Begehrte Fibeln

Friedrich Philippi stellte am Montag die Schulbuchsammlung im Teutsch-Haus vor

Mittwoch, 27. November 2013

Friedrich Philippi veranschaulichte die Ideologisierung der Schulbücher seit dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Auf die Fibeln muss ich am meisten aufpassen“, meint Friedrich Philippi schmunzelnd. Viele Leute, die die Sammlung siebenbürgischer Schulbücher im Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch besuchen, sind auf der Suche nach den ersten Lesebüchern ihres Schullebens und manche sind versucht, diese in ihre private Sammlung zu überführen. Doch Philippi achtet genau darauf, dass aus der rund 8000 Bände umfassenden Bibliothek kein Buch verloren geht. Schließlich hat er viel Energie und Zeit darauf verwendet, die Bücher seit 1992 zusammen zu tragen  und den Bestand zu systematisieren, wie er am Montagabend im Teutsch-Haus berichtete.

Vor 40 Besuchern stellte Philippi die Sammlung, die seit 2012 auf Beschluss des Landeskonsistoriums, auch seinen Namen trägt, erstmals der Öffentlichkeit vor. Begonnen wurde mit der systematischen Sammlung von Schulbüchern auf Initiative des damaligen Bezirksdechanten Michael Schuller, zeitgleich mit der Sicherung der Archive evangelischer Kirchengemeinden. Die Bestände der Schüler- und Lehrerbibliotheken wurden separiert und zuerst im Archivbüro des Hermannstädter Bischofspalais´ und später auf der Empore der Johanniskirche gelagert, bevor sie in die jetzigen Räume im Teutsch-Haus kamen.

Die Sammlung umfasst in Siebenbürgen erschienene, deutschsprachige Schulbücher aus allen unterrichteten Fächern, neben Deutsch, Erdkunde oder Geschichte auch Fachbücher für Biologie, Mathematik, Physik oder rumänische Sprache. Daneben sammelt Philippi auch die Vorbereitungsliteratur der Lehrer, von der ein Großteil in Österreich und Deutschland erschienen ist. Forscher oder interessierte Besucher können die zur Transilvanica-Bibliothek gehörende Sammlung nutzen.

Eine umfangreichere Sammlung von deutschen Schulbüchern aus Siebenbürgen wird nach Angaben von Philippi vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig aufbewahrt. Von der dort tätigen Schulbuchforscherin Dr. Gisela Teistler stammt das bislang einzige Nachschlagewerk zum Thema „Deutsche Schulbücher aus Siebenbürgen und anderen Regionen des heutigen Rumäniens – erschienen bis 1945“. Weitere Bücher sammelt auch die Bibliothek des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim auf.

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