Bären bei der Julius-Römer-Hütte

Radikale Maßnahmen scheinen die einzige Lösung zu sein

Mittwoch, 08. November 2017

Kronstadt – Die Julius-Römer-Hütte am Schuler/Postăvarul bleibt von Bärenbesuchen nicht verschont.

Auch in den Vorjahren gab es solche Zwischenfälle. Bären schnüffelten an den Müllsäcken, zerrissen sie, zogen sich anschließend zurück und ließen sich nicht wieder blicken, berichtet Hüttenwart Rolf Truetsch. Aber so arg wie in den letzten Tagen war es noch nie. Vor allem ein großer Bär bereitet ernste Sorgen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlug er eine Tür und einige Fenster der Hütte auf seiner Suche nach Fressen ein. Am Montagabend erschien der Bär erneut, diesmal von zwei weiteren Bären begleitet. Die Mitarbeiter der Hütte sind praktisch zu Nachtwächtern geworden, um weiteren Ereignissen vorzubeugen. Auch die fünf Hunde der Hütte tun ihre Pflicht – aber gegen Meister Petz scheinen all diese Maßnahmen wirkungslos zu sein. Rolf Truetsch hat alle zuständigen Behörden in Kenntnis über die jüngsten Zwischenfälle gesetzt und fordert nun Maßnahmen, um diese gefährliche Sachlage bei der Hütte zu entschärfen. Denn die Skisaison nähert sich und mit ihr auch die zahlreichen Skifahrer und Touristen, die die „Julius-Römer“-Hütte, eine der bekanntesten Berghütten des Landes, aufsuchen wollen.

Für ihre Sicherheit kann Truetsch, unter den gegenwärtigen Umständen die Verantwortung nicht übernehmen. Die Tiere einzufangen und sie anderswo auszusetzen – das hat leider nicht gewirkt, denn in kurzer Zeit fanden sie den Rückweg zur Hütte. Da es offensichtlich ist, dass die Bärenpopulation in den Bergen um Kronstadt/Braşov viel zu groß ist, müsse nun zu radikalen Maßnahmen gegriffen werden, meint Truetsch, wobei ihm auch andere Fachleute Recht geben. Nun sollen die notwendigen Schritte beim Umweltministerium eingeleitet werden, um den Bären, der zum „Stammkunden“ der Hütte zu werden droht, auf die Liste jener gefährlichen Exemplare zu setzen, deren Abschuss freigegeben wird. Oder Tierschutzorganisationen, andere Stiftungen übernehmen die Kosten, diesen Bären einzufangen und irgendwo weit entfernt umzusiedeln. Bei der SKV-Hütte „Julius Römer“ gelten die Bärenbesuche der letzten Tage weit mehr als eine aufsehenerregende Schlagzeile oder eine medienwirksame Kuriosität. Es geht um nicht weniger als die Sicherheit der Hüttenbelegschaft und ihrer Kunden.

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