Aufregung um Gefängnisglocke

Der alte Glockenstuhl musste abgetragen und ersetzt werden

Donnerstag, 26. Februar 2015

Kronstadt – Für einige Tage verstummte die Glocke der kleinen Gefängniskapelle im Hof der Haftanstalt in Zeiden/Codlea. Das sorgte für Aufregung sowohl unter den meisten der Häftlinge als auch außerhalb des Gefängnisses. Der Verein für städtische Sicherheit und Vermittlung (ASUM), forderte in einer Beschwerde eine Stellungnahme zu dieser Frage. Das Schreiben ging an die Landesverwaltung der Strafvollzugsanstalten, an das Justizministerium, an die Leitung der rumänisch orthodoxen Kirche, sowie an den Ombudsmann („Avocatul Poporului“) und an den parlamentarischen Ausschuss für Menschenrechte.

Was als Verletzung des Rechtes betreffend Religionsfreiheit angedeutet wurde, erwies sich letztendlich als weit weniger brisant als ursprünglich angenommen. Laut dem Wortführer des Gefängnisses, Polizeikommissar Claudiu [taier, handelte es sich eher um ein Missverständnis: Das metallene Trägerwerk der Glocke wurde von der Gefängnisverwaltung entfernt, weil es nicht genügend fest stand und umzukippen drohte, an einem Ort im Hof, wo die Häftlinge freien Ausgang haben. Der freie Glockenstuhl sollte zum Alteisen gelangen. Die Häftlinge wollten in einer Protestaktion die nun stumme Glocke auf den Gängen des Gefängnisses an ihren Zellen vorbeitragen – eine Aktion, von der der Gefängnispfarrer abriet.

Inzwischen läutet die Glocke wieder – der neue Glockenstuhl wurde aufgerichtet und die Glocke angebracht. Sie ruft die Häftlinge zu der täglichen Andacht in der kleinen Kapelle auf – ein Ort, der für viele von ihnen ein kleiner Freiraum während ihrer Haftzeit ist.

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