Aus der Banater Post

Neuanfang und Aufbruch in Deutschland 1986 wurde der Bundesverband der Banater Jugend gegründet

Dienstag, 02. Mai 2017

Die Geschichte der Banater Jugend ist nicht geradlinig verlaufen, sie ist von Brüchen, Zäsuren und Neuanfängen geprägt, Phasen der Kontinuität wechseln sich mit Phasen der Diskontinuität ab. Sie verzeichnet eine Entwicklung im Spannungsverhältnis zwischen Stetigkeit und Wandel. Dementsprechend lässt sich die Verbandsgeschichte in mehrere Etappen gliedern. In das Jahrzehnt 1961-1970 fallen die Anfänge der Jugendarbeit und die ersten Bemühungen um die Schaffung einer Organisationsstruktur (vgl. Walter Tonţa: Aus den Anfängen der Jugendarbeit unseres Verbandes, in: „Banater Post“, Nr. 3 vom 5. Februar 2017, Seite 5). Anfang der 1970er Jahre erfährt das Verbandsleben einen Bruch, wonach ab 1978 ein organisatorischer Neuaufbau zu verzeichnen ist. Damit werden die Voraussetzungen für die 1986 erfolgte Gründung des Bundesverbandes der Banater Jugend (ab 1987 Deutsche Banater Jugend, abgekürzt DBJ) geschaffen. Die folgenden etwa 15 Jahre sind durch eine intensive und vielseitige

Tätigkeit der DBJ gekennzeichnet.

 

Wendepunkt anno 1986

 

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends verzeichnet erneut eine Flaute der Verbandsaktivitäten auf Bundesebene. Zu deren Wiederbelebung kommt es ab 2009, als mit der Verabschiedung einer neuen Satzung des in „Deutsche Banater Jugend und Trachtengruppen“ (DBJT) umbenannten Verbandes und der Wahl

eines neuen Vorstands eine erneute, bis heute andauernde Hochphase der Jugendarbeit eingeleitet wird.

Der vorliegende Beitrag widmet sich der Gründung der Jugendorganisation unserer Landsmannschaft im Jahr 1986 als entscheidende Wegmarke in der Verbandsgeschichte und beleuchtet die dafür in den Vorjahren geschaffenen Voraussetzungen. Eine Bestandsaufnahme der Jugendarbeit bei der Bundesdelegiertentagung der Landsmannschaft zu Pfingsten 1978 hatte ergeben, dass ein organisatorischer Neuaufbau der Jugendarbeit – auch angesichts des nun einsetzenden Aussiedlerzustroms – dringend geboten ist. Dieser Aufgabe widmete sich fortan mit großem Elan Peter Krier in seinem Amt als Jugendreferent des Bundesvorstandes. Durch gezielte Maßnahmen ist es gelungen, die Jugendarbeit zu beleben und neue organisatorische Strukturen zu schaffen. Bereits im November 1978 wurde mit einem Eingliederungsseminar für jugendliche Aussiedler aus dem Banat in München und einem in Pforzheim eine Veranstaltungsreihe eröffnet, die in ununterbrochener Folge jeweils jährlich mit einem Seminar in Bayern und einem in Baden-Württemberg bis Anfang der 1990er Jahre fortgeführt wurde.

 

Gelegentlich war umdenken angesagt

 

Staatlicher Aufbau und politisches System der Bundesrepublik, Geschichte, Kultur und Volkskunde der Banater Schwaben, Aufgaben und Ziele der Landsmannschaft sowie Fragen bezüglich der schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Eingliederung jugendlicher Aussiedler waren die Vortrags- und Diskussionsthemen dieser Seminare. Nachdem Banater Jugendliche ab 1978 an Wintermaßnahmen der Deutschen Jugend des Ostens (DJO) teilgenommen hatten, wurden ab 1981 für die Banater Jugend alljährlich eigene Skilager organisiert. Da sich diese Winterlager großer Beliebtheit erfreuten, ging man 1986 dazu über, gleich zwei Skilager für Jugendliche und eine Wintermaßnahme für Kinder anzubieten. Zusätzliche Begegnungsmöglichkeiten schafften die nun ebenfalls angebotenen

Sommerfreizeiten. Die Jugendseminare und gemeinsamen Ferienlager bildeten die Grundlagen zum Aufbau von Jugendgruppen, der auch von landsmannschaftlicher Seite entschieden vorangetrieben wurde. So kam es zur Gründung einer ganzen Reihe von Jugendgruppen auf Kreisebene in Würzburg und Pforzheim (1979), Freiburg, Nürnberg, München (1980), Frankenthal und Waldkraiburg (1981), Osthofen, Reutlingen, Ravensburg/ Weingarten, Aachen, Sindelfingen (1982), Rastatt, Forchheim, Ingolstadt (1983), Rödental (1984), Geretsried und Stuttgart (1986). Die Jugendtrachtengruppen entfalteten vielfältige Aktivitäten, sie absolvierten unzählige Auftritte und wurden vielerorts zu einem Aushängeschild unseres Verbandes. Nachdem beim Heimattag 1982 beschlossen worden war, einen Jugendverband ins Leben zu rufen, stimmten die Banater Jugendgruppen der Gründung eines Bundesverbandes der Donauschwäbischen Jugend zu, zu der es im Juni 1982 kam. Doch die in diesen Verband gesetzten Erwartungen erfüllten sich nicht, und so entschloss man sich zur Gründung eines Bundesverbandes der Banater Jugend anlässlich des Heimattages 1986 in Ulm.

 

Vereint durch Herkunft und Zugehörigkeit

 

An der Gründungsversammlung am 17. Mai in der Donauhalle nahmen über 400 Jugendliche teil, die der Gründung eines Bundesverbandes der Banater Jugend zustimmten. „Im Bewusstsein ihrer Herkunft und Zugehörigkeit, in Anbetracht gemeinsamen Strebens und gemeinsamer Zielsetzungen haben die am 17. Mai 1986 versammelten Jugendgruppen und Jugendlichen aus dem Banat die Gründung eines Verbandes der Banater Jugend in der Bundesrepublik Deutschland, unter der Bezeichnung ‚Bundesverband Banater Jugend‘, beschlossen“, heißt es in dem Beschluss der Gründungsversammlung, der unter anderem die Grundsätze der Verbandsarbeit definierte. Zum Vorsitzenden des Bundesverbandes wurde Stefan Jesch gewählt. Ein 13-köpfiges Arbeitsgremium erhielt den Auftrag, eine Satzung und Arbeitsrichtlinien zu erarbeiten. Zum Abschluss kam der Gründungsprozess ein Jahr später, als anlässlich der ersten Bundesspiele der Banater Jugend in Stuttgart die Delegiertenversammlung am 3. Mai 1987 dem Satzungsentwurf zustimmte und beschloss, dass der Verband den Namen „Deutsche Banater Jugend“, in der Kurzform DBJ, trägt. Bundesvorsitzender blieb bis 1989 Stefan Jesch. (BP)

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