Bauingenieure mit ambitionierten Plänen

Deutschkenntnisse verhelfen ihnen zur erfolgreichen Karriere

Freitag, 29. Juni 2012

Andrei Firus (r.) und Victor Sturza (l.) erarbeiteten zusammen eine umfassende Diplomarbeit. Darin ging es um die Wieder-Ertüchtigung der Marosch-Brücken aus Ilia und Lippa.

„Wir haben den Nachweis durchgeführt und danach einige Ertüchtigungsmaßnahmen vorgeschlagen“, beschreibt der aus Petroschen/Petroşani stammende Andrei Firus ihre Vorgehensweise. Die Marosch-Brücken in Ilia, Kreis Hunedoara, und Lippa/Lipova, Verwaltungskreis Arad, sollen nach der Sanierung wieder in Betrieb genommen werden. Für die Brücke in Lippa haben die beiden Studenten ein interessantes Konzept ausgearbeitet, so Prof. Radu Băncilă. Die Brücke soll nur als Fußgängerbrücke genutzt werden. Auf der erneuerten Struktur könnten verschiedene Events stattfinden, es können aber auch ein touristisches Infozentrum, ein kleines Restaurant oder ein Café eingerichtet werden.  Den Gehsteig sollen Blumentöpfe mit Zierpflanzen verschönern. Eine Kunstbeleuchtung der Brücke ist ebenfalls vorgesehen. Die Brücke in Ilia, da sie parallel mit der Nationalstraße DN7 verläuft, soll für den Verkehr verstärkt werden und in Notfällen als Alternative dienen.

Die beiden Stahlbrücken seien vor allem historisch wertvoll, so Prof. Radu B²ncil². Historische Brücken sind das Steckenpferd des ehemaligen Leiters der deutschsprachigen Abteilung für Bauingenieurwesen. „Leider geht der aktuelle Trend in Richtung Neubau zum Nachteil der Sanierung. Dem wollen wir entgegenwirken“, sagte Radu Băncilă. Zu diesem Zweck soll ein gemeinnütziger Verein entstehen, mit dem Namen: „Rettet unsere Brücken“. Der Verein bietet den juristischen Rahmen für die Fonds-Heranziehung, soll aber vor allem die Behörden von der Bedeutung dieser Brücken überzeugen.

„Stahlbau ist ein wichtiger Teil des Bauingenieurwesens, deswegen möchten wir auch in Zukunft in diesem Bereich arbeiten“, sagt Victor Sturza. Der Student aus Kischinau/Chişinău in der Republik Moldau ist Stipendiat des rumänischen Staates. Zusammen mit Andrei Firus und der Absolventin Silvia Poinar wird er ab Herbst an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz weiterstudieren. Andrei Firus wird in Konstanz nicht nur sein Master machen, sondern dort parallel auch als Assistent des Dekans arbeiten. Die jungen Bauingenieure steuern gegen den Trend. Sie haben zwar vor, sich im Ausland weiterzubilden, wollen aber in einigen Jahren wieder nach Rumänien zurückkehren, um das angeeignete Know-How in ihrer Heimat anzuwenden. „Ich möchte unbedingt Erfahrung sammeln und eine erfolgreiche Karriere in meinem Heimatland haben“, sagt Andrei Firus. „Auch ich würde nach dem Doktorat nach Moldawien zurückkehren“, fügt Victor Sturza hinzu.

Das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland prämiierte auch in diesem Jahr die besten Studierenden. Den ersten Preis erhielt die Jahrgangsbeste Andreea Podaru. Die Diplomarbeit von Andrei Firus und Victor Sturza wurde zwar als die beste von allen Abschlussarbeiten bewertet, die beiden erhielten jedoch den zweiten Preis, weil auch die Abschlussnoten der Studienjahre in Betracht gezogen wurden. Die originellste Arbeit – an der TU München erarbeitet - stellte in diesem Jahr Simina Roşa vor, die zusammen mit Cristian Rădulescu an der TU München ihren Master machen wird.

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