Auftakt der Börse in zweites Quartal unter dem Zeichen der Umsatzschwäche

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 12. April 2016

Die erste Aprilwoche verbuchte niedrigere Umsätze als die Woche zuvor. Während der März an der Börse mit Gesamtumsätzen weit über 100 Millionen Lei (22,4 Millionen Euro) abschloss, sackte der Umsatz in der vergangenen Woche unter diesen Schwellenwert. Damit kehrte die Bukarester Wertpapierbörse auf den Stand vor vier Wochen zurück, als der Gesamtumsatz zuletzt unter 100 Millionen Lei fiel. Der Umsatzrückgang betrug zur Vorwoche satte 23 Prozent. Der Tagesdurchschnitt betrug 18,6 Millionen Lei (4,2 Millionen Euro), an zwei Tagen der vergangenen Woche fiel der Umsatz mit Aktien sogar unter die 10-Millionen-Lei-Marke. Nach wie vor lag der Fonds Proprietatea (FP, 0,765 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) an der Spitze der umsatzstärksten Aktien mit einem Volumen von 38,3 Millionen Lei (8,6 Millionen Euro). Es folgten Energiewerte wie Electrica (EL, 12,14 Lei, ISIN ROELECACNOR5) – 8,7 Millionen Lei - und die Erdgas-Aktien Transgaz (TGN, 284 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) und Romgaz (SNG, 26,95 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit 7,8 beziehungsweise 6 Millionen Lei.

Positive Index-Entwicklungen

Doch trotz des vermeintlichen Mangels an Interesse konnten immerhin 23 Emittenten Kursgewinne einstreichen. Allerdings stehen diesen 32 Emittenten gegenüber, die die Woche mit Verlusten abschlossen. Dennoch reichte es, damit die wichtigsten Indizes – bis auf den Finanzwerte-Index – kleine Kursgewinne realisieren. So legte der Hauptindex in der vergangenen Woche 0,35 Prozent auf 6728,47 Punkte zu. Damit war er der letzte unter den Gewinner-Indizes. Der BETPlus legte ein Hundertstel Prozentpunkt mehr zu, der ROTX und der Energiewerte-Index schafften sogar ein Plus von jeweils 0,6 Prozent.

Der Aufstieg von Transgaz

Der Energiewerte-Index BET-NG profitierte in der vergangenen Woche vom Zuwachs zweier Schwergewichte: Transelectrica (TEL, 30,2 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) und Transgaz. TEL-Aktien legten auf Wochensicht 3,8 Prozent zu, Transgaz-Aktien sogar 5,6 Prozent. Der gut laufende Erdgasversorger hat eine Dividende von 21,24 Lei je Aktie vorgeschlagen, doch der Staat – mit 58 Prozent Mehrheitseigentümer – hat seine Forderung nach einer um 30 Prozent höheren Dividende durchgesetzt, von 27,6 Lei je Aktie. Zum aktuellen Aktienkurs von 284 Lei bedeutet dies eine Rendite von 9,7 Prozent. Die Aktion könnte zur neuen Regel werden.

Wie der Sprecher der Regierung in der vergangenen Woche mitteilte, erwägt die Exekutive, künftig mehrheitlich staatlich gehaltenen Unternehmen eine höhere Mindestgrenze für Dividenden aufzuerlegen. Derzeit muss jedes Unternehmen, an dem der Staat die Mehrheit hält, mindestens 50 Prozent des Gewinns als Dividende ausschütten. Die neue anvisierte Grenze liegt bei 75 Prozent. Das beflügelte die Phantasie der Transgaz-Anleger, die somit einem unverhofften Dividenden-Goldregen entgegensehen. Das macht TGN-Aktien derzeit umso beliebter, was sich kurzfristig auch auf andere staatliche Unternehmen positiv auswirken dürfte.

SIF-Gesellschaften bleiben interessant

Zwei der fünf SIF-Investmentgesellschaften belasteten den Finanzwerte-Index in der vergangenen Woche besonders stark. SIF Transilvania (SIF3, 0,265 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) und SIF Oltenia (SIF5, 1,552 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) verloren jeweils mehr als 1,1 Prozent. Dabei war es gerade SIF Transilvania, die als größte Aktionärin des Börsenbetreibers BVB die Fusion mit der Terminbörse in Sibiu/Hermannstadt vorantreibt. Und SIF Oltenia sitzt als einzige unter den SIF verbliebene Anteilseignerin an der größten Bank des Landes – BCR – auf einem (vermeintlichen) Vermögen und ist wieder bereit, über einen Verkauf der 6,29 Prozent an BCR zu verhandeln. Somit bleiben die SIF-Gesellschaften als Anlage weiterhin interessant.

Devisen

Der Euro konnte in der vergangenen Woche seine aktuelle Stärke gegenüber dem US-Dollar nicht auch im Verhältnis zum Leu auskosten. In Bukarest musste die europäische Gemeinschaftswährung einen leichten Rückschlag hinnehmen (0,005 Lei oder 0,11 Prozent), während die US-amerikanische Währung weiter gegen den Leu durchsetzen konnte: plus 0,1 Prozent. Damit liegen die beiden Leitdevisen nicht weit von ihren Ständen der Vorwoche entfernt: Ein Euro kostete am vergangenen Montag 4,4664 Lei, während ein US-Dollar 3,9248 Lei kostete. Bleibt abzuwarten, ob der rumänische Leu die durch die Zurückhaltung der amerikanischen Notenbank bei der Zinserhebung eingeführte Dollarschwäche in den kommenden Wochen für sich nutzen kann.

 

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