Banater Bergland zunehmend entvölkert

Auch die Zahl der Deutschen ist geschrumpft

Freitag, 12. Juli 2013

Am 20. Oktober 2011 hatte der Verwaltungskreis Karasch-Severin 295.579 Einwohner, teilt die Direktion für Statistik des Banater Berglands offiziell mit. Laut der Bevölkerungszählung, deren Daten jetzt endlich veröffentlicht werden, lebten im Südostbanat 151.727 Frauen (51,3 Prozent der Gesamtbevölkerung des Verwaltungskreises) und 143.852 Männer (48,7 Prozent). Damit schrumpfte die Bevölkerung des Banater Berglands gegenüber der Bevölkerungszählung von 2002  (die im Hinblick auf den EU-Beitritt Rumäniens durchgeführt wurde) um 37.600 Personen (davon 19.500 Frauen) und die Situation unterscheidet sich keinen Deut von der Gesamtlage Rumäniens. Reschitza/Reşiţa, der Kreisvorort, hatte am Stichtag 73.280 Einwohner. Im Munizipium Karansebesch/Caransebeş lebten 24.690 Bewohner (seinerzeit brauchte eine Ortschaft u. a. 35.000 Bewohner, um zum „Munizipium“ erklärt zu werden...), Bokschan/Bocşa hatte 15.840 Einwohner, Neumoldowa/Moldova Nouă 12.350, Orawitza/Oraviţa 11.390, Ferdinandsberg/Oţelu Roşu 10.510 und Anina-Steierdorf 7840 Bewohner. Im Badekurort Herkulesbad/Băile Herculane, der achten Stadt des Berglands, lebten 5000 Menschen. Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Banater Berglands waren Mehadia (4130 Bewohner), Teregova (3980 Einwohner), Z²voi (3950) und Berzovia (3890), während die wenigsten Einwohner in Weidenthal/Wolfsberg (Brebu Nou/Gărâna) (119), Eisenstein/Ocna de Fier (656), Ciudanoviţa (657) und Franzdorf/Văliug (746 Personen) lebten.

Ein Viertel unter 25 Jahren

Nach wie vor gehört das Banater Bergland zu den Verwaltungskreisen Rumäniens, deren Bewohner überwiegend in den Städten leben (160.550 Personen, also 54,3 Prozent der Gesamtbevölkerung), wobei aber der (Anfang der 1990er Jahre durch politisch-soziologische Maßnahmen staatlich gelenkte) Trend zur Abwanderung aus den Städten anhält (die städtische Bevölkerung sank um 0,6 Prozent gegenüber 2002). Die Alterspyramide der Bevölkerung ist auch im Banater Bergland unstabil: 15,2 Prozent der Bevölkerung des Banater Berglands sind zwischen 0-14 Jahre alt, zwischen 15-24 Jahre alt sind 11,4 Prozent, zwischen 25-64 Jahren 56,7 Prozent und über 65 Jahre alt sind 16,7 Prozent der Gesamtbevölkerung des Banater Berglands. 1,2 Prozent der Bewohner des Verwaltungskreises Karasch-Severin sind 85 Jahre alt und älter. Im zitierten Kommuniqué der Statistikdirektion wird bezüglich der Daten über ethnische und religiöse Zugehörigkeit sowie über die Muttersprache unterstrichen, dass die entsprechenden Angaben aufgrund der „freien Äußerung“ der Befragten zustande kamen, dass das Statistikamt aber auch behördliche Angaben („indirekt, aus administrativen Quellen“) zu Rate gezogen hat – letztere Ergebnisse seien allerdings „nicht öffentlich verfügbar“. Die Angaben über Volkszugehörigkeit, Muttersprache und Religionszugehörigkeit seien also unter dem Zeichen der Relativität zu sehen.

Orthodoxe Rumänen in der Überzahl

In diesem Sinn und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass im Banater Bergland 271.880 Personen auf die Frage nach ihrer ethnischen Zugehörigkeit antworteten, lebten im Banater Bergland 243.930 Rumänen (89,72 Prozent), 7270 Roma (2,67 Prozent), 5090 Kroaten (1,87 Prozent) und 5040 Serben (1,85 Prozent). Die Volksgruppen des Banater Berglands mit mehr als 1500 Personen sind die Ungarn (2940), die Deutschen (2890), Ukrainer (2480) und Tschechen (1560). Zuwächse gegenüber 2002 gab es bei den Rumänen (von 88,25 auf 89,72 Prozent), bei den Roma (von 2,38 auf 2,67 Prozent) und bei den Serben (von 1,83 auf 1,85 Prozent). Am stärksten gesunken ist in den neun Jahren zwischen den beiden letzten Bevölkerungszählungen der Anteil der Deutschen des Banater Berglands (von 1,87 auf 1,07 Prozent) und der Ungarn (von 1,75 auf 1,08 Prozent), aber es gibt auch weniger Tschechen (von 0,74 auf 0,57 Prozent der Gesamtbevölkerung), Ukrainer (von 1,06 auf 0,91 Prozent) und Kroaten (von 1,88 auf 1,87 Prozent). Da eine überwiegende Anzahl der arbeitsfähigen Frauen der sieben Kroatenortschaften des Banater Berglands schon seit zwei Jahrzehnten im westeuropäischen Ausland – vor allem in Österreich – in Pflegediensten beschäftigt sind und in vielen der Kroatenfamilien die Angaben darüber nicht gern herausgerückt werden, sollte man die Resultate der Bevölkerungszählung 2011 bezüglich der Kroaten mit entsprechender Vorsicht betrachten.

Nuanciert wird diese Statistik durch die Muttersprachler. 272.040 Personen antworteten auf die Frage nach ihrer Muttersprache. 90,93 Prozent unter ihnen erklärten das Rumänische als ihre Muttersprache, 2,31 Prozent haben das Romanes der Zigeuner als ihre Muttersprache angegeben, 1,81 Prozent das Kroatische und 1,79 Prozent das Serbische. Insgesamt 7410 Personen haben das Ungarische (0,97 Prozent aller Antwortgeber), das Deutsche (0,90 Prozent) bzw. das Ukrainische (0,89 Prozent) als ihre Muttersprache angegeben. 0,71 Prozent aller Antwortgeber haben andere Muttersprachen genannt. Zur Konfessionsfrage haben sich 271.560 Personen geäußert. Demnach sind 88,31 Prozent rumänisch-orthodoxen Glaubens, 6,16 Prozent sind römisch-katholisch, 3,98 Prozent Baptisten, 3,31 Prozent Pfingstler, 1,45 Prozent serbisch-orthodox, 0,66 Prozent griechisch-katholisch/mit Rom uniert, 0,35 Prozent reformiert. Anderen Religionen gehören insgesamt 0,78 Prozent der Gesamtzahl der Antwortgeber an. Als Atheisten oder „ohne Religion“ erklärten sich 0,14 Prozent der Antwortgeber.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 16.07 2013, 16:25
Das ist doch gut so,das sich das entvölkert-.Wir warten noch ein paar Jahre.Dann geht da gar nix mehr.Und dann kommen die Deutschen wieder ,wie vor 1000 Jahren und machen es zu einer blühenden Landschaft. Dies geschieht so wie so schon sehr stark in der Landwirtschaft.Das Ausländer Farmen ins Leben rufen unds wirtschaftlich arbeit. Ausländische Farmen.Nicht inländische.So wie vor 1000 Jahren.Die Geschichte kehrt wieder zurück..

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