Ballettgala mit Nachholbedarf

Schwache Leistung des Hermannstädter Balletttheaters bei klassischen Aufführungen

Freitag, 07. Februar 2014

„Jazz“ in der Choreografie von Joshua Beaver (Bildmitte) stellte eindeutig den Erfolg des Abends dar.
Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Die traditionell gewordene Ballettgala des Hermannstädter Balletttheaters fand am Mittwochabend im Gewerkschaftskulturhaus statt. Zu der Vorstellung kam, wie anscheinend ebenfalls zur Tradition gehört, ein zahl- und kinderreiches Publikum. Das Programm beinhaltete 15 Tänze, wobei die meisten klassischen Ballettstücken entstammten. Gezeigt wurden zum Beispiel die Variationen aus dem Ballett „Faust“ in der Choreografie von Jules Perrot, ein Pas de Deux aus dem „Grand Pas Classique“ in der Choreografie von Victor Gsovsky, der Gopak aus dem Ballett „Taras Bulba“ oder das Grand Pas de Trois aus dem „Le Corsaire“ in der Choreografie von Marius Petipa. Glücklicherweise entschieden sich die Organisatoren dazu, zwei zeitgenössische Tänze einzubauen. „Jazz“ in der Choreografie von Joshua Beaver und „Through the Night“ von Keston Meyer, beide Mitglieder des Hermannstädter Ensembles, retteten förmlich den Abend. Innovativ, spannend, zündend, mit interessanten Lichteffekten und von einer hohen tänzerischen Qualität hatten diese modernen Tänze all das, was den klassischen Auftritten fehlte. Unvollendete Pirouetten, Sprünge mit schlechter Landung, unglaublich angestrengte Gesichter der Tänzerinnen und Tänzer zeigten das Balletttheater bei den klassischen Parts nicht von seiner besten Seite. Die Auftritte hinterließen den Eindruck, dass das klassische Ballett den Mitgliedern des Ensembles entweder nicht am Herzen liegt oder sie einfach überfordert. Der zeitgenössische Tanz hingegen gehört sichtbar zu ihrer starken Seite. In den ersten Jahren des 2008 gegründeten Balletttheaters konnte man noch all die Fehler auf sein zartes Alter zurückführen und hoffen, dass die Leistungen des Ensembles steigen werden. Heute  nach zahlreichen Aufführungen wundert man sich nur, woran es liegen mag, dass die Besserung nicht eintrifft.

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