Autohaus Auto Schunn mit Expansionsabsichten

2011 setzte der Mercedes-Dealer mehr Wagen in Rumänien ab

Freitag, 03. Februar 2012

Jürgen Schunn Foto: Siegfried Thiel

Europas Automobilmarkt ist im vergangenen Jahr gegenüber 2010 um 1,2 Prozent auf 13.543.179 Wagen zurückgegangen. Mit Ausnahme von Deutschland, haben die großen Automärkte Europas Absatzverluste hinnehmen müssen. Deutschland ist Europas größter Autobauer, und gleichzeitig auch der größte Automobilmarkt. Das am besten verkaufte Auto in Europa ist nach wie vor der Volkswagen, mit fast 1,7 Millionen Einheiten im Jahr 2011, was einem Wachstum von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht; gefolgt von Ford und Renault – beide jedoch mit Verlusten im Jahresvergleich. Übrigens: die einzigen Automobilmarken aus der Top-Ten, die Wachstumsraten verzeichneten, sind die deutschen Marken Volkswagen, BMW, Audi und Mercedes. Im Rumänienranking des Automobilabsatzes liegt der Dacia, gefolgt vom VW und von Skoda vorne. Rumänienweit wurden im Jahr 2011 110.668 Wagen abgesetzt. Aufgrund dieser statistischen Daten sprach Siegfried Thiel mit Jürgen Schunn, Inhaber des Mercedes-Dealers Auto Schunn.

 

Herr Schunn, der Absatz an Autos ist im vergangenen Jahr in Rumänien um 7,4 Prozent zurückgegangen. In diesem Kontext: Blicken Sie zurück auf das Jahr 2011 – natürlich was den Mercedes-Dealer Auto Schunn betrifft...

 

Wir hatten auch 2011 ein sehr gutes Jahr. Wir haben es geschafft, um 20 Prozent zu wachsen. Unsere Erwartungen lagen zwar höher, aber mit dem Erreichten können wir uns zufrieden geben, wenn man die allgemeine wirtschaftliche Lage in Europa betrachtet, die auch uns beeinflusst hat. Sonst wären wir unserem Ziel näher gekommen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Wirtschaft nachhaltig zu sich kommen wird, auch wenn Rumänien nicht mehr ein Wachstum von 4,4 Prozent - wie im letzten Trimester - erreichen wird.

 

Worauf basierte Ihr Optimismus im vergangenen Jahr, denn der Autoabsatz in Rumänien ist ja zurückgegangen, doch gleichzeitig beabsichtigten Sie, um mehr als ein Fünftel zuzulegen?

 

Wir haben unsere eigene Entwicklungsstrategie, einmal in den Autohäusern und zudem die Erweiterungen. Zusammen mit unserem Marketingmix konnten wir unsere Erwartungen sehr hoch schrauben. Irgendwann werden auch die Wachstumsraten an einem Limit angekommen sein. Dessen bin ich mir schon bewusst. Anderseits werden wir mit Sicherheit noch Jahrzehnte wachsen, weil auch in diesem Land die Kaufkraft zunehmen wird. 

 

Aber Sie verkaufen keine Billigautos, sondern Mercedes. Worauf basieren Sie sich bei Ihren Wachstumserwartungen?

Sehen Sie, es gibt ja immer mehr Leute - auch in der Mittelschicht - die immer mehr verdienen werden, auch wenn gegenwärtig die ganze Problematik vorhanden ist. Sie müssen ja nicht unbedingt ein neues Fahrzeug kaufen. Denn wir vermarkten und verkaufen ja auch Gebrauchtfahrzeuge mit Garantie. Das ist ein Zusatzgeschäft, das wir auch weiterhin mitnehmen werden.

Wenn nun einer die Wahl hat, zwischen einem billigeren aber neuen Auto, und einem gebrauchten Mercedes, was spricht da für den Mercedes?

Denken wir nun mal an die gebrauchten Wagen bis zu fünf Jahren, wo wir Garantie gewähren können. Wenn wir diese Wagen anbieten und unsere Kunden Sicherheit haben, dass die Fahrzeuge, die sie bei uns kaufen, in Ordnung sind, dann spricht vieles für den Mercedes. Es ist schon richtig: Es gibt überall Autos, wo man 1000 - 2000 Euro sparen kann, wenn Sie dann aber für zwei Katalysatoren 5000 - 6.000 Euro bezahlen, ist der Kunde mit Sicherheit gut bedient, wenn er von uns eine Garantie mitbekommt. Das wird mit dazu beitragen, dass auch dieses Segment gleichzeitig mit den Einkommen der Leute wachsen wird.

Es wir immer wieder von Öko-, Elektro- und von Hybridautos gesprochen. Was haben Sie im letzten Jahr auf den Markt gebracht, oder was machen Sie in dieser Richtung 2012?

Es wird ja an mehreren Alternativenergien geforscht. Eine der Alternativen ist natürlich das Elektrofahrzeug. Solche sind ja schon im Einsatz. Mit sehr guten Erfahrungen. Vor allem in den Städten. Wenn ich aber so sehe, was die Industrie prognostiziert, dann hat diese Art von Fahrzeugen keinen großen Anteil. Bis zu fünf Prozent vielleicht, man geht nicht davon aus, dass es da gewaltige Schübe gibt.

Welches ist denn nun Ihr Kunde? Vorwiegend der eitle Kunde, der einfach den Namen kauft?

Es gibt auch Angestellte, Leute die nicht schlecht verdienen, die sich eine monatliche Rate von ein paar hundert Euro und einen gebrauchten Wagen leisten können. Dazu kommen natürlich viele Unternehmer. Aber wie bereits gesagt - immer mehr auch der private Bereich. Da kauft man sich eben die kleineren Fahrzeuge. Es gibt mittlerweile, Ökonomen, Ingenieure, nicht zu sprechen von Rechtsanwälten, die problemlos 1000 - 2000 Euro im Monat verdienen. Zudem ist es ein Prestige einen Mercedes zu fahren.

Sie sprachen von Erweiterung Ihrer Firma. Was meinen Sie konkret damit?

Wir werden weiterhin expandieren. Sie werden in den nächsten Tagen sicherlich mehr darüber von uns hören. Wir haben den nächsten Schritt gewagt und werden auch Sie verständigen, wenn alles klar ist.

Welches war von Ihren vier Standorten im letzten Jahr der Wachstumsstärkste?

Wir haben ja unsere Zentrale in Arad. Und von hier aus agieren wir. Arad ist deshalb auch unser stärkster Standort. Wir haben auch zwei Großstädte neben uns - Temeswar und Großwardein/Oradea, was ebenfalls von Vorteil ist. Eine Hierarchie zwischen den anderen Standorten Hermannstadt, Deva und Suceava könnte ich so auf Anhieb nicht aufstellen, aber Arad hat entsprechend dazu beigetragen, dass wir gewachsen sind.

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