Auf Entziehungskur?

Zwei Bären werden von der Krim gebracht

Freitag, 27. Februar 2015

Kronstadt – Wäre es nicht traurig, so müsste man über diese Mitteilung eigentlich lachen. Cristina Lapis, Leiterin des Bärenreservates „Libearty“ kündigte an, die Zusage für die möglichst rasche Überführung von zwei Bären in das Gehege von Zernen/Zărneşti gegeben zu haben. Und da beginnt der traurige Teil der Nachricht, denn die beiden älteren Exemplare – einer ist sogar erblindet - befanden sich in Russland in Privatbesitz und wurden beschlagnahmt, nachdem Tierschützer ein Verfahren gegen den Halter eingeleitet hatten. In völliger Verantwortungslosigkeit hatte er den Bären täglich Bier zu trinken gegeben, um diese dadurch in„gute Laune“ zu versetzen und spielerisch/tapsig zu machen. Aufgeflogen war dieses Verbrechen während der Olympischen Spiele in Sotschi, doch neben all den anderen Skandalen über Unterkunft- und Verpflegungbedingungen, ging diese Nachricht unter.

 „Wir haben unsere Zusage sie aufzunehmen sofort gegeben, doch ihr Eintreffen liegt noch in weiter Ferne, da die Zwangsbeschlagnahmung noch nicht abgeschlossen ist“, erklärte Cristina Lapis.

Eine Alkoholabhängigkeit der Bären ist erfahrungsge-mäß jedoch völlig ausgeschlossen: „Bären sind keine Menschen und können keine Abhängigkeitsform entwickeln, wir hatten und haben ähnliche Fälle auch im Land gehabt, doch wenn sie eingetroffen sind, werden wir sie genauestens untersuchen und beobachten. Und gut: sie werden auf Mineralwasser gesetzt! Bären, die bei uns im Land neben Gaststätten gehalten worden sind, haben auch Bier bekommen und in einem Kloster wurde einer jahrelang mit Wein getränkt. Aber Bier mögen die Bären eher, kann man auch aus Erfahrung sagen“, erklärte die Leiterin des größten Bärenreservates Europas.
Ungeklärt ist vorläufig, wie die Transportkosten gedeckt werden sollen, doch Tierfreunde werden solch eine Bagatelle mit Sicherheit durch Spenden lösen.

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