde,päppelst Sie auf,vermittelst sie.Und Dein Nachbar-er holt sich auf Wunsch seines Kindes einen nichtkastrierten"ach so niedlichen"Welpen von Bekannten auf dem Lande und setzt ihn aus,wenn er das 2.Mal auf den Teppich gesch.......hat oder er in den Urlaub fliegen will und der Hund im Wege ist.Für mich gibt es nur einen anderen Weg:
1.Einsammeln aller Straßenhunde(ob man für alle einen geeigneten Besitzer findet,zweifle ich sehr stark an).Dafür sind die verschiedenen Tierschutzorganisationen in die Pflicht zu nehmen(es wird sie überfordern)
2.flächendeckende Einführung einer spürbaren Hundesteuer+Versicherungspflicht ab einer bestimmten Größe
3.Kontrolle,Kontrolle,Kontrolle

Nicole,was meinst Du,wieviele Rumänen sich finanziell einen Hund leisten können,wenn er artgerecht gehalten,ernährt,medizinisch versorgt werden soll?Meiner Meinung nach trifft das auf 5-10% der Bevölkerung zu...
Ottmar, 20.09 2013, 12:07
Und Nicole und ihre sogenannte Tierschutzorganisation sammelt Millionen von Schweizer Franken, die auf dubiosen Weg als Geschäftsführeraufwendungen verschwinden.
Und Nicole und ihre sogenannte Tierschutzorganisation sammelt Millionen von Schweizer Franken, die auf dubiosen Weg als Geschäftsführeraufwendungen verschwinden.
Ich bin zur Zeit in der Schweiz und schau mir diese Tierschutzanzeigen mit den entsprechenden Spendenaufrufen dauernd an. Da werden die Rumänen als Hundemordende Bestien hingestellt. Ist eine sehr subtile Art von Volksverhetzung!!!! In der Schweiz gibt es im übrigen keine streunenden Hunde, die wurden alle schon eingeschläfert oder enden in den Versuchslaboren von der Schweizer Pharmaindustrie. Nicole schau lieber dort nach und lass die Rumänen in Ruhe. Kehr mal vor der eigenen Türe und schau mal was die Kosmetikindustrie mit den Hunden anstellt.
Nicole, 20.09 2013, 00:51
Ich bin nicht ein Tierschützer, der nur redet. Wir fahren 2x pro Jahr (auf eigene Kosten in unseren privaten Ferien) nach Rumänien. Wir betreuen 2 Projekte, die über Tierhaltung informiert (öffentlich, in Schulen und in Kindergärten) und sich für Kastrationen einsetzen. Wir treiben keinen Handel mit Hunden. Wir nehmen nämlich keine Hunde aus Rumänien ins Ausland, das hilft Rumänien kein Stück weiter. Wir vermitteln hingegen in Rumänien kastrierte, geimpfte und gechippte Hunde, gratis selbstverständlich. Wir machen das alles ehrenamtlich, wir verdienen keinen Ban, Cent oder Rappen. Wir bezahlen die Tierärzte in Rumänien für die Kastrationen und Behandlungen und kommen nicht mit eigenen Leuten runter. Wir kaufen Medikamente und die Einrichtung für Veterinärstationen vor Ort, statt sie Occasion mitzunehmen, weil wir auch die Firmen vor Ort miteinbeziehen wollen. Wir haben einheimische Teams vor Ort, die die Projekte während unserer Abwesenheit durchführen. Und Manfred, ich HABE den Tod es Jungen bedauert, öffentlich in einer für die rumänische Presse bestimmten Mitteilung und auch hier in der Schweiz habe ich öffentlich geschrieben, dass unsere Gedanken als erstes bei der Familie des getöteten Jungen sind. Ich habe auch die Hundebesitzer ermahnt, ihre Tiere kastrieren und nicht streunen zu lassen (wir bieten gratis Kastrationen an). Unsere Organisation ist nicht sehr bekannt, weil wir eben NICHT uns selbst darstellen, sondern versuchen unsere Arbeit gut zu machen, so dass alle davon profitieren: Bevölkerung, Behörden und nicht zuletzt natürlich auch die Hunde. Es gibt Leute, die schätzen das und es gibt Leute, die werfen uns vor, dass wir lieber den Menschen helfen sollen (was ich sogar verstehe). Ich bin nun mal Tierarztgehilfin und damit Tierschützerin. Bei diesen Themen weiss ich Bescheid. Den Menschen sollen andere Leute helfen, die sich dazu berufen fühlen. Vielleicht gehörst du ja dazu? Ich würde mich freuen. Ich freue mich über jede Person, die sich ehrenamtlich einsetzt, egal ob für Mensch, Tier oder Natur. Ich kann nicht überall helfen, tue aber meinen Teil so gut es geht und solange meine Hilfe willkommen ist. Mehr habe ich dazu eigentlich nicht mehr zu sagen, denn wie bereits erwähnt, möchte ich arbeiten und nicht schreiben und mich rechtfertigen müssen.
