Ausgefallen und interessant

Angebote auf dem Temeswarer Weihnachtsmarkt

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Traditionsware wirkt verlockend: geräucherter Schinken und trockene Würste hängen an den Häuschen. Doch den Marktbesuchern winken auch die ausgefallenen Produkte: Bärensalami, Hirschpastrami, Entengrieben oder Preiselbeeren-Glühwein bringen viel Geld in die Taschen der Händler.

Blickfangend: Schokoladenalteisen kann eine interessante Geschenkidee darstellen.
Fotos: Zoltán Pázmány

Traditionsware und ausgefallene Geschenkideen, dabei vieles für Feinschmecker und Genießer – all das bietet eine interessante Mischung auf dem Weihnachtsmarkt und lockt jeden Tag zahlreiche Besucher in die Temeswarer Innenstadt. Fleisch- und Wurstwaren, aber auch die Gerichte, die unter freiem Himmel zubereitet werden, kitzeln die feinen Nasen und ziehen die kuriosen Blicke der Passanten am Parkplatz vor dem Modehaus „Modex“ im Temeswarer Stadtzentrum auf sich. Viele der Händler sind schon seit Jahren dabei. So gehen viele Besucher gezielt zu den Ständen und Holzhäuschen und wissen schon im Vorhinein, was sie suchen: Würste und Käsekuchen, Krautwickel oder Frisches vom Grill. 

 

Unter den etwa hundert Händlern, die derzeit in der Temeswarer Innenstadt auf ihre Kunden warten, ist auch Kohlmayer Zsolt aus Kécskémét. Der ungarische Händler kommt schon seit sieben Jahren immer wieder zum Weihnachts- aber auch zum Ostermarkt nach Temeswar. Die Besucher des Marktes kennen seine Produkte, denn man hat wohl nicht allzu oft die Gelegenheit, Bärenfleisch-Eintopf oder Bärensalami, Hirsch-, Wildschwein-, Puten- oder Pferdewürste zu verkosten. „Alles verkauft sich wunderbar! Die Leute suchen uns extra dafür auf dem Markt“, sagt Fékéte Csaba, der Verkäufer des ungarischen Händlers, der in Neumarkt am Mieresch/ Târgu Mureş geboren ist, aber schon seit einigen Jahren in Ungarn lebt.

Je ausgefallener die Vorbereitungen, umso interessanter für die Kunden das Produkt: Der Holzstand auf dem Modex-Parkplatz ist voller Leckereien. Leberwurst, geräucherte Schweinsohren, Schweine- und Entengrieben, Liptauer-Brotaufstrich, Heukäse aus den Alpen oder getrocknete Bio-Früchteriegel werden zum Verkauf angeboten. Ein Kilo Hirschpastrami kostet, zum Beispiel, 220 Lei, Wildschweinswürste sind für 120 Lei das Kilo erhältlich und die Würste aus Pferde- oder Putenfleisch kosten je 45 Lei das Kilo. „Unsere Produkte sind teuer – doch es mangelt nicht an Käufer“, setzt Fékété Csaba fort.

Alle Produkte des ungarischen Händels sind besonders – viele davon sind auch mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden. „Der Koch, der jeden Tag die Eintöpfe und die Gulaschsuppen zubereitet, ist Chefkoch in Ungarn“, ruft Kohlmayer Zsolt mit seiner heiseren Stimme auf Ungarisch, wobei Fékété Csaba eifrig übersetzt. Dann zeigt der korpulente Mann auf den großen Kessel, in dem Glühwein kocht. Gleich daneben steht ein Pokal mit der ungarischer Aufschrift „Bester Glühwein Ungarns“. Bereits der Duft verrät, dass es sich dabei um einen besonderen Wein handelt: Preiselbeeren- und Zwetschgen-Glühwein. Je nachdem, wie groß der Plastikbecher ist, kann man diese Glühweine gegen 5, 6 und 10 Lei verkosten.

 

Naschereien dürfen nicht fehlen

Nicht nur Geräuchertes und Gekochtes gibt es auf dem Weihnachtsmarkt. Frisch gebackene Kürtöskalács, Krapfen und American Donuts, Riesen-Crépés und Langosch, frische Käse- und Krauttaschen, alle brodeln in den Öfen und auf den Herden an den vielen Verkaufshäuschen.

Direkt am Opernplatz dreht sich in einem Holzhäuschen alles rund um Schokolade. Rostiges Schokoladenwerkzeug, Fotokameras oder Flaschendeckel, hergestellt aus leckerer Vollmilch- oder Zartbitter-Schokolade mit 50 bis zu 60 Prozent Kakao ziehen alle Blicke auf sich. „Die Besucher sind sehr begeistert, wenn sie unsere Produkte sehen. Viele finden es unglaublich, dass man sie alle auch aufessen kann“, sagt Diana Cri{an. Die Händlerin aus Sächsisch Regen/Reghin bringt ihre Schokoware aus Italien. Unter dem Namen „Italian Chocolate“ werden die Produkte zum ersten Mal in Temeswar und in ganz Rumänien ausgestellt und verkauft. Wer also seinen Liebsten eine süße Weihnachtsüberraschung machen möchte, der hat auf dem Christkindlmarkt die Wahl. Von kleinen Schokostücken bis zu großen Objekten aus Schokolade ist alles dabei: Flaschenöffner, Heckenscheren, Schrauben, Schraubenzieher und -schlüssel, Hammer und Hufeisen, italienische Espressomaschinen und Fotokameras in natürlicher Größe. Das billigste Produkt kostet hier 2 Lei, das teuerste 66 Lei. Und wer Riesen-Crépés mal anders erleben will, der kann das bei einem anderen Temeswarer Händler auf dem Markt tun, der Pfannkuchen mit Chilli-Paprika-, Rotzwiebel- oder Karottenmarmelade zum Verkauf anbietet.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 17.12 2015, 23:31
Ich kauf gern von den Ungarn, aber es ist ganz schön teuer...

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