Autoliv mit neuem Forschungszentrum in Jassy

Kfz-Zulieferindustrie etabliert sich allmählich auch in Ostrumänien

Freitag, 21. April 2017

Jassy/Iaşi  - Ganze 300 Arbeitnehmer wird bis Jahresende das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum des schwedischen Kfz-Zulieferers Autoliv in Jassy/Iaşi beschäftigen, die Eröffnung ist der Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ zufolge für die zweite Jahreshälfte geplant. In Jassy hat die Firma Autoliv Räumlichkeiten von Iulian Dascălu gemietet, der dort unter dem Namen Palas/United Business Center mehrere Bürohäuser und eine Mall gebaut hat. In Temeswar/Timişoara, dem wichtigsten Standort von Autoliv, betreibt der schwedische Konzern sein 450 Mann starkes Forschungszentrum ebenfalls in einem von Dascălu gebauten Hochhaus, dem ersten fertiggestellten Bürogebäude im Openville-Ensemble, das sich zurzeit in der Banater Metropole im Bau befindet.

Der Rumänien-Leiter von Autoliv erklärte den Medien, man sei nach Jassy gegangen, weil die ostrumänische Großstadt ein besonderes Potenzial im IT-Bereich habe und über gut ausgebildete Fachkräfte sowie über einschlägige technische Fakultäten von Prestige verfüge. In Jassy haben sich in den vergangenen Jahren mehrere IT-Dienstleister niedergelassen, da sich die Suche nach Personal dort etwas leichter gestalten lässt als in den fast saturierten Zentren Bukarest, Klausenburg/Cluj-Napoca und Temeswar, außerdem würden in Ostrumänien die Gehälter auf niedrigerem Niveau liegen als in der Hauptstadt und im Westen. Autoliv betreibt in Rumänien mehrere Standorte, die etwa 11.000 Mitarbeiter des in Stockholm beheimateten Weltkonzerns stellen in Kronstadt/Braşov, Lugosch/Lugoj, Sankt Georgen/Sfântu Gheorghe, Reschitza/Reşiţa und Oneşti Sicherheitsgurte, Airbags und Sitzsysteme für die Automobilindustrie her. In Kronstadt, Temeswar und bald auch in Jassy lässt Autoliv seine Produktpalette von rumänischen Ingenieuren weiter entwickeln. Autoliv befindet sich im Ranking der größten Exporteure Rumäniens auf dem 8. Platz, es zählt zur der ersten Liga der in Rumänien tätigen Kfz-Zulieferer.

Die heutige Autoliv Inc. entstand 1997 durch die Fusion des führenden europäischen Herstellers für Insassenschutzsysteme Autoliv AB mit Morton ASP (Automotive Safety Products), einem Airbag-Hersteller in Nordamerika und Asien. Mit dieser Fusion wurde Autoliv zu einem der größten Systemanbieter für automobile Insassenschutzsysteme. Produziert werden bei Autoliv Insassenschutzsysteme, Sicherheitselektroniken und Sensoren, Lenkräder, Systeme für den Fußgängerschutz, Fahrerassistenzsysteme sowie Sicherheitssysteme zur Unfallvermeidung. Der Konzern besitzt auf allen fünf Kontinenten Niederlassungen und Joint Ventures sowie Entwicklungs- und Versuchseinrichtungen, beschäftigte 2015 etwa 64.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 9,2 Milliarden US-Dollar. Wichtigste Wettbewerber sind das japanische Unternehmen Takata und der amerikanische Konzern TRW Automotive, beide sind mit Produktionsstandorten in Westrumänien vertreten.

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