Barrieren sind im Netz gefallen

Projekt zur Web-Zugänglichkeit für Blinde abgeschlossen

Mittwoch, 27. April 2016

Rund 30 Web-Seiten wurden infolge des Projekts für Sehbehinderte optimiert.

Webseiten müssen bunt, leserlich und vor allem informationsreich sein, doch hören sie sich auch gut an? Nur wenige Web-Designer machen sich Gedanken über die Barrierefreiheit ihrer Seiten. Ein neues Programm für Web-Zugänglichkeit wurde im letzen Jahr in Westrumänien umgesetzt. Dabei wurden Fachleute und Institutionen darauf aufmerksam gemacht, ihre Webseiten auch für Menschen mit Sehbehinderung zu entwickeln. Nun sind es fast 30 Webseiten von öffentlichen Institutionen aus ganz Rumänien, die für Sehbehinderte zugänglicher gemacht wurden.

Die EOS-Stiftung hat im Vorjahr in Zusammenarbeit mit dem Verein für Integration der Menschen mit Behinderung und dem Verein der Blinden aus Rumänien ein Projekt für ein barrierefreies Internet gestartet. In der Zwischenzeit wurden Institutionen geschult, ihre Webseiten für Menschen mit Sehbehinderung anzupassen. „Un web accesibil pentru to]i“ (auf Deutsch: „Ein für alle zugängliches Web“) wurde in den Verwaltungskreisen Arad und Temesch durchgeführt, es soll aber eine landesweite Verbreitung finden. Insgesamt 39 Webseiten von öffentlichen Institutionen wurden von Web-Fachleuten geprüft und die Einhaltung der EU-Richtlinien zur Barrierefreiheit WCAG 2.0 unter die Lupe gestellt.

„Es ist bereits bewiesen worden, dass Leute mit Behinderung das Internet, mehr als der Durchschnittsmensch, benutzen müssen. Damit dies auch effizient ist, sollen die Webseiten für diese Leute speziell konzipiert werden“, sagte die Projektmanagerin Gabriela Barna, als das Projekt begann.

Infolge der Änderungen werden nun etwa 4000 Menschen mit Sehschädigung im Internet ohne Ausgrenzung surfen können. Mitte März wurden sogar Auszeichnungen für die besten barrierefreien Webseiten verliehen. Den ersten Platz belegten die Sozial- und Kinderschutzämter in der Verwaltungskreisen Arad und Temesch. Den zweiten Platz teilten sich die Universität „Aurel Vlaciu“ in Arad und das Temescher Kreiskrankenhaus. Dritte wurden die Webseiten des Arader Arbeitsamtes und der West-Uni Temeswar.

Doch die Folgen des Projektes sollen nachhaltig sein. Alle Webseiten müssen demnächst in Rumänien barrierefrei gestaltet werden. Dabei wurde auch eine „Einführung in der Erreichbarkeit des Webs“ erstellt, so dass Web-Developer Schritt für Schritt auf dem Weg zur Barrierefreiheit im Web begleitet werden. „Ein blinder Internet-Benutzer hat daran gearbeitet. Dieser Führer soll bei der Erstellung von zugänglichen Webseiten nützlich sein“, heißt es in der Einführung, die von der Webseite ww.e-accesibilitate.ro kostenlos abgerufen werden kann.

Das Projekt wurde durch die Fonds SEE 2009-2014 in Rumänien finanziert. Die Kosten betrugen mehr als 72.000 Euro.

 

 

 

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