Baufirma wurde verjagt

Bürger von Răşinari wollen bei Quellwasser und fehlender Kanalisation bleiben

Mittwoch, 26. März 2014

Durch die engen Gassen von Răşinari führt der Weg auf die Hohe Rinne/Păltiniş.
Foto: Wikipedia

Hermannstadt - Protestiert wurde auch am Sonntag erneut in dem Bergdorf Răşinari bei Hermannstadt/Sibiu und zwar gegen das Einführen des Wasser- und Kanalisationsnetzes. Die Proteste erfolgen seit dem 11. März, als die Arbeiten beginnen sollten und die Baufirma vorerst verjagt worden ist. Nun drohen die Bürger des Ortes damit, eine Volksbefragung zu organisieren und Bürgermeister Bucur Bogdan abzusetzen. In das Dorf wurde 1963 das Wasser aus mehreren Quellen geleitet und eine Wasserzufuhr gesichert, wofür die Leute 24 Lei pro Jahr zahlen. Das Geld hat für die Instandhaltung der Leitungen, deren Legen die Dorfbewohner mit gesichert hatten, nicht gereicht und wurde aus dem Haushalt des Ortes aufgestockt. Die Wasserzufuhr wird nun von SC Apă Canal SA übernommen, dem Dienstleistungsanbieter für alle Ortschaften, die Mitglied im Hermannstädter Wasserverband sind. Das Hermannstädter Wasserunternehmen ist der Umsetzer des regionalen EU-Projekts zum Ausbau und der Modernisierung des Trinkwasser- und Kanalisationsnetzes, dessen Träger der Wasserverein ist. Răşinari trat dem Verband 2007 bei, der Masterplan zur Wasser- und Kanalisationseinführung stand im November 2008 zur Debatte. Diskutiert wurden damals die Varianten, das Trinkwasser aus den Quellen bei Răşinari zu behalten oder es aus dem Zoodt/Sadu via Heltau/Cisnădie zu bekommen. Die letztgenannte Alternative ist billiger, weil dort ein Wasserwerk gebaut wird, ansonsten hätte man eine Behandlungsstation auch in Răşinari errichten müssen, erklärte Bürgermeister Bogdan gegenüber lokalen Medien. Damals hätten sich die Bürger nicht geäußert. Laut Projekt, soll die Trinkwasserzufuhr nun allerdings aus dem Stausee in Gura Râului gewährleistet werden. 

Für das Einführen des Wasser- und Kanalisationsnetzes im Heimatdorf von Octavian Goga und Emil Cioran sind über 28 Millionen Lei aus europäischen Fonds vorgesehen. Um die Dienstleistung zu sichern sind weitere Arbeiten, darunter das Sanieren der Wasserstation im Süden von Hermannstadt, notwendig. Auch muss eine Sammelanlage mit Pumpstation für das Abwasser gebaut werden, um das verbrauchte Wasser zur Kläranlage nach Mohu leiten zu können. Mit dem Ausbau der Leitungen und Verbessern der Dienstleistungen verbunden ist eine Kostenerhöhung, gegen die sich die Bürger von Răşinari wehren. Ihrer Ansicht nach reicht die derzeitige Wasserqualität, die Gesundheitsdirektion meint, es sei nicht trinkbar. Über eine Kanalisation verfügt das Dorf nicht, ein Teil der Häuser haben eigene Sickergrube, andere leiten das Abwasser in den Bach, was die Behörden bislang geduldet haben.
Beginnen sollten die Arbeiten an acht Straßen, ersteigert hatte das Umsetzen die Firma Geiger Transilvania, die Genehmigungen waren alle eingeholt. Das Trinkwassernetz soll 19,5 Kilometer und das Kanalisationsnetz 16,4 Meter umfassen, desgleichen muss eine Pumpstation für die Abwässer und andere Anlagen errichtet werden. Das Bauunternehmen hat den Auftraggeber SC Apă Canal über die Verhinderung der Arbeiten informiert und hofft, dass man mit Unterstützung der Kreisbehörden zu einer Lösung findet.  

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 26.03 2014, 22:57
die ganze Scheiße geht in den Bach und keinen störts. Nein, man protestiert sogar gegen einen Kanal, weil das würde ja ein bisschen was kosten, obwohl man den größten Teil sowieso von der Europäischen Union geschenkt kriegt. Nein, solche Geschenke wollen sie nicht.

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