Norbert, 19.09 2013, 22:15
Unabhängig von diesem traurigen Vorfall.Hunde sind nicht das Problem in Rumänien.Die Rumänen sind das Problem.Sie haben kein Verhältnis zum Haustier Hund.Die Hunde sollte man nicht ins Visier nehmen.Sondern die Rumänen.Der der mit einem Hund nicht richtig umgeht der sollte zur Rechenschaft gezogen werden.Dies anber wird in Rumänien nicht fruchten.Es sind zu wenige die mit einem Haustierhund richtig umgehen.
Manfred, 19.09 2013, 20:07
Nicole!Hast Du auch nur ein Wort des Bedauerns zum Tod des Kindes geschrieben?Bist Du sicher,das man man die DNA der Täter festgestellt hat,oder von Trittbrettfahrern?Das Kind hatte über 100 Hundebisse!Im Zweifelsfalle sollte das Wohl der Menschen über dem der Tiere stehen,oder?Wurde es einer Tierschutzorganisation verboten,sich um die Hunde zu kümmern,wenn gleichzeitig die Sicherheit der Menschen gewährleistet ist?Sammelt Euch,Ihr Tierschützer,kümmert Euch um die Tiere,dann ziehe ich den Hut voller Respekt vor Euch!Nur meckern und die armen Tiere bedauern,das ist pure Polemik.
Ottmar, 19.09 2013, 19:37
Ich könnte mir sehr gut vorstellen dass ein Tierschützer das Kind von seinem Hund hat totbeissen lassen, damit die Spendenkassen in der Schweiz wieder besser gefüllt werden. hier geht es um Millionen und da ist Menschen alles zuzutrauen
Nicole, 19.09 2013, 18:59
Manfred: Hab ich irgendwo geschrieben, dass die Strassenhunde kein Problem sind? Ich bin nicht von gestern und weiss, dass es ein riesiges Problem ist.
Ich bin immer dafür bei der Wahrheit zu bleiben und ich hasse die Tierschützer, die Bilder von gequälten Hunden zeigen, die mit dem aktuellen Land/Thema gar nichts zu tun haben. Das ist nichts anderes als Effekthascherei, damit man sich über etwas empören kann. Die wenigsten dieser "Tierschützer" versuchen das Problem wirklich zu lösen.
Aber es ist in diesem Fall nun mal so, dass die DNA mit den 6 Strassenhunden nicht übereinstimmt. Und auch dies ist eine Wahrheit, auch wenn sie vielen in Rumänien nicht gefällt.
Manfred, 19.09 2013, 14:03
Nicole!Ich habe einige dieser"Berichte gelesen-unbewiesene Verdachte,oft von Tierschutzorganisationen geschrieben...Das in Bukarest jährlich 16000 Menschen von Straßenhunden gebissen werden,wem schiebst Du das in die Schuhe?Das es nicht mehr Tote gibt,ein Glücksfall!
Nicole, 19.09 2013, 12:58
Hier einer der vielen Berichten. Wenn es euch wirklch interessiert, findet ihr im Internet noch viele mehr:
http://www.dcnews.ro/2013/09/rasturnare-incredibila-in-cazul-copilului-ucis-au-venit-rezultatele-analizelor-adn/
Ottmar, 19.09 2013, 11:55
Ich weiss ja nicht wo diese sogenannten Tierschützer leben. Ich habe mich gestern in der Schweiz mit einem alten Geschäftsfreund getroffen und der hat mich ganz besorgt über die Situation der armen Hascherl von Hunden in Rumänien ausgefragt, denn in den Schweizer Medien werden grausamste Berichte über Rumänische Tier- und Hundequäler verbreitet. Da sind Bilder vom Peitschenschwingenden Rumänen zu sehen der Hunden verdrischt. Daneben ist eine Aufforderung zu sehen Geld zu spenden damit die Schweizer Hunde in Rumänien fangen und diese in Schweizer Tierheime zu bringen. Das kostet natürlich Millionen und das haben die Rumänen nicht und da sollen die Schweizer spenden. Das ist der wahre Grund den diese Tierschützer haben. Spendengeld in Millionenhöhe. Ich konnte meinen Geschäftsfreund beruhigen ich habe noch niemals einen Rumänen peitschenschwingend einen Hund martern gesehen. Eher binden die Rumänen ihre nicht ganz normalen Kinder mit Ketten an Holzpritschen. Diese Filme aus Rumänien sind ja hinreichend bekannt. Hunde haben in Rumänien paradiesische Zustände. Sie können streunen Kinder fressen, Radfahrer überfallen alles normal in Rumänien

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