Auswahlverfahren für Südostring angefochten

Fertigstellung der Temeswarer Umgehungsstraße vor 2021 nicht mehr in Sicht

Freitag, 30. März 2018

Temeswar (ADZ) – Gleich drei Unternehmen haben das Auswahlverfahren für den Entwurf und den Bau des Südostabschnitts der Temeswarer Umgehungsstraße angefochten, die Banater Großstadt wird voraussichtlich auch im Kulturhauptstadtjahr 2021 unter dem Fernlastverkehr auf der Europastraße 70 (DN59/DN6) leiden müssen. Wie die ADZ berichtete, sollte das italienische Straßenbauunternehmen Tirrena Scavi SpA für 272,43 Millionen Lei (59 Millionen Euro) den knapp 26 Kilometer langen Südostabschnitt der Temeswarer Umgehungsstraße bauen.

Nach Ablauf der 30 Tage langen Anfechtungsfrist gab die Landesgesellschaft für die Verwaltung der Straßeninfrastruktur (CNAIR) in Bukarest bekannt, dass zwei der 12 am Verfahren beteiligten Unternehmen dieses beim Landesrat für Verwaltungsbeschwerden CNSC angefochten haben, ein drittes wandte sich jedoch direkt an das Bukarester Landgericht. Beim CNSC klagten die Unternehmen Alpenside und Danya Cebus Rom, die Beschwerde beim Landgericht reichte das Konsortium Trameco–Vahostav SK–Construcții Erbașu–Grafic Tends ein. Zwar muss der CNSC seine Entscheidung in spätestens einem Monat bekanntgeben, das Bukarester Landgericht wird jedoch sicherlich viel mehr Zeit dafür benötigen. Außerdem können sowohl die CNSC-Entscheidung als auch das erstinstanzliche Gerichtsurteil angefochten werden, so dass sich der Bau des dringend notwendigen Südostrings von Temeswar stark verzögern könnte. Mit einer Fertigstellung der zweispurig geplanten Straße vor dem Jahr 2021 kann kaum mehr gerechnet werden, vor allem weil die zuständigen Verwaltungsbehörden und Gerichte die Wiederaufnahme des Ausschreibungsverfahrens anordnen könnten.

An der mehrmals vertagten Ausschreibung hatten sich 12 Unternehmen und Unternehmenskonsortien beteiligt, darunter aus dem deutschsprachigen Raum Max Boegl und Porr sowie aus Italien die Firma Societŕ Italiana per Condotte d´Aqua SpA, doch die CNAIR entschied sich für das Angebot von Tirrena Scavi. Der italienische Konzern hat in Rumänien einen Autobahnabschnitt zwischen Lugosch und Deva gebaut und arbeitet zurzeit an einem Abschnitt der Autobahn Thorenburg/Turda – Mühlbach/Sebeș sowie am Knoten Gilău bei Klausenburg/Cluj-Napoca.

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