Ausstellung über Russland-Deportation eckt in Moskau an

„Offen antisowjetischer und antirussischer Ton“

Dienstag, 09. Februar 2016

Bukarest (ADZ) - Die jüngst im Bukarester Athenäum eröffnete Ausstellung „Hinter dem Stacheldraht“ über die 1945 erfolgte Deportation der Rumäniendeutschen in sowjetische Arbeitslager hat am Wochenende zu einem Schlagabtausch zwischen Moskau und Bukarest geführt.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kritisierte die Ausstellung wegen ihres angeblich „offen antisowjetischen und antirussischen“ Tons und warf Rumänien vor, seine Mitveranwortung für den Holocaust nicht anzuerkennen. Doch vergesse Russland nicht, an wessen Seite das Land bei Stalingrad gekämpft habe, so Sacharowas Verweis auf Rumäniens damaliges Bündnis mit Nazideutschland.

Das rumänische Auswärtige Amt konterte prompt: Man sei „überrascht“ darüber, dass Moskau in „bedauerlicher und merkwürdiger“ Weise Vorgänge durcheinander bringe: Rumänien organisiere jährlich am 27. Januar und 9. Oktober Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Holocaust sowie am 2. August zum Gedenken an die von den Nazis ermordeten Roma, die Ausstellung über die Deportation der Rumäniendeutschen habe nichts mit diesen separaten Gedenkfeiern zu tun.

Die Ausstellung über die Russland-Deportation war vom Landesrat zur Aufarbeitung der Securitate-Archive (CNSAS) zusammengestellt worden.

Kommentare zu diesem Artikel

Diet, 09.02 2016, 18:49
Mit welchem Recht Russland in der Moldau einmarschiert ist, kann ich auch nicht sagen, aber der Grund war wohl, dass sie die Moldau schon mal hatten und 1918 an Rumänien abgeben mussten. Was die Russen sich einmal angeeignet haben, wollen sie nie wieder hergeben. So ist das.
Tourist, 09.02 2016, 11:23
damals ist viel Gräuel geschehen, aber in Russland erinnert sich auch niemand daran, dass die Sowjetunion ohne Grund 1940 als Deutschland und Frankreich gerade Krieg geführt haben, die Situation ausgenutzt hat und in die Moldau einmarschiert ist. Die dortigen Bewohner waren darüber auch alles andere als glücklich und ohne diesen Schritt hätte das Königreich Rumänien gar keine Motivation gehabt gegen die Sowjetunion überhaupt in den Krieg zu ziehen. Als dann Frankreich besiegt war, blieb Rumänien gar nichts anderes mehr übrig, als sich mit Deutschland zu verbünden. Der erste Aggressor in dem Fall war aber die Sowjetunion. Die ethnische Zusammensetzung der Moldau vor dem Zweiten Weltkrieg war noch viel mehr pro-rumänisch als heute. Also warum ist die Rote Armee damals einmarschiert, mit welchem Recht?

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*