Beispiellose Wahlbeteiligung der Auslandsrumänen

Tausende Menschen warteten stundenlang in Kälte und Regen

Montag, 17. November 2014

Bukarest (Mediafax/ADZ) – Laut Mitteilung des Zentralen Wahlbüros (BEC) haben Sonntag 378.811 Diaspora-Rumänen ihre Stimme abgegeben, im Vergleich zu den 160.000 im ersten Wahlgang. Eingerichtet waren 294 Wahllokale, diese reichten nicht aus, so dass es für die meisten eine stundenlange Anstrengung bedeutete, bei Wind und Regen bis zu den Urnen vorzudringen.

In London hatten sich die Rumänen bereits Samstagabend in die Reihe gestellt, Sonntag Früh gab es Schlangen in Paris, München, Wien, Madrid, Barcelona und anderen Städten. In Turin hat das rumänische Konsulat die Polizei zur Unterstützung herbeigerufen, weil die Schlange über einen Kilometer lang war. In München haben die Leute auch sechs-sieben Stunden gewartet.

BEC gibt die Zahlen der Wähler an, die Montag früh bereits vorlagen: Italien – 96.724, Spanien – 83.153, Republik Moldau – 35.650, Großbritannien – 25.930, USA – 17.710, Deutschland – 17.510, Frankreich – 16.114 u. a.

Der während dieser Diaspora-Krise ernannte Außenminister Teodor Meleşcanu konnte zwar erreichen, dass „drei Mal mehr Auslandsrumänen wählen konnten als im ersten Wahlgang“, eine grundlegende Verbesserung herbeigführen (mehr Wahllokale, Verlängerung der Wahlzeiten) konnte er jedoch nicht. So wurde von mehreren Seiten sein Rücktritt gefordert.

Kommentare zu diesem Artikel

romana, 18.11 2014, 23:06
@norbert: die Hermannstädter lieben ihn, er hat dort einen top Job geleistet und er hat es auch zum Präsidenten geschafft - also kann es gar nicht so verkehrt sein, wie er das macht. Vielleicht ist gerade das sein Erfolgsrezept - ein anderer Ansatz, weg von alt bekannten Mustern und Denkweisen. Darüber kann jeder von uns mal nachdenken ;)

