Bankaktien leiden unter politischem Einfluss, Rüstungsaktien auf Höhenflug

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 05. September 2017

Die Bukarester Wertpapierbörse erlebte einen harten Dämpfer in den letzten August-Tagen, bei nahezu doppelt so hohem Umsatz wie in der Vorwoche. Fast alle wichtigen Indizes schlossen die vergangene Handelswoche mit satten Kursabschlägen. Der durchschnittliche Tagesumsatz lag bei umgerechnet 11,3 Millionen Euro, fast 93 Prozent mehr als die 5,85 Millionen Euro der Vorwoche. Der Hauptindex BET verlor auf Wochensicht 3 Prozent, dicht gefolgt vom BETPlus-Index mit einem Verlust von 2,97 Prozent. Erneut unter die in der Vorwoche überschrittenen Grenzen von 17.000 beziehungsweise 700 Punkten fielen der ROTX- und der Energiewerte-Index BET-NG. Einzig der Finanzwerte-Index konnte in der vergangenen Handelswoche zulegen: Das Plus betrug 0,67 Prozent.

Dass die Marktkapitalisierung einen Rückgang von knapp zwei Prozent verzeichnete, lässt auf eine allgemein schlechte Woche für die Börse schließen. Tatsächlich haben 43 Emittenten Kurverluste hinnehmen müssen; denen standen nur 17 Emittenten mit Kursgewinnen gegenüber. Dreistellige Kurssprünge inmitten einer schwierigen Woche verzeichneten die Industrie-Aktien Armătura (ARM, 0,251 Lei, ISIN ROARMAACNOR7) mit 19,5 Prozent, Aerostar (ARS, 4,45 Lei, ISIN ROAEROACNOR5) mit 19,9 Prozent und Electroputere (EPT, 0,0336 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) mit 12 Prozent. Die Verlierer der Woche waren ein Hotelbetreiber (Turism Felix SA, 0,226 TUFE, Lei, ISIN ROTUFEACNOR7) mit einem Minus von 8,5 Prozent, das Textilunternehmen sowie der Kunststoffher-steller Romcarbon (ROCE, 25 Lei, ISIN ROCNTEACNOR9) mit einem Verlust von 7,25 Prozent und zwei Banken: BRD und Banca Transilvania.

Politik drückt Kurse der Bankaktien...

Überaus unglückliche Äußerungen des Premierministers über die vermeintliche Gebührenpolitik rumänischer Banken führten in der vergangenen Woche zu einem Kurssturz bei Bankaktien. Auf Wochensicht verloren die Aktien der SocGen-Tochter BRD (BRD, 12,8 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) 7,1 Prozent und jene der Banca Transilvania (TLV, 2,28 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) 6,2 Prozent an Wert. Zwar hatte der Premierminister keine Bank ausdrücklich erwähnt, doch tragen derartige Äußerungen nicht zur Erholung eines ohnehin gespannten Verhältnisses der Verbraucher zu den Banken bei. Medien spekulierten über eine bevorstehende Überbesteuerung von Bankaktiva, ein verspätetes Dementi seitens der Behörden verschärfte die Lage zusätzlich. Während sich TLV-Aktien gegen Ende der Woche noch etwas erholten, blieben BRD-Papiere weiterhin auf dem durch die politischen Äußerungen beeinflussten niedrigen Stand.
Weiterhin besteht Unklarheit über die Zukunft der privat gemanagten Rentenbeiträge. Eine Fremdnutzung der mittlerweile mehr als 34 Milliarden Lei würde dem rumänischen Kapitalmarkt Kraftstoff entziehen, worunter auch Banken leiden würden. Gut möglich, dass in nächster Zukunft die Finanzwerte ebenfalls Korrekturen erleben werden, da diese an Banken beteiligt sind.

…und verhilft Rüstungsaktien zu neuen Hochs

Der Flugzeughersteller Aerostar hingegen hatte Grund zur Freude. Der Verteidigungsminister hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die rumänische Luftwaffe binnen drei Jahren mit 48 F-16-Jägern aus US-amerikanischer Produktion auszurüsten. Die Wartung dieser Militärmaschinen soll bei Aerostar in Bac˛u durchgeführt werden. Das beflügelte den Kurs der ARS-Aktien auf ein neues Allzeithoch von 4,78 Lei am vergangenen Donnerstag. Davon entfernten sich die Papiere zwar bis Ende der Handelswoche, dennoch reichte die Nachrichtenlage für einen Wochengewinn von 19,95 Prozent. Das hatten die Aktien auch nötig, denn die Halbjahresdaten sehen nicht so optimistisch aus: Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 25,21 Millionen Lei zurückgegangen, gleichzeitig ging der Umsatz um 4 Prozent auf 162,7 Millionen Lei zurück.

Devisen

Da der Euro angesichts der Ungewissheit über die Leitzinspolitik der US-amerikanischen Notenbank FED weiterhin auf internationalem Höhenflug ist, konnte sich auch der rumänische Leu dieser Entwicklung nicht entziehen. Gegenüber dem Euro verlor er in der vergangenen Woche wieder etwas an Wert. Analysten gehen von Eingriffen der rumänischen Notenbank aus, da der Wertverlust mit 0,16 Prozent sehr niedrig ausfällt. Gleichzeitig verlor der US-Dollar gegenüber dem Leu 0,6 Prozent in der vergangenen Woche. Demnach kostete ein Euro gestern 4,5935 Lei, während ein US-Dollar bei 3,863 Lei lag.

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