Beamtenapparat will streiken

Dienstag, 03. März 2015

Reschitza – Auf seiner jüngsten Pressekonferenz zeigte sich der Kreisratsvorsitzende von Karasch-Severin, Sorin Frunzăverde, solidarisch mit den öffentlichen Beamten, die jüngst einen halbstündigen Warnstreik hatten und gegenwärtig Unterschriften für einen Generalstreik sammeln: „Sie sind in der Tat, vor allem im Vergleich zu den Beamten des Zentralen Verwaltungsapparats aller Ebenen, sehr schlecht bezahlt und sie haben ein sehr großes Arbeitsvolumen zu bewältigen“, sagte Frunzăverde. „Ich kann ihnen nur Recht geben und mein volles Verständnis für die Tatsache ausdrücken, dass sie für eine bessere Entlohnung kämpfen.“

Ihm falle es leicht, Vergleiche zwischen einer kommunalen oder regionalen Administration und ihrem Beamtenapparat anzustellen sowie dem Beamtenapparat eines Ministeriums. Denn in zwei der Ministerien, denen er in seiner bisherigen politischen Karriere vorstand, musste er Postenstreichungen durchführen und er habe  Rechenschaft gegeben, dass in den Ministerien „viel auf Scheinarbeit“ beruhe. Konkret: nach Entlassungen habe er nie den Eindruck gehabt, dass es in einem der damals von ihm geleiteten Ministerien an Personal mangele oder dass die Verbliebenen mit Arbeit überlastet seien, während er solche Effekte in seiner Zeit als Kreisratschef oft feststellen musste, vor allem in den Zeiten der von der Regierung Emil Boc aufgezwungenen Einstellungsstopps. 

„Wir sind in diesem Land mit dem EU-Beitritt auch eine Art Verpflichtung eingegangen, den sowieso aufgeblähten Beamtenapparat von Brüssel irgendwie zu kopieren“, sagte Sorin Frunzăverde, „aber wir haben wieder mal eins draufgesetzt: wir haben etwas sowieso schon Aufgeblähtes nochmal überbläht. Im Endeffekt entstand so auf der Zentralebene ein Beamtenapparat, der nicht nur übergroß, sondern auch verhältnismäßig gut bezahlt ist. Und ich bleibe immer wieder bei dem Eindruck, dass der zentrale Beamtenapparat massiv auf Kosten der schlecht bezahlten und mit Arbeit überschütteten kommunalen und regionalen Beamtenschaft lebt.

Deshalb stimme ich der gegenwärtigen Protestbewegung dieser Beamtenschaft zu, mit welcher der Bürger in Direktkontakt steht. Aus meiner Sicht haben sie völlig recht. Die der öffentlichen Meinung aufoktoyierte Sicht, dass der Beamtenapparat auf kommunaler und regionaler Ebene eine privilegierte Schicht ist, ist völlig falsch. Und was in Rumänien seit 2007, dem Jahr des EU-Beitritts, in Wirklichkeit geschah, ist eine Megabürokratisierung der sowieso stark ausgeprägten bürokratischen Tendenzen.“

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