Barockherbst in Freck

Vierte Auflage des Kulturfestivals lockte mehrere hundert Besucher in die Sommerresidenz

Dienstag, 09. Oktober 2012

Die Reiter des Frecker Hofes Mătieş bei der Dressurvorführung in den ehemaligen Triangelgärten.

Gesellschaftstanz mit Blick auf die Orangerie.
Fotos: Holger Wermke

Freck - Von Herbst war noch nicht viel zu spüren. Kräftig schien die Sonne am Samstag und bescherte den Besuchern der Brukenthal´schen Sommerresidenz in Freck/Avrig spätsommerliche Temperaturen. Frauen in üppigen Barockkleidern wandelten über die Wege durch die Gärten, die renovierte Fassade der Orangerie leuchtete im Sonnenlicht, auf der Terasse vor dem Gebäude genossen Menschen entspannt die Atmosphäre bei einem Kaffee und einem Stück Apfelstrudel.

Es war wieder Zeit für den Frecker „Barockherbst“ in der historischen Parkanlage des früheren Gubernators Samuel von Brukenthal. „Das Rathaus organisiert seit vier Jahren diese Veranstaltung mit dem Wunsch, die Öffentlichkeit in die Brukenthal-Gärten zu locken“, sagte Bürgermeister Arnold Klingeis am Rande der Veranstaltung, „und dadurch auf das Kulturerbe, das die Stadt hat, aufmerksam zu machen“. In den vergangenen 10, 15 Jahren sei das Geschehen komplett zurückgegangen, weshalb es kaum ein Bewusstsein gebe für dieses Kleinod.

Das sich etwas tut auf dem Gelände, davon konnten sich die Besucher am Samstag überzeugen. Der private Pächter des Geländes renovierte in den vergangenen Monaten die Orangerie und richtete ein Restaurant ein, das sich um die Versorgung der Gäste kümmerte. Die zwei Festsäle boten den stilvollen Rahmen für Konzerte barocker Musik. Eingeladen waren die Ensembles „Quartett Eisenmarkt“, „Flauto Dolce“ mit Sopranistin Mihaela Maxim und der Chor „Camerata Vocalis“. Nicht ganz so zeitgemäß, aber unterhaltsam für die Zuschauer waren die Vorführungen der Hermannstädter Hundeschule sowie das Reitspektakel des Frecker Reiterhofes Mătieş. Die Reiter von letzterem zeigten ihr Können auf einen Sprungparcours sowie beim Bogenschießen vom Pferderücken und einer kleinen Dressur.

Viele Zuschauer hatten auch die sechs Paare der Hermannstädter Tanzschule „Forever Dance“, die das Rondell rund um den Brunnen unterhalb des Schlosses als Kulisse für ihre klassischen Tänze nutzten. Zum Tanz luden die Veranstalter dann auch am Abend, als um 21 Uhr der Barockball im großen Saal der Orangerie eröffnet wurde. Zuvor illuminierten die Feuerkünstler von „Crispus“ aus Hermannstadt/Sibiu den Park mit ihren rotierenden Fackeln.

Die Veranstalter schafften es, das historische Ambiente stimmungsvoll in Szene zu setzen. Kein Kitsch störte den Eindruck. Das Programm bot Abwechslung und für verschiedene Geschmäcker war etwas dabei. Einige hundert Besucher zählten die Organisatoren, auch aus dem 30 Kilometer entfernten Hermannstadt waren sie angereist, darunter Kreisratspräsident Ioan Cindrea, dessen Institution das Fest unterstützte. Leider kamen nur wenige Einheimische in den Park, diese fahren laut Bürgermeister bei schönem Wetter lieber ins nahe Frecker Tal. Die Veranstaltung besitzt jedenfalls noch einiges an Potenzial, und man kann eigentlich nur hoffen, dass die jetzt angestoßene touristische Erschließung des Barockensembles in diesem Sinne weitergeht.

Der „Barockherbst“ wurde in diesem Jahr in das laufende EU-Projekt „CultTour“ eingebettet. Mit den damit verbundenen Geldern soll nicht zuletzt auch für das Brukenthal-Ensemble ein tragfähiges Nutzungskonzept entwickelt werden. Über diese Entwicklung informierten Bürgermeister Klingeis, Hans Klein, Vorsitzender des Hermannstädter Forums, Cornelia Feyer, Geschäftsführerin der Brukenthal-Stiftung als Eigentümerin des Geländes, auch die Moderatoren der Sendung „Raluca und Răzvan“, die am Samstag im Park aufgezeichnet wurde.

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