Banater Gedenktage 2018

200 Jahre seit der Geburt des Temeswarer Alt-Bürgermeisters Karl Küttel

Mittwoch, 21. Februar 2018

Die Gedenkplatte am Altbau, Tinereții-Boulevard Nr. 1 Foto: Zoltán Pázmány

Obwohl kein waschechter Temeswarer wird Karl Küttel in der Begastadt und im Banat zu jenen Stadtpersönlichkeiten neben Graf Mercy oder den verdienten Bürgermeistern Karl Telbisz, Josef Geml oder Stan Vidrighin gezählt, die einen entscheidenden Beitrag zum Werden Temeswars von der ehemaligen k.u.k.-Festung zu der modernen Stadt und heutigen Metropole Westrumäniens geleistet haben. Dr. Karl Küttel wurde vor 200 Jahren 1818 in Köszeg, Ungarn, als Sohn einer Apothekerfamilie geboren. Seine Vorfahren stammten aus England (Komitat Northampton). Sie flüchteten während des 100jährigen Krieges nach Frankreich, mussten aber auch Frankreich wegen den Religionskriegen verlassen und sich in Deutschland (Baden) und darauf in Ungarn niederlassen. Er studierte in Pest Recht und wurde nach Abschluss 1840 Rechtsanwalt in Temeswar, darauf 1849 Senator, 1855 Mitglied im Bankaufsichtsrat. 1859 wurde er zum Bürgermeister gewählt, er sollte dieses Amt mit Erfolg in zwei Amtszeiten, 1859-1861 und 1867-1872, bekleiden. Während dieser Amtszeiten wurde die Stadt zunehmend entmilitarisiert. Bürgermeister Küttel trieb außer den Infrastrukturvorhaben etliche weitere wichtige Stadtprojekte innerhalb der Festungsmauern oder außerhalb in den sich rasch entwickelnden Vorstädten voran. Während seinen Amtszeiten wurde der Prinz-Eugen-Platz, heute Freiheitsplatz, mit Blumen und Bäumen bepflanzt, in der gesamten Altstadt wurden die Gehwege bepflastert. Küttel gründete die Freiwillige Feuerwehr, die Pferdebahn, das heutige Nikolaus-Lenau-Lyzeum, einige Parks und Krankenhäuser der Stadt aber auch das im Stadtzentrum stehende monumentale Franz-Josef-Theater, heute Nationaltheater, Oper und Sitz des DSTT und des Ungarischen Theaters, wobei er zu diesem Bau großzügig eine hohe Geldsumme beisteuerte. Bis 1919 hieß der Mocioni-Platz (Josefstadt) Küttel-Platz, die Einwohner nennen ihn jedoch heute noch so. Hier wurde 2006 von der  Ciuhandu-Stadtverwaltung gemeinsam mit dem in Deutschland lebenden Urenkel Istvan Küttel eine Gedenkplatte (Text in drei Sprachen) zu Ehren des Alt-Bürgermeisters enthüllt. Auch in der Lenauschule gibt es eine Küttel-Gedenktafel. 2009 wurde eine Büste von Karl Küttel auch in der Allee der Persönlichkeiten im Zentralpark eingeweiht.

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