Banater Gedenktage 2018

Die Banater Autorin Kristiane Kondrat wird heuer 80

Mittwoch, 14. März 2018

Der vom IKGS an der Maximilians-Uni München ausgeschriebene Lyrik-Publikumspreis  der Zeitschrift „Spiegelungen“  ging zu Jahresende 2017 an eine aus Reschitza gebürtige deutsche Autorin: Die Lyrikerin und Prosaautorin Kristiane Kondrat (geboren 1938 in der Bersaustadt), die nun schon seit Jahren in Augsburg lebt und wirkt, begeht heuer ihren 80. Geburtstag. Der vorgenannte Preis wurde ihr für ihr Gedicht „Ufer“, zum Thema der Grenze und der existentiellen Unbehaustheit des Menschen, zuerkannt. Für dieses Gedicht hatte sich eine deutliche Mehrheit der online abgegebenen Stimmen ausgesprochen. Kristiane Kondrat   ist das Pseudonym der rumäniendeutschen Schriftstellerin Aloisia Bohn. Als Aloisia Fabry geboren, ihr Vater war ein Russlanddeportierter, besuchte sie die Grundschule und das Lyzeum in der Heimatstadt, darauf ein Studium der Germanistik/Rumänistik an der West-Uni Temeswar. Sie wirkte als Deutschlehrerin und anschließend als Kulturredakteurin der NBZ in Temeswar.1973 siedelte sie nach Deutschland aus. In der alten Heimat veröffentlichte sie Gedichte und Kurzprosa in der Literaturzeitschrift „Neue Literatur“, 1968 machte sie ihr Buchdebüt mit dem Gedichtband „Regenbogen“ im Jugendverlag Bukarest unter dem Namen Luise Fabri. In Deutschland debütierte sie dann 1974 unter dem Pseudonym Kristiane Kondrat mit einem Gedicht in der renommierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Als freiberufliche Journalistin war sie auch für die Kulturbeilage der Münchener Tageszeitung „Süddeutsche Zeitung“ tätig. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. In Deutschland veröffentlichte sie zum Teil auch ihre „Schubladenliteratur“ aus der Zeit des Kommunismus, wegen der Zensur im kommunistischen Rumänien nicht veröffentlichte Texte, so 1997 den Roman „Abstufung dreier Nuancen von Grau“, den Prosaband „Anastasius und andere Staatsbürger“ (2013), der kurze satirische Prosastücke und Parabeln über das Leben in der traurig-absurden Ceaușescu-Diktatur beschreibt. In dem Kurzprosaband „Vogelkirschen“ (2000) versucht sie die Erinnerung an das Banater Bergland, seine Menschen und ihre eigenen, gar nicht idyllisch zu nennenden Kinderjahre in Reschitza und im Banater Bergland wachzuhalten. Über die Gedichte von Kristiane Kondrat, anhand des Lyrikbandes  „Ein großer Buchstabe fällt von der Wand“ (2016), schreibt der aus dem Banat stammende Autor Franz Heinz: „Die Dichterin sieht sich selbst und uns lustlos eingebettet in alte und neuere Bedenklichkeiten und redet uns nicht zu, aber auch keineswegs an uns vorbei.“ 2011 wurde sie mit dem Förderpreis der Citee der Friedenskulturen (Lugano) für Lyrik geehrt. (bw)

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*