„Auf einem neuen Weg brauchen wir Ausrichtung“

Ordination von Pfarrerin Adriana Florea in der Schwarzen Kirche leitet neues Kirchenjahr ein

Donnerstag, 04. Dezember 2014

Ordination von Pfarrerin Adriana Florea in der Schwarzen Kirche.

Das Ordinationsgespräch fand im Gemeinderaum statt. Pfarrerin Adriana Florea liest aus dem Ordinationsbuch.
Fotos: Dieter Drotleff

„Zum neuen Kirchenjahr mit dem ersten Advent wird Kronstadt auch mit einer neuen Pfarrerin beschenkt“, betonte Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien in dem Ordinationsgottesdienst von Adriana Florea, am Sonntag, dem 30. November, in der Schwarzen Kirche. Majestätisch erklang die Buchholzorgel, der Bachchor bot den musikalischen Rahmen dieses Festgottesdienstes. Einleitend begrüßte der Stadtpfarrer der Honterusgemeinde Christian Plajer,  Bischof Reinhart Guib, Bischofsvikar und Dechant des Kronstädter Kirchenbezirkes, Dr. Daniel Zikeli, die zahlreich anwesenden Pfarrer und Kuratoren nicht nur aus dem Burzenland, die Vertreter anderer geistlichen Konfessionen, die anwesenden Kirchenglieder. In der Ordinationsansprache unterstrich Bischof Reinhart Guib  einige Aufgaben von Adriana Florea, die dieser  im Gemeindeleben zukommen, wo neue Impulse gesetzt werden sollen. „Auf einem Weg brauchen wir Ausrichtung.

Die Aufgabe eines Pfarrers oder Pfarrerin ist die schwerste aller Aufgaben. Es ist ein kostbares Amt in das Du eingeführt wirst“, betonte er. In  ihre Tätigkeit muss außer der geistlichen auch die weltliche  Tätigkeit aufgenommen werden. Wichtig dabei ist die zukünftige Zusammenarbeit mit  dem Presbyterium, der Gemeindevertretung, dem Kirchenbezirk. Auch die in der Ökumene gesammelte Erfahrung soll sie hier auswerten, unterstrich des weiteren Bischof Guib. Anschließend wurde die Ordinationshandlung von Bischof Reinhart Guib, assistiert von Pfarrerin Hildegard Servatius-Depner und Stadtpfarrer Christian Plajer, vorgenommen. Die Einführung als Pfarrerin nahm Bischofsvikar und Dechant des Kronstädter Kirchenbezirkes, Stadtpfarrer von Bukarest, Dr. Daniel Zikeli vor.

Vor dem Gottesdienst fand das Ordinationsgespräch in dem Gemeinderaum statt. Geleitet von Bischof Reinhart Guib und den beiden Assistenten, Stadtpfarrer Christian Plajer  und Pfarrerin Hildegard Servatius-Depner (Mediasch), präsentierte Adriana Florea ihren Lebenslauf, antwortete auf die an sie gerichteten Fragen, zitierte aus dem Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde A.B. Kronstadt. Laut Beschluss des Landeskonsistoriums wurde Pfarrerin Florea ab dem 1. November 2014  Kronstadt zugeteilt.

Geboren wurde Adriana Florea am 1. Dezember 1988 in Mediasch in einer rumänischen Familie. Sie besuchte einen deutschen Kindergarten und später die deutsche Schule und hatte somit den Zugang zu einer anderen Kultur und Literatur, wie sie selbst betont. Von 1999 bis 2003 besuchte  sie die Hermann- Oberth-Schule, anschließend das Lyzeum „Stephan Ludwig Roth“ in der gleichen Stadt. 2007 folgte das Abitur. Schon während der Schulzeit kam sie in Kontakt mit der evangelischen Kirchengemeinde aus Mediasch, besuchte Religionsstunden, wobei sie von dem Pfarrehepaar Hildegard und Gerhard Servatius-Depner viele Anleitungen erhielt, von diesen in ihrem weiteren Lebenslauf geprägt wurde. Auch widmete sie sich dem Erlernen von mehreren Sprachen. Mit gleichem Pfarrehepaar  und weiteren sechs Freundinnen  unternahmen sie 2006 eine Reise nach Frankreich zu der Taize-Gemeinschaft. Ihre Konfirmation erfolgte 2007, nachdem sie sich für das Studium der evangelischen Theologie entschlossen hatte.

Das Studium führte sie am Institut für Protestantische Theologie der Lucian-Blaga-Universität in Hermannstadt durch. Dazwischen erfolgte 2009 ein ökumenisches Studienjahr in Rom, wofür sie sich beworben hatte. Hier bot sich ihr die Gelegenheit Ökumene zu erleben und  diesbezügliche Gespräche zu führen. Hier erlebte sie auch die Waldenser Kirche als Minderheitenkirche in einem katholisch geprägten Land.  Auch Papst Benedikt XVI. begegnete sie hier, bekam Einsicht in die päpstlichen Hochschulen. Ihr Studium setzte sie  vom Oktober 2010 bis August 2011 an der Ludwig Maximilian-Universität in München fort. Im Mai 2011 unternahm sie eine Reise nach Uruguay in Südamerika, eine Reise, die ihr besonders nützlich für ihre Abschlussarbeit zum Thema „Die Chancen und Herausforderungen  einer Minderheitenkirche“ war. Darin hat sie zwei Minderheitenkirchen, die der Waldenser Kirche in Rio de la Plata und die der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien bezüglich ihrer Geschichte, untersucht. Im Juli 2012 schloss sie ihr Theologiestudium in Hermannstadt ab, und war anschließend zwei Jahre Vikarin in Heltau. Auch ist Adriana Florea eingebunden in die  Jugendarbeit, hat an mehreren diesbezüglichen internationalen Tagungen teilgenommen, wurde in den Leitungsrat der Konferenz Europäischer Kirchen gewählt. Zum Geleit steht ihr der Konfirmationsspruch: „Ich habe das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“.

Nach dem Ordinationsgespräch unterzeichnete sie in dem Ordinationsbuch.  Nach Marion Müller und Hannelore Agnethler ist Pfarrerin Florea die dritte Pfarrerin, die in der Honterusgemeinde ordiniert wurde.  Auch setzt Adriana Florea  ein Zeichen für die 20 Jahre, seitdem Frauen als Pfarrerinnen in der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien ordiniert werden. Es sind Anzeichen, dass Adriana Florea somit unter einem guten Stern steht.

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