Banater Kulturerbe zwischen Ignoranz und Überbewertung

Ausbildungsetappe des Projektes beginnt morgen

Mittwoch, 25. Februar 2015

Das Projekt zum Schutz und zur Nutzung des Kulturerbes fokussiert sich auf die Ortschaften Herneacova, Fatschet, Herkulesbad, Karansebesch, Dubova (alle im rumänischen Banat) und auf Uzdin bzw. Kikinda in Serbien. Im Foto: Blick auf die Umgebung des weithin bekannten Kurortes Herkulesbad. Derzeit muss jedoch vor Ort viel in Sachen Bewahrung des Kulturerbes getan werden.
Foto: Zoltán Pázmány

Ein Projekt zur Entwicklung des Tourismus in der Grenzregion Rumänien- Serbien ist in der Etappe angelangt, in der eine Serie von fortbildenden Tätigkeiten durchgeführt wird. “Living Heritage“ heißt das Projekt, dass Ressourcen zur Entwicklung des Tourismus´ generieren soll. Finanziert wird es über das grenzüberschreitende IPA-Programm. Die Tätigkeiten mit didaktischem Charakter haben das Ziel, eine je höhere Anzahl an Personen aus dem rumänischen und serbischen Banat fortzubilden, um das Kulturerbe der Region sinnvoll zu nutzen. In den kommenden Wochen werden in diesem Sinn vier Serien an Fortbildungskursen organisiert. So veranstaltet die Temeswarer Westuniversität ab morgen eine sogenannte Winterschule, die Studenten, Schülern und jungen Lehrkräften aus Rumänien und Serbien gewidmet ist.  Grundsätzlich geht es dabei um Personal, das an Aspekten des Kulturerbes interessiert ist. Das Kulturerbe sei als Summe symbolträchtiger Orte, traditioneller Praktiken und Wertgegenständen zu messen und gelte außerdem als eine unerschöpfliche Quelle für einen kohärenten Lebensstil und nachhaltige Entwicklung, heißt es in der Pressemitteilung der Temeswarer West-Universität, die als Projektkoordinator steht. Dabei arbeitet sie mit dem Temeswarer Interkulturellen Institut, der IHK des Kreises Temesch und der Stadtverwaltung aus dem serbischen Kikinda zusammen.

Das Living-Heritage-Projekt habe den Bezug der lokalen Gemeinschaften aus dem historischen Banat zu ihrem Kulturerbe studiert, hieß es auf einer Pressekonferenz. Gradmesser war auch die Tatsache, dass das Kulturerbe vor Ort manchmal ignoriert wird, andermal wird es dann überbewertet oder unerwarteter Weise verändert. Dabei soll Wert darauf gelegt werden, dass den Teilnehmern an den Veranstaltungen mit auf den Weg gegeben wird, wie sie mit den Ressourcen umgehen sollen, die sich ihnen bieten.

In der Zeitspanne 2.-6. März wird das Interkulturelle Institut Temeswar im Kurortstädtchen Busiasch/ Buzias einen Lehrgang für Fremdenführer veranstalten. Parallel dazu organisiert die Temescher IHK einen Lehrgang für Fremdenführer in den Städten. Dabei wird Wissen zur Ortsgeographie  und -geschichte vermittelt, aber auch Folklore, Kultur und Zivilisation, Interkulturelle Kommunikation und sonstige Aspekte, auf die ein Fremdenführer im Alltag achten muss. In der Zeitspanne 9. – 13. März geht es in einen anderen Banater Kurort: nach Herkulesbad. Bei einem Lehrgang zur Nutzung des lokalen Kulturerbes sind auch Fachleute des Mihai-Eminescu-Trust zugegen.

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