Bei Großsanierung: Gebührensenkung oder Steuerfreiheit

Robu fordert Gesetz zur Unterstützung Temeswarer Geschäftsleute

Freitag, 11. Juli 2014

Das Zai-Caféhaus verlagerte seine Tätigkeit an einen für Passanten freundlicheren Ort auf den Opernplatz.
Foto: Zoltán Pázmány

Eine Entspannungsoase, vor allem an heißen Sommertagen der perfekte Zufluchtsort – das war bis vor einem Jahr der Domplatz in Temeswar/Timişoara. Es war der Lieblingsort der Temeswarer, die sich am Abend oder am Wochenende auf einer Terrasse entspannten, dabei eine eiskalte Limonade, einen Kaffee oder einfach ein Bier mit den Freunden tranken. Währenddessen liefen auf einer Leinwand die wichtigen Fußballspiele des Sommers. All das scheint aber im Moment nur eine schöne Erinnerung zu sein, an das, was der Domplatz grundsätzlich anzubieten hatte. Nun ist der Platz eine riesengroße Grube, umringt von Bergen aufgestapelter Pflastersteine und ausgehobener Erde. Die Dauerbaustelle in der Innenstadt von Temeswar/Timişoara ist derzeit der Alptraum der Unternehmer, die ihre Geschäfte hier führen. Viele mussten in den letzten Monaten ihre Geschäfte lahm legen, an andere Stellen verlagern oder ihre Tätigkeit einschränken. 

Vor einigen Wochen beantragte der Domplatz-Verein, der mehrere Unternehmer und Geschäftsleute aus der Gegend der Temeswarer Innenstadt vereint, Hilfe seitens des Bürgermeisteramtes (die ADZ berichtete). Sie forderten die Senkung der Gebühren oder zumindest eine kleine Hilfe, damit ihre Geschäfte die Innenstadtsanierung überleben, hieß es im offenen Brief, der beim Bürgermeister Nicolae Robu persönlich eingereicht wurde. Robu konnte damals nur mit den Schultern zucken und bedauern, dass er dagegen nichts tun könne. Die Forderung des Domplatz-Vereins blieb aber vom Temeswarer Bürgermeister nicht unbeachtet. Robu könne diese Schwierigkeiten der Geschäftsleute verstehen, jedoch gibt es derzeit keine legale Möglichkeit, diese Unternehmer von gewissen Gebühren und Steuern zu befreien, hieß es. Es soll demnächst aber einvernehmlich eine Lösung gefunden werden, ließ der Bürgermeister wissen. „Wir suchen derzeit nach einer Möglichkeit, diesen Geschäftsleuten entgegenzukommen. Gesetzlich haben wir noch keine Lösung“, sagt Bürgermeister Nicolae Robu. So kündigte er vor Kurzem an, dass er eine helfende Hand reichen möchte und verspricht, persönlich mit den Temescher liberalen Abgeordneten zu reden, im Rumänischen Parlament eine Gesetzesinitiative dafür zu beantragen.

Das neue Gesetz soll nicht nur den Geschäftsleuten in der Innenstadt behilflich sein, sondern auch denjenigen, die ihre Geschäfte auch an anderen von Sanierung und Umgestaltungen betroffenen Stellen haben. An der Mareşal-Constantin-Prezan-Straße, zum Beispiel, führt derzeit die Temeswarer Gesellschaft für Wasserbewirtschaftung Aquatim umfangreiche Arbeiten durch. Die Baustelle blockiert die Einfahrt in eine Autowäscherei, die deswegen keine Kunden empfangen kann. So musste die Autowaschanlage geschlossen werden. Der Besitzer der Autowäscherei befürchtet aber, dass bis die Arbeiten hier vollendet werden, ihr Geschäft pleite gehen wird. Pleite gingen auch viele Unternehmen in der Temeswarer Innenstadt. Die Generalsanierung mit den Haufen Bauschutt, Gruben und Gräben hält Kunden und Passanten überhaupt vom Domplatz und dessen unmittelbarer Nähe fern. So haben Caféhäuser, Restaurants oder kleine Läden ihre Lokale zeitweilig geschlossen oder die Geschäftstätigkeit für den Moment eingeschränkt. In den letzten Monaten haben mehrere bekannte Caféhäuser und Geschäfte, darunter Café Eclipse, das Restaurant Insieme, der Maximus-Club und das Baroque-Café, zeitweilig ihre Lokale geschlossen. Andere schränkten ihre Tätigkeit ein, darunter der Antiquitätenladen Andreas, das Time Café und das Bierhaus.

In ganz Temeswar sind derzeit etwa hundert Baustellen eröffnet worden. Viele der Arbeiten sind sehr umfangreich und auf Dauer. Einige Geschäftsleute am Domplatz fanden schnell eine Alternative an anderen umsatzstarken Stellen der Stadt. Das Zai-Café ist eines davon – das Caféhaus in der Mercy-Straße in unmittelbarer Nähe des Domplatzes verlagerte seine Tätigkeit auf den Opernplatz. Auch das Eclipse-Café am Domplatz hat nun auch auf dem Gelände vor der Theresien-Bastei geöffnet.

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