Beliebte Ziele von Schulausflügen von einst

Sonntag, 26. März 2017

Königstein (Foto links) und Bucegi waren bereits Ende des 19. Jahrhunderts Ausflugsziele für die „leistungsfähigsten“ Kronstädter Schüler.
Foto: Ralf Sudrigian

Diesmal führt uns die Wanderung in dieser Rubrik zurück in die Zeit – genauer gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Aus dem 1898 in Kronstadt erschienenem Band „Das sächsische Burzenland“ von Franz Herfurth erfahren wir interessante Details über damalige Schulfeste und Klassenausflüge. Das bekannteste Schulfest, das Honterusfest bei der Honterusquelle, wird ausführlich beschrieben. Aber es gab auch andere regelmäßige gemeinsame Ausflüge: die Knabenschulen hatten in der ersten Septemberwoche ihren Herbstausflug, geleitet von ihren Lehrern. Es ging von der Turnschule durch die „langgestreckte Obere Vorstadt“ los, man stieg dann am „Haben“ empor zu den Hochwiesen, die auch damals „Poiana“ oder „Schulerau“ benannt wurden. Der Ausflug der Mädchenschule führte in den 1860er Jahren „zum nahen ‚Burggrund‘ hinter dem Kapellenberg“ (wie die Zinne damals benannt wurde). Einige Jahre beteiligten sie sich am Schulerau-Ausflug der Jungen, um später „den kleinen Honterusplatz“ zu bevorzugen. Der gemeinsame „Nachmittagsausflug“ am Maifest führte die Mädchen- und Knabenklassen zum nahen Kleinen Hangestein.

Herfurth beschreibt auch andere Ausflugsziele in der Umgebung – sogar Bucegi und Königstein sind darunter: „Außer den hier skizzierten ständigen Festen werden in Stadt und Land häufig auch Klassenausflüge unternommen. Dabei werden außer all den schon erwähnten Punkten  besonders gerne aufgesucht: die Zinne, die Noa, der Räuberbrunnen, die Dyrste, das Thömöschtal, die Taminaschlucht und der Predeal, der Stechil, das Heldengrab, der Große Hangestein und die Rabenspitze, die Flintschhöhle, der Itwig-Weg und der Hohe Rong, die Magura, Riuschlucht und Prăpaste, der Zeidner Berg, die Heldenburg, die ‘Tatternburg‘ bei Petersberg und die Hohe Kuppe bei Tartlau. Größere Knaben und Mädchen werden mit Vorliebe auch auf den Schuler (1807 m), die Knaben auch auf den Hohenstein (Peatra mare,1840 m) und auch auf den Ciuma (1630 m) geführt, und die leistungsfähigsten Schüler besteigen auch den Butschetsch (2508 m), den Königstein (2241 m) und den Csukás (1958 m). In der freien Ebene gilt der Besuch meist der einen oder anderen sächsischen Gemeinde, oder die Fahrt geht nach Zernescht  oder Törzburg. Die Unterklassen halten sich überall an die nächste Umgebung. Neben solchen Ausflügen werden die Exkursionen lediglich zu Unterrichtszwecken unternommen.“ Nicht nur in Kronstadt gehörten solche Schulausflüge zum Schulprogramm, sondern praktisch in jeder Burzenländer Gemeinde. Bemerkenswert ist, dass vor rund 130 Jahren beim Honterusgymnasium bereits Schulreisen ins Ausland organisiert wurden, die nicht nur nach Schloss Peleş in Sinaia (damals im Königreich Rumänien) führten, sondern sogar nach Rom, Neapel, Budapest oder Athen.

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