Bayerischer Bauindustrieverband auf Rumänienbesuch

Die Delegation machte einen Zwischenstopp in Temeswar

Mittwoch, 23. Juli 2014

Fachkräftemangel wird zum weltweiten Problem. Nicht nur Bauingenieure werden gesucht. Auch Handwerker werden immer seltener. Foto: Zoltán Pázmány

Der neue Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, Thomas Schmid, besuchte Mitte Juli erstmals in seiner neuen Funktion Temeswar/Timisoara. Schmid wurde von Mitgliedern des Verbandes sowie seinem Vorgänger Gerhard Hess begleitet. Zwei Tage lang weilte die Delegation in Temeswar bevor sie nach Hermannstadt weiterreiste. Hauptgrund ihres Besuches ist die Kooperation zwischen der TU München und der Abteilung für Bauingenieurwesen in deutscher Sprache an der Politehnica. Der Bayerische Bauindustrieverband vergibt Stipendien an rumänischen Studenten, damit sie in München an der Technischen Universität ihr in Rumänien begonnenes Studium fortsetzen und abschließen können. Durch die Kollaboration erhalten die Studenten einen doppelten Bachelor-Abschluss. Der Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Universitäten wurde 1993 abgeschlossen.

Laut der aktuellen Studie "Fachkräftemangel 2014" des Personaldienstleisters ManpowerGroup, haben 40 Prozent der deutschen Unternehmen Rekrutierungsprobleme. Es fehlt besonders an Handwerkern, Ingenieuren und Managern. Deutsche Unternehmen müssten dringend Initiative ergreifen, damit sie den Wettbewerb um Fachkräfte nicht verlieren, so Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Der Großteil der Studenten, die ihr Studium an der Abteilung für Bauingenieurwesen beginnen und dann nach München gehen, bleiben in Deutschland, weil die Unternehmen mit attraktiven Stellenangeboten locken. Anfang Juli erhielten Ilisie Lucian und seine Kommilitonin Firan Mirabela ihr rumänisches Bachelor-Diplom. Seit Herbst 2013 hatten sie bereits das deutsche in der Tasche und machen schon ihren Master in Deutschland. Zurück nach Rumänien wird es sie kaum verschlagen, zumindest nicht in den nächsten Jahren.

Sie stellen nur einen Bruchteil der erforderlichen Fachkraft dar. Das meint auch Thomas Schmid. In vielen Branchen wandern besonders aus Spanien viele junge Menschen zu.

Werner Schmölzl, geschäftsführender Gesellschafter Gebr. Schmölzl GmbH & Co.KG, bietet Abiturienten aus Rumänien eine Lehre in seinem Unternehmen an. Derzeit bietet die Baufirma Lehrstellen zum Stahlbeton-/Betonbauer, Straßenbauer, Rohrleitungsbauer , Land- und Baumaschinenmechaniker und Bauzeichner an. Mit den angeworbenen Abiturienten aus Rumänen hat Schmölzl gute Erfahrungen gemacht. Sie seien fleißig und würden auch gute Noten erzielen.

Ein wichtiges Kriterium für Schmölzl ist, dass die Kandidaten gut Deutsch können. Als Ingenieur könne man sich noch mit Englisch durchschlagen. Doch wer als Beton- oder Straßenbauer in Deutschland später arbeiten möchte, muss die deutsche Sprache beherrschen.

Was die Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten betrifft, möchte der Bayerische Bauindustrieverband die Förderung ausbauen. „Diese Kooperation blüht und gedeiht und sie kann darum intensiver werden“, so Schmid. „Darum möchten wir uns einen Überblick verschaffen: Wo stehen wir mit diesen Stipendien, wo stehen wir mit dieser Ausbildung und wir möchten schauen, wie wir diese in der Zukunft weitergestalten können.“

 

    

 

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