Ausführliche Monografie

Zur Geschichte und Gegenwart von Marienburg

Montag, 05. November 2012

Blick auf die evangelische Kirche von Marienburg (Luftaufnahme).

„Obiective culturale, tradiţii şi obiceiuri în comuna Feldioara“, Album monografic, Primăria comunei Feldioara, iulie 2012 („Kulturdenkmäler, Traditionen und Brauchtum in der Gemeinde Marienburg“, monografisches Album. Bürgermeisteramt Marienburg, Juli 2012).

Eine ausführliche, reich illustrierte, rund 120 Seiten starke Monografie der Gemeinde Marienburg ist kürzlich erschienen und kann im Bürgermeisteramt der Ortschaft erworben werden. Auch zwei Kurzfassungen dieser Arbeit, wie auch ein Reiseführer über Marienburg, stehen nicht nur den Ortsbewohnern, vor allem aber den Touristen zur Verfügung.

Bei der kürzlich stattgefundenen Gedenkfeier seit der vor 400 Jahren da zwischen dem Alt und der Burzen stattgefundenen Schlacht am 16. Oktober 1612, wurden diese Neuerscheinungen den Teilnehmern vom Bürgermeisteramt ausgehändigt. Sowohl die Monographie als auch die drei Broschüren konnten mit Unterstützung europäischer Fonds, vermittels der Regierung und des Ministeriums für regionale Entwicklung  und Tourismus, unter besten drucktechnischen Voraussetzungen herausgebracht werden.

Autoren der Monografie sind der Kronstädter Historiker Gernot Nussbächer und der Geschichtslehrer aus der Gemeinde, Viorel Mailat, der auch verschiedene Interpretierungen einigen historischen Fakten gibt, die nicht unbedingt mit denen unseres bekanntesten Honterusforschers übereinstimmen.

Erstmalig wird Marienburg  als „Merenburch“ in einem Hattertprozess 1371/1372 zwischen dieser und der Nachbargemeinde Rothbach urkundlich erwähnt. In seiner akribischen und konkreten Art bietet Gernot Nussbächer die wichtigsten Daten zur Geschichte dieser Gemeinde bezüglich Bau der Kirche, Rechte, die der Ortschaft zugesprochen wurden, aber auch der Türkeneinfälle (1432), Entwicklung der Gemeinde, Zahl der Wirtschaften, Naturkatastrophen, von denen auch Marienburg nicht verschont geblieben ist. Einige der in dem fast 40 Seiten starken historischen Überblick von Gernot Nussbächer gebotenen Daten werden noch ausführlich in den anderen Kapiteln der Monografie behandelt, die in sechs Teile strukturiert ist: Marienburg als Ziel, Chronikauszüge, Zeitungsberichte, Touristische Ziele, Tradition und Brauchtum, Tourismus.

Besonders der Teil bezogen auf die touristischen Ziele ist von Interesse da darin die wichtigsten Baudenkmäler vorgestellt werden, auf deren Geschichte besonders eingegangen wird. Eines davon ist die vom Ritterorden errichtete Burg, deren Ruinen heute zu einem der Anziehungspunkte der Ortschaft gehören. Es folgen die Beschreibungen der beiden evangelischen Kirchen, der aus Marienburg und der von Rothbach, der Nachbarortschaft, die heute verwaltungsmäßig zu Marienburg gehört.

Nach der Beschreibung der orthodoxen Kirche folgt die Geschichte des Studentendenkmals, errichtet vor 100 Jahren als 300 Jahre seit der Schlacht von Marienburg, die am 16. Oktober 1612  stattgefunden hat, begangen wurden, doch das , wegen des schlechten Wetters, erst 1913 fertig gebaut und eingeweiht werden konnte. Das 12 Meter hohe Denkmal wurde  nach einem in Berlin ausgearbeiteten Projekt von der Baufirma Peter Graf aus Heldsdorf errichtet. In Marienburg gibt es noch zwei Denkmäler in Erinnerung an die da verstorbenen russischen und dann ungarischen Gefangenen während des Zweiten Weltkriegs.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde werden auch die Schulgebäude, einschließlich der ehemaligen Burzenländer Ackerbauschule die 1871 – 1872 errichtet wurde, gezählt und vorgestellt.

Bezüglich Brauchtum und Tradition bezieht sich die Monografie mehr auf in den letzten Jahren eingeführten Feste, die  sächsischen Trachten, in denen jungen Leute abgebildet wurden, sind stilisiert, schaffen somit ein falsches Bild über die Jahrhunderte hindurch getragenen Trachten.

Eine reiche Bibliografie auch mehrerer sächsischer Historiker, kirchliches Archivmaterial und Studien  wurden von den Autoren verwendet, die allerdings nicht direkt erwähnt werden, da bei derartigen Arbeiten keine Autorenrechte beansprucht werden können,  das alles macht die Monografie zu einem zusammenfassenden Nachschlageband, wobei einige Meinungen mit etwas Vorbehalt verwendet werden sollten. Von den unterlaufenen Korrekturfehlern sollte auch abgesehen werden.

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