Aus der Bilanzrede des DFDB-Vorsitzenden Dr.Johann Fernbach auf der Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat

Dienstag, 24. April 2018

Wahlen für den Vorstand des DFDB

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

Sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Freunde,

 

Fast vier Jahre sind vergangen, seitdem ich zum Vorsitzenden des DFDB gewählt wurde. Ein Amt mit hoher Verantwortung, mit den diversesten Herausforderungen, aber auch ein Amt, das für mich eine große Ehre darstellt. Ich möchte mich vor diesem Hintergrund bei Ihnen allen bedanken.

Jetzt, zum Abschluss meines Mandats, ist der passende Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen, und gleichzeitig in die Zukunft zu blicken. Diese Bilanz soll unsere Erfolge berücksichtigen, aber auch kritische Punkte enthalten, sodass wir aus unseren Fehlern lernen können.

Zunächst möchte ich all jenen danken, die in diesen Jahren an meiner Seite waren. Einen besonderen Dank möchte ich unserem Abgeordneten im Rumänischen Parlament, Ovidiu Gant, aussprechen. Durch seine gesamte Tätigkeit zeigt er, dass er ein besonderes Gespür für die Feinheiten der Politik hat, wodurch wir für unsere Gemeinschaft im Laufe der Jahre viel erreichen konnten.

Einige unserer Erfolge sind: der Sitz des Arader Forums, die neuen Redaktionsräume der Banater Zeitung, die beste Bedingungen für unsere Journalisten bieten. Außerdem konnten wir vier Kleinbusse und zwei Kleinwagen kaufen, aber auch einige Investitionen in den Ortsforen und im AMG-Haus tätigen.

 Was ich bedauere, ist, dass wir es bei den Wahlen nicht geschafft haben, besser zu kommunizieren und darauf hinzuweisen, wieso es sich lohnt, das Forum und dessen Vertreter zu wählen. Das hat dazu geführt, dass unser Abgeordneter im Banat weniger Stimmen hatte als in Siebenbürgen und im Altreich, obwohl im Banat die zahlenmäßig größte deutsche Gemeinschaft lebt.

Wenn nun von unserer Minderheit die Rede ist, müssen wir erwähnen, dass wir hier im Banat noch etwa 14.000 verblieben sind. Es sieht so aus, als gebe es keine Auswanderungstendenz heute. Im Gegenteil gibt es Interessenten aus dem deutschsprachigen Raum, die hier sesshaft werden und eine wirtschaftliche Tätigkeit aufnehmen. Es ist erfreulich, dass die Zahl der Mitglieder des Banater Forums zugenommen hat; derzeit haben wir etwa 1839 Beitrag zahlende Mitglieder.

Für all jene, die unserer Minderheit angehören, aber auch für diejenigen, die in unser Haus kommen, haben wir in den verflossenen vier Jahren insgesamt 189 Kulturveranstaltungen organisiert und 95 Bücher herausgegeben – die vom DRI über das Banater Forum finanziert wurden. Wir haben auch das Deutsche Staatstheater unterstützt, sodass es zum Austausch und zu gegenseitigen Gastspielen des Temeswarer Theaters und der deutschen Abteilung am Radu Stanca Theater kommen konnte.

Unsere Banater Zeitung bemüht sich, Leser zu gewinnen. Aus der Erfahrung und aus Gesprächen mit Forumsvertretern weiß ich, dass es manchmal mühsam ist, Abos in Ortsforen abzuschließen. Letzten Informationen nach können jedoch Abos aus Mitgliedsbeiträgen beglichen werden. Die BZ-Redaktionsleitung selbst will je nach Möglichkeit Probeabos für 1-2 Monate zur Verfügung stellen, so wie sie dies bereits für mehrere deutschsprachigen Schulen des Banats aus Eigenleistung getan hat. 

Wir waren gute Gastgeber, als uns Delegationen aus dem Ausland besuchten, die Interesse an der deutschen Minderheit gezeigt haben. Besucht hat uns auch der ehemalige Botschafter Deutschlands in Rumänien, Werner-Hans Lauk und der derzeitige Botschafter Cord Meier-Klodt, der ehemalige und der jetzige Konsul Deutschlands in Temeswar, Rolf Maruhn, beziehungsweise Ralf  Krautkrämer, mit dem wir eine gute Zusammenarbeit haben. Nicht zu vergessen die 18. Deutsch-rumänische Regierungskommission, In Anwesenheit des damaligen Aussiedlerbeauftragten Hartmut Koschyk. Thema war „Minderheiten in Europa, Herausforderungen und Perspektiven“. In den vergangenen Jahren hatten wir eine gute Zusammenarbeit mit dem römisch-katholischen Bistum, mit seiner Exzellenz Bischof Martin Roos, sowie mit dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter Dietmar Leber.

Für besondere Verdienste im Interesse unserer Gemeinschaft haben wir eine Reihe von Persönlichkeiten mit der höchsten Auszeichnung unseres Forums, der Ehrennadel in Gold, ausgezeichnet. Ich bin überzeugt davon, dass die Verleihung unserer Ehrennadel auch in Zukunft für jene, die sich mit viel Hingabe für unsere Gemeinschaft einsetzen, ein Zeichen der Wertschätzung darstellen wird.

Wir haben es geschafft, drei Ortsforen zu gründen: in Schag, Wojteg und Nitzkydorf. In Billed, Busiasch, Detta, Schag und Sanktanna sind wir durch unsere Mitglieder in den jeweiligen Kommunalräten vertreten, was ich als besonders positiv betrachte. Ich möchte Sie alle auf diesem Weg eindringlich auffordern, das Engagement unserer besten Mitglieder zu fördern und sie zu motivieren, bei den kommenden Kommunalwahlen zu kandidieren. Dies gilt es rechtzeitig zu planen und vorzubereiten.

 Ich möchte hier und heute an Einigkeit und Verständnis appellieren. Ich erwähne dabei nur die kürzlich eingetretene Situation in Sanktanna, wo die deutsche Gemeinschaft in eine Konfliktsituation geraten ist. Gerade jetzt ist Verständnis innerhalb unserer Gemeinschaft notwendig, um nicht unnötig uns selbst zu schwächen, da wir vor den Präsidentschaftswahlen stehen, und unsere Gemeinschaft öffentlich von einigen sogenannten „Persönlichkeiten“ (Journalisten, Historikern) als Nachfolgeorganisation der Nationalsozialisten beschrieben wurde, Aspekte die keineswegs stimmen und den Zweck hatten, uns zu verleumden. Ich bin überzeugt, dass das Landesforum den Prozess gewinnen wird und die Schuldigen dafür bezahlen werden.

Ich möchte dem neuen Vorstand und dem künftigen Vorsitzenden viel Erfolg in seiner Tätigkeit wünschen, eine Tätigkeit, die auf das Wohlergehen unserer Gemeinschaft gerichtet ist. Ein Wohlergehen unter der grün-weißen Fahne und das den Inhalt unserer Hymne, „Mein Heimatland, Banaterland“, im Augenmerk haben soll.

 

(Redaktionelle Bearbeitung: Siegfried Thiel)

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