Aufforstung im Temescher Hügelland

60 Hektar Jungwald entstehen im Osten des Kreises

Dienstag, 15. März 2016

Temeswar – Eine großangelegte Aufforstungsaktion wird ab heute im Osten des Kreises Temesch gestartet. In dem im Nordosten des Kreises Temesch befindlichen Hügelland bzw. auf dem Gebiet von vier der bedeutendsten Forstreviere des Kreises, Lugosch, Ana Lugojana, Coşava und Fatschet, sollen in der Zeitspanne 15. März-15. April (seit 150 Jahren übrigens wird diese Aktion, bekannt als „Monat der Baumanpflanzungen“, weltweit veranstaltet) ca. 60 Hektar aufgeforstet werden. Auf dem Gebiet des Forstreviers „Ana Lugojana” (insgesamt 11.700 Hektar) plant man eine Aufforstung von 29 Hektar, zum Großteil in der Zone Nadrag. Laut Ioan Oprea, Leiter dieses Forstreviers, werden heuer vornehmlich Bergahorn, Esche und Kirschbäume angepflanzt. 10 Hektar Jungwald sollen, vor allem mit Tanne, Fichte und Buche, auf dem Gebiet des Forstreviers Coşava, dem größten Forstrevier des Kreises, mit insgesamt 18.500 Hektar, entstehen. Auf dem Gebiet des Forstreviers Fatschet/Făget (13.900 Hektar) wird der Waldbestand heuer auf einer Fläche von 8,7 Hektar mit Buche, Steineiche, Esche und Kirschbbäumchen erneuert. Einen Neuwald von zirka 14 Hektar erhält auch der Waldbestand des Forstreviers Lugosch/Lugoj (12.200 Hektar).

In den letzten fünf Jahren wurden die Bestände dieser vier Temescher Forstreviere, die insgesamt eine Fläche von 57.000 Hektar Wald haben, mit zirka 400 Hektar aufgeforstet. Bekanntlich verfügt der Kreis Temesch, mit seinen 869.600 Hektar flächenmäßig größter Landeskreis, derzeit nur mehr über einen Waldbestand von 109.053 Hektar Fläche, 82,2 Prozent der Gesamtfläche des Kreises bildet landwirtschaftliche Fläche. Die einstmals großen Wälder in der Banater Ebene, von der Tiefebene bis in die Hügelgegend, wurden im Laufe der Jahrhunderte mit einigen Ausnahmen reihum aus wirtschaftlichen Gründen abgeholzt. Zurück blieben die flächenmäßig kleinen Wälder in den Flussauen, wie die der Temesch-Au, größere Waldflächen aber vor allem in der Hügelgegend im Nordosten des Kreises (vorherrschend sind hier Tanne, Fichte und Buche). Zu den größten bestehenden Wäldern des Kreises zählen der Wald von Blumental/ Pişchia (1230 Hektar), der Wald Chevereş-Bakowa (1611 Hektar), der Wald Lighed (1600 Hektar), der Jagdwald nahe Temeswar (724 Hektar), der Giroker Wald (400 Hektar), der Rekascher Wald (280 Hektar) und der Bistra-Wald (250 Hektar).

Hinzu kommen noch einige Wälder, die als Naturschutzgebiete gelten: der botanische Wald Basosch (60 Hektar), die Große Insel Tschanad, Waldzone Surduk-See (362 Hektar) oder die Wälder der Pogonisch-Au. Leider wurde der Temescher Waldbestand seit der Wende, durch illegale aber auch durch legale Abforstung, stark verringert, auch die jährlichen Aufforstungen konnten diesen negativen Trend nicht aufhalten. Vor allem die im Kreis durchgeführten Infrastrukturprojekte haben dem Temescher Wald in den letzten Jahren stark geschadet: Dem Bau der Autobahn Temeswar/Timişoara-Lugosch fiel z.B. eine Fläche von 13 Hektar Wald in der Zone Lugosch zum Opfer, die für dieses Projekt von nationaler Bedeutung erforderliche Abholzung wurde mit einem Parlamentsbeschluss abgesegnet.

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