Ausschreitungen bei Protesten gegen Präsident Băsescu und Regierungsmaßnahmen

Sonntag, 15. Januar 2012

Foto: Christian Binder

Update 1 Uhr: Der Universitätsplatz wird von den Ordnungskräften geräumt.

Update 0.20 Uhr
: Am Universitätsplatz befinden sich nur noch ein paar Hundert friedliche Demonstranten, der Verkehr verläuft störungsfrei. Am Unirii-Platz ist der Stadtreinigungsdiensts im Einsatz.

Update 23.30 Uhr:
Die Gendarmerie-Truppen kontrollieren den Unirii-Platz, die Randalierer flüchteten in Richtung Tineretului (Cantemir-Boulevard). Am Universitätsplatz halten sich immer noch etwa Tausend Demonstranten auf, hir sind immer noch Anti-Băsescu- und Anti-Regierungs-Parolen zu hören.

Update 22.30 Uhr:
Gewalttätige Demonstranten wurden erneut in Richtung Unirii-Platz verstreut. Wasserwerker wurde eingesetzt, die Gendarmen nähern sich dem Unirii-Platz, Tränengas wird massiv eingesetzt.

Update 22 Uhr:
Demonstranten errichteten in der Nähe des Colţea-Krankenhauses Barrikaden. Weiterhin werden Steine in Richtung der Gendarmen geworfen, die (zumeist jugendlichen) Demonstranten versuchen scheinbar, am Univeritätsplatz zu gelangen.

Update 21.30 Uhr:
  Die Randalierer  haben sich in Richtung Unirii-Platz verstreut. Die Gendarmen kehren zum Colţea-Krankenhaus (neben dem Universitätsplatz) zurück. Am Universitätsplatz halten sich immer noch rund 1500 Demonstranten auf, der Magheru-Boulevard wurde für den Verkehr wieder freigegeben.

Update 20.30 Uhr
:
Am Sonntagabend kam es erneut zu Straßenkrawallen. Randalierer auf dem Universitätsplatz bewarfen die Polizei mit Steinen, brennenden Fackeln und Molotow-Cocktails. Die Polizei setzte Tränengas ein. Auf dem Brătianu-Boulevard (zwischen dem Universitäts- und Unirii-Platz) kam es  danach zwischen Randalierern und Gendarmen zu einer regelrechten Straßenschlacht, Pflastersteine flogen in Richtung der Gendarmen, diese setzten massiv Tränengas ein.

Bukarest
(ADZ) - Bei Protesten gegen Präsident Traian Băsescu und die  Regierung ist es am Samstagabend in Bukarest zu Ausschreitungen gekommen. Die rund Tausend  Demonstranten blockierten den Verkehr am Universitätsplatz. Als einige Demonstranten die  Ordnungskräfte mit Steinen bewarfen, setzten die Gendarmen Tränengas ein. Gegen Mitternacht wurde der Stadtkern geräumt, laut  Polizei sollen die Asuschreitungen von Fußballfans ausgegangen sein, die sich spät am Abend den ursprünglich friedlichen  Demonstranten angeschlossen hatten. Anders als bei den Protesten am Freitagabend, wo ursprünglich gegen den (inzwischen zurückgezogenen) Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform protestiert wurde, machten die Demonstranten am Samstag hauptsächlich  ihrem Ärger über den Sparkurs der Regierung und Präsident Băsescu Luft. Laut Mitteilung des Rettungsdiensts wurden 29 Personen verletzt, davon drei Gendarmen und ein Kameramann, über 30 Protestler wurden vorübergehend festgenommen.


Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 16.01 2012, 19:00
Dieses spontane Aufbegehren nach 20-jähriger Ruhe offenbart daß der Bogen überspannt ist. Dieses spontane Aufbehren wird aber nicht von einer organisierten Opposition durchgeführt die nicht existiert.Somit ist zu befürchten daß der latente Unmut doch nicht produktiv eingesetzt wird. Es können Kräfte diesen Unmut okkupieren die schon in der Vergangenheit gezeigt haben daß sie es nicht besser können.
Johannes Binder, 16.01 2012, 18:02
Angesichts der korrupten und dem Volk gegenueber respektlosen Fuehrung Rumaeniens, waren Proteste zu erwarten. Der taeglich Ueberlebenskampf, Perspektivlosigkeit in der arg geplagten Bevoelkerung , sorgten für ein Aufbegeren .
Das menschenverachtende Regime, ist auch durch einen Fuehrungswechsel nicht in geordnete Bahnen zu lenken. Begruendung hierfuer ist, das in der korrupten "upper class" , wohl kaum die geeignete Regierung zu finden ist. Ueber viele Jahrzehnte ist fuer die Bevoelkerung, das Zahlen von Schmiergeldern zur Normalitaet geworden und kein Geheimnis, das verschwiegen wird. Dies hat zur Folge, dass von dem sehr kleinen Einkommen oder Rente, neben Schmiergeldern auch noch die extrem hohen Lebenshaltungskosten bestritten werden muessen, was die Menschen in die Armut führt. Die Rumaenen haben nur noch eine Chance, um aus dieser verfahrenen Situation zu entfliehen. Nur mit Hilfe und Kontrolle aus dem Ausland besteht eine laengerfristige Perspektive, die auch das Vertrauen in der Bevoelkerung wiederherstellen könnte.
Ana, 16.01 2012, 10:54
Bravo!!! Weiter so!!!
Sraffa, 16.01 2012, 02:37
Auch meinen Glückwunsch zu dieser aktuellen Berichterstattung; nach weiterer Durchsicht der ADZ-online bin ich sehr positiv überrascht über die große Zahl aktueller Artikel; weiter so !!
Andrey, 16.01 2012, 02:28
wer auch immer diese Nachricht geschrieben hat - BRAVO!
ADZ wird aktuell!
Helmut, 15.01 2012, 23:54
Randaliern und zerstören ist abzulehnen.
Jedoch langsam wacht Rumänien aus diesem Dornröschenschlaf auf und beginnt sich gegen das unsoziale Verhalten dieser Regierung zu wehren.Herr Basescu und seine Regierung wird bald merken ,dass sich einiges in unserem Land verändert.Das Volk wird nicht mehr Tatenlos zu sehen,dass einige immer mehr und mehr kassiern und die Mehrheit dafür bezahlen sollen.
Am Ende wird die Gerechtigkeit siegen, aber mit friedlichen Mitteln.GLÜCK AUF Rumänien.

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