Autofasten will gelernt sein

Europäische Mobilitätswoche in Temeswar

Mittwoch, 23. September 2015

Nahverkehrsmittel als Alternative zum Privatauto. Die Stadt möchte in moderne Busse und Straßenbahnen investieren. Der Neueinkauf letzterer kann sich Temeswar allerdings nicht leisten. Darum werden, so wie hier im Bild, die alten Straßenbahnen saniert.
Foto: Zoltán Pázmány

Einen Tag lang ohne Auto unterwegs durch die Stadt? Für Temeswarer unmöglich. Die Europäische Mobilitätswoche 2015 endete, wie sie begann: Mit Staus in der Innenstadt und in den Randbezirken. Zum Abschluss wurde das C.D. Loga Boulevard für Autofahrer geschlossen. Zwei Stunden lang gehörte die Straße den Fahrradfahrern, Inlineskatern sowie verschiedenen Sportvereinen, die Demonstrationen hielten.

Auch am Sonntag wurde die neue Unterführung an der Michelangelo-Brücke geschlossen. Der Verein „Verde pentru biciclete“ hielt die letzte Banat-Tour in diesem Jahr und das Fitnessstudio „Smartfit“ hielt seine Crossfit Sportchallenge sowie auf dem Opernplatz eine demonstrative Massencycling-Veranstaltung.

Mit der Europäischen Mobilitätswoche soll die Bevölkerung bewusst die Vorzüge einer autofreien Umwelt erleben. Das Autofasten wurde 1998 als Städteübergreifende Aktion in Frankreich eingeführt. Das französische Ministerium für Umwelt und Raumordnung rief zu "Mobil - ohne eigenes Auto!" auf. 35 französische Städte beteiligten sich an dem ersten Autofreien Tag. Aufgrund des Erfolgs in Frankreich entschied die Europäische Kommission die Aktion auf die gesamte Europäische Union auszuweiten.

Seit 2002 wird auch in Temeswar/Timişoara die europäische Mobilitätswoche veranstaltet. In der Woche vor dem 22. September finden diverse Aktionen statt, um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern als Alternative zum Auto zu fördern. So konnten am Montag Bürger in Temeswar kostenlos mit der Straßenbahn fahren. Allerdings nur mit der sogenannten „Armonia“-Straßenbahn, einer von zwei sanierten Straßenbahnen der Stadt, die nur zu besonderen Ereignissen durch die Stadt fahren.

In Deutschland steigen immer mehr Menschen auf Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Auto um. Der Ausbau eines effizienteren Nahverkehrsnetzes sehen viele als Voraussetzung für eine umweltfreundlichere Stadt. Inzwischen fährt nur noch jeder zweite deutsche Bürger mit dem eigenen Auto. Viele sind auf Carsharing umgesattelt. Das heißt, mehrere Menschen nutzen ein Auto zu verschiedenen Uhrzeiten. In Rumänien ist dieser Trend längst noch nicht angekommen. Temeswar kämpft täglich mit zunehmenden Staus. Nicht nur die steigende Zahl an Privatautos ist einer der Gründe, sondern auch die zahlreichen Baustellen in der Innenstadt sowie in den Randbezirken.

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