Bald mehr einheimische Lebensmittel im Supermarkt?

Senat verabschiedet einschlägigen Gesetzentwurf

Donnerstag, 08. Oktober 2015

Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Das Oberhaus hat am Dienstag ein Gesetzesprojekt verabschiedet, das das Angebot des Lebensmitteleinzelhandels erheblich verändern könnte: Laut einschlägigem Gesetzentwurf sollen sämtliche Lebensmittelketten und -läden künftig Fleisch, Obst und Gemüse zu mindestens 51 Prozent aus heimischer Herkunft führen müssen und lediglich über die Wintermonate bis zu 70 Prozent importierte Saisonware anbieten dürfen. Verstöße gegen die neue Regelung sollen mit Geldbußen von bis zu 50.000 Lei belegt werden. Der von der PSD eingebrachte Entwurf, der laut Urhebern der Unterstützung des Arbeitsmarkts, der heimischen Lebensmittelproduzenten sowie der Verbraucher dienen soll, muss nun als nächstes von der Abgeordnetenkammer verabschiedet werden. In einer ersten Stellungnahme begrüßte das Kartellamt die Gesetzesinitiative zurückhaltend – zwar könne sie das bestehende Frischwarenangebot zweifelsfrei optimieren, doch müssten die Regelungen weit mehr ins Detail gehen, vor allem bezüglich der kurzen Produktionskette. Wenig begeistert zeigten sich die Einzelhändler, die vom Senat wissen wollten, was zu tun sei, „wenn das Angebot am hiesigen Markt nicht groß genug ist oder es an Einzelprodukten mangelt?“, so die Exekutivvorsitzende des Verbands der Retailerketten (AMRCR), Delia Nica. Rechtsexperten geben indes zu bedenken, dass der Gesetzentwurf gegen etliche EU-Regelungen verstößt.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 08.10 2015, 15:49
Ja, manche Feldfrüchte mögen besonders gewürzt gewesen sein, aber die "Sozialistischen" Wirtschaft war auch bezüglich Chemie eher Mangelwirtschaft; d.h. es fehlte allgemein auch an Pestiziden.
Da gibt es in Europa mittlerweile großen Fortschritt und ein riesiges Artensterben: Die modernen Pestizide rotten nämlich alles, aber auch alles, aus mit Ausnahme der vom Bauern gewünschten Feldfrucht. Deutsche Äcker sind nämlich mittlerweile biologische Wüsten !
Tourist, 08.10 2015, 15:12
also Bio waren die Produkte der Cooperativen und Staatsfarmen sicher nicht. Da wurde oft ein ganzer Wagonladungen Pestizide neben das Gleis gekippt und dann händisch in Scheibtruhen geschaufelt und dann in die Plantagen oder auf die Felder ausgebracht. Und viele Agrarbetriebe waren auch in unmittelbarer Nähe von Schwerindustriebetrieben, die ohne Filter und nix die ganze Landschaft im Umkreis mit Schwermetallen und sogar radioaktiven Material verseuchten. Ich sag nur Copsa Mica, Feldioara, Baia Mare, etc. etc.
Sraffa, 08.10 2015, 14:03
Fakt ist doch daß die Qualität des Rumänischen Obst und Gemüses weit über dem EU-Standard liegt. Daß die Rumänen trotzdem die schlechtere Qualität zu höheren Preisen aus dem Ausland bevorzugen zählt zu den erheblichen Verwerfungen in den Köpfen seit 1989. Für die Bio-Verpflegung aus der Ceauscescu-Zeit bezahlt man heute in Europ. Supermärkten viel Geld; damals trug diese Art der Lebensmittelversorgung noch zum Sturz von Ceaucescu bei !

Ungeachtet dessen verstoßen die Pläne der PSD gegen EU-Recht und das wird zu Ärger führen. Rumänisch eLandwirte werden davon kaum profitieren da es davon ja so gut wie keine mehr gibt nach Kollektivierung in den 50'ern und späterer Zwangsverarmung und Emmigration seit 89.
Manfred, 08.10 2015, 12:51
Kathrin!Viele qualitativ hochwertige Obst und Gemüsewaren sind auf dem traditionellen Bauernmarkt billiger als im Supermarkt...Warum viele Rumänen die geschmacklosen Gurken,Tomaten etc zu höheren Preisen kaufen,ist mir schleierhaft.Wenn ich Rumäne wäre,würde ich genauso ausländische Konserven ablehnen.Braucht es dazu ein Gesetz oder reicht der normale Verstand?
Tourist, 08.10 2015, 12:32
die EU ist zur Zeit komplett handlungsunfähig, also kann man ruhig ein Vertragsverletzungsverfahren riskieren. Dieses dauert sowieso einige Jahre. Wer weiß, ob es bis dahin die EU so wie wir sie heute kennen überhaupt noch gibt. Im Moment zerfällt ja eh alles.
Kathrin, 08.10 2015, 12:20
Super! Ein Schritt in die richtige Richtung! Finde ich sehr notwendig, dass um das Überleben der einheimischen Produktion gekämpft wird. In Zeiten des Klimawandels machen tausende von zurückgelegten Kilometern einfach keinen Sinn mehr...

Der Kunde bestimmt meist eben nicht--sondern der Preis. Man kann in einem Land in dem die Menschen so wenig Geld in der Tasche eben nicht sagen: Der Kunde bestimmt das Angebot. Würden Sie nicht auch das billigste Produkt wählen, wenn sie pro Monat 200 € in der Tasche hätten, lieber Hanns?

I
Kritiker, 08.10 2015, 11:42
Der Kommunismus lässt grüßen! Ponta und seine Genossen sollten endlich kapieren, dass die alte Zeit längst Geschichte ist.
Jürgen, 08.10 2015, 10:37
Dies ist EU Recht in den Hintern getreten und wird nicht durchgehen.
Hanns, 08.10 2015, 09:50
Das ist absoluter Schwachsinn! Nicht die Politik sondern der Kunde bestimmt das Angebot in den Geschäften!

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