Lasst uns beim Thema bleiben: Rumänen mit Kinder haben behauptet, dass sie in München an der Schlange für Familien standen und dass ihnen, als sie drinnen waren, gesagt wurde, nur ein Elternteil dürfe wählen, der 2te hätte sich in die andere Schlange stellen sollen. In dem Fall hat die Frau gewählt weil der Mann überlegt hat sich tatsächlich noch einmal an zu stellen. Hat sonst jemand Ähnliches gehört.
Das ist sowas von Schikane ... ohne Worte
Und mich würde furchtbar interessieren ob die Wahllokale in der Republik Moldau nach dem gleichen Prinzip wie Torino, Paris, München, etc. aufgestellt waren.
norbert, 18.11 2014, 14:32
Ein Messi bei Barcelona das passt. .ein Messi bei 1.F.C.klau mich tot bukarest ist viel zu schade. Es ist ehrenwert das der Herr Johannis sich das antut. Die rumänische Regierung ihre Ministerien und Verwaltung führen Rumänen. Der Johannis geht mit deutschem Kopf an die Sache. .Deswegen ist seine kernausage nicht die Wirtschaft.sondern die Gerechtigkeit. .koruption und Stärkung der Justiz. Während der rumänische Kopf. .der Wähler will das in ihrem Geldbeutel mehr drin ist. So erlebt man die Rumänen. Spricht man mit einem Rumänen dann fragt er..was kriege ich. .und nicht was tue ich. Der spricht wie er denkt. Deutsch. Ich tue und dann Ernte ich. .das machen die Rumänen in der breite nicht. Sie verlassen das Land. Deswegen werden der deutsche Johannis und das rumänische Volk aneinander vorbei laufen.der Herr Johannis ist 10 ne. Zu groß für diese rückständige Politik und Verwaltung. .ein Messi passt zu Barcelona aber nicht zu 1.F. klau mich tot bukarest.
Manfred, 18.11 2014, 13:55
Was die Auslandsrumänen da geleistet haben,dafür muß sich jeder in Rumänien bedanken,ob gebildet,ungebildet,Sachse,Schwabe,Zigeuner..
Das es allgemein große Defizite im Bildungssystem gibt,ist Johannis ganz sicher bekannt.Bis jetzt war das nicht sein Problem,aber ab dem 22.12. wird das sicher eine seiner Hauptaufgaben..
Chris, 18.11 2014, 12:59
Ich finde das auch schade, dass wieder einmal dieser alte Hut wer denn gebildeter usw. ist Sachsen/Banater Schwaben oder Rumänen von manchen Leuten hier ausgekramt wird. Jemand der so etwas sagt schiebt sich schon selbst in eine gewisse Schublade und gibt jedem einen klaren Einblick auf welchem Niveau sich derjenige bewegt.
Die Rumänen haben entgegen der Befürchtungen mit dieser Wahl gezeigt, dass die ethnische Herkunft oder Religion keine Rolle spielt, sondern das für die Zukunft angebotene Programm und auch das bisher geleistete. Da sind sie Ihnen, Gerhard, offensichtlich weit voraus.
Das halte ich für beispielhaft für viele andere Nationen in Europa. Ich für meinen Teil würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass ein Türke in Deutschland Kanzler werden kann, ein Inder in UK Premierminister, ein Farbiger in Frankreich Präsident usw.
romana, 18.11 2014, 00:35
ich weiß nicht, warum mich grade die Kommentare zum Bildungsstand zwischen Rumänen und Sachsen hier so sehr stört, denn das Thema ist ja ein anderes. Jedenfalls wollte ich noch bemerken, dass man das nicht verallgemeinern kann. Wer heute um die 60 ist und 7bürger Sachse, dessen Eltern waren Russland Deportierte. Die hatten in der nächsten Generation keine Chance auf Hochschule. Diejenigen hingegen die eine Oma haben, die heute um die 60 ist, die haben fast alle auch studiert, die Sachsen. Ausnahmen bestätigen die Regel aber bei den Rumänen war der Schnitt konstanter über die Jahre. Meine Meinung ..
norbert, 18.11 2014, 00:16
Herr Gerhard sie sind von allen Schreibern dieses forum am nächsten der Wahrheit. Der Herr Johannis ist viel zu schade für die Rumänen. Ich traue dem Herr Johannis viel zu
den Rumänen wenig. Eine Sache ist aber gut aus deutscher Sicht. Jetzt wird deutsch gesprochen. Über die Rückführung der Romas aus Deutschland nach Rumänien. Das werden die angie und der Johannis schon machen.
Peter, 17.11 2014, 23:46
@Gerhard Mir steht es sicher nicht zu über den Bildungsstand von Sachsen vs.Rumänen insgesamt zu urteilen, so dass ich es jetzt mal wie Johannes mache und mich nicht auf ein Pota-mäßiges Niveau herab lasse in meiner Antwort. ;-) Nur so viel: Ich kann das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und auch in meinem (gemischt sächsisch-rumänischen) familiären Umfeld überhaupt nicht bestätigen. Eher umgekehrt: In unserem Freundes- und Bekanntenkreis hier in Deustchland haben eher die Rumänen einen höheren Bildungsstand als die Sachsen...
Gerhard, 17.11 2014, 22:33
Schon bemerkenswert der Sinneswandel der Rumänen. Ist es ihnen nun auch bewusst geworden wie unfähig sie sind ? Mit Ausnähme einer kleinen intelligenten Elite ist das Volk ungebildet , unzivilisiert u skrupellos . In den 60er-90er waren die Gebiete am wirtschaftlichsten wo die deutsche Minderheit lebte ( u ungarische) Das gute Zusammenleben der Diversen Nationalitäten wurde durch die Ceausescu Propaganda jedoch zunichte gemacht u schlug in Hass auf uns Deutsche um. Das anschließende Chaos u Verfall der Werte im Land , mitunter entstanden durch das abwandern der Deutschen ist bekannt .Deswegen ist das Wahlergebnis eine Genugtuung für mich , denn es zeigt das Scheitern der Rumänenischen Ideologie u zugleich die große Bedeutung der Deutschen in meiner Heimat
Tourist, 17.11 2014, 21:23
@Peter: das wichtigste ist, dass nun jemand Präsident ist, der nicht leichtfertig Amnestie-Verfügungen für politische Freunde unterschreibt, die ein wenig mit der Justiz Probleme haben. Allein das reicht schon und wird Ponta und seinen politischen Ziehvätern (die sich nicht ohne Grund in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen können und deshalb so einen Jungspund als Marionette vorschicken) viele schlaflose Nächte bereiten.
Peter, 17.11 2014, 17:05
Das kann man wohl sagen. Meine Freundin (Rumänin) und ich (Deutscher) standen gestern geschlagene 7 Stunden (14:00-21:00 Uhr) vor dem Konsulat in München. Gegen 21:00 waren noch mehr als 1000 Leute dort, die nicht wählen konnten (Ganz zu schweigen von denen, die schon eher wieder gegangen bzw. wegen der endlosen Schlangen gar nicht erst gekommen sind). Ich schätze mal, allein in München konnten alles in allem 2-3 Tausend Menschen ihre Stimme nicht abgeben. Eine Schande. Aber irgendwie hat mir die Stimmung dort, die Sprechchöre, die Geduld der Leute, sich sstundenlang da hin zu stellen und der Jubel gegen 20:00 Uhr nach den ersten Prognosen Mut gemacht, dass sich bzgl. der Korruption, Betrügereinen und Vetternwirtschaft jetzt doch mal was zum Guten ändert in Rumänien. Trotz dass meine Freundin nicht wählen konnte, hat es sich gut angefühlt da mit gemacht zu haben. Für mich war es jedenfalls sehr beeindruckend!

Wobei es der Johannes wirklich schwer haben wird, sich gegen diesen durch und durch korrupten Politiker- und Beamtenapparat durchzusetzen. Aber wie geschrieben: Uns hat das gestern viel Mut gemacht.

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