Bemerkenswerter Beitrag der jungen Wissenschaftler

Nachwuchs der rumänischen Germanistik beim zehnten Internationalen Kongress in Kronstadt

Dienstag, 16. Juni 2015

Vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2015 hat an der Transilvania Universität in Kronstadt/Braşov der zehnte Internationale Kongress der Germanisten Rumäniens stattgefunden. Es haben daran zahlreiche Sprach-, Literatur- und Kulturforscher aus dem In- und Ausland teilgenommen. Bemerkenswert war die Teilnahme junger Wissenschaftler in den verschiedenen Sektionen dieser  niveauvollen Tagung. Besonders erfolgreich war auch in diesem Jahr das bereits bewährte Nachwuchsforum unter der Leitung von Doz. Dr. Ioana Hermine Fierbinţeanu (Universität Bukarest) und Lekt. Dr. Robert Gabriel Elekes (Universität „Sapientia“ Neumarkt /Târgu Mureş). Beim Forum für Nachwuchswissenschaftler haben sich Studierende der Universität Jassy/Iaşi, Kronstadt und Bukarest angemeldet. Außerhalb des Programms konnte auch eine Wiener Masterandin referieren, die zurzeit ein DaF-Praktikum an der Ovidius-Universität in Konstanza/Constanţa absolviert.

Die Themen umfassten ein breites Spektrum, die Studierenden bewiesen ein außerordentliches Interesse für literarische, sprachwissenschaftliche, kulturelle und didaktische Ansätze der modernen Forschung. Die Sektion wurde von der Kronstädter Studentin Tünde Dimény mit dem Referat „Georg Büchner als Theatererneuerer am Beispiel von Woyzeck“ eröffnet. Es folgten drei Studierende der Universität Jassy, die das höchst interessante übersetzungswissenschaftliche Projekt INTERDRAMTEXT präsentierten. Es handelt sich dabei um eine Übertragung des Stücks „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke ins Rumänische, sowie auch um dessen Inszenierung am Jassyer Theater. Die Präsentation selbst begann mit einer szenischen Performance der Studierenden Teodora Constantin, Alexandru Toderaşcu und Mădălina Tvardochlib. Diese setzten ihren Beitrag mit einer übersetzungsrelevanten Argumentation ihres praktischen Vorgehens fort. Die im Saal anwesenden Dozenten und Studierenden waren von dem Projekt sofort hingerissen und begannen eine rege Diskussion mit den Autoren. Das Forum wurde weitergeführt mit dem Beitrag „Psychoanalytische und psychopathologische Aspekte in Hermann Hesses ‘Steppenwolf’“ der Bukarester Masterandin Roxana Ilie.

Zum Abschluss des ersten Teils dieses Forums konnte auch Martina Kritinar (Masterandin an der Universität Wien, zurzeit Praktikantin an der „Ovidius“-Universität Konstanza) einen besonders interessanten Beitrag über den Einsatz des Mediums Film im Fremdsprachenunterricht präsentieren, in dem ein selbst erarbeitetes und durchgeführtes Didaktisierungsprojekt eines Tourismusvideos für das Niveau A 1.2. enthalten war. Im zweiten Teil des Nachwuchsforums referierte die Masterandin Andrada Ghiţoc aus Kronstadt zum Thema „Kleine Laut- und Leut´- Monografie - Streitfort“, gefolgt von der Bukarester Studierenden Flavia Hemcinschi mit dem Referat „Lehrer werden ist nicht schwer, Lehrersein dagegen sehr: Lernstörungen“. Das Forum wurde mit dem Beitrag eines Kronstädter Masteranden-Tridems (Mădălina Gavrilă, Tünde Miklossy und Larisa Pioaru) beendet, die ihre Präsentation zum Thema „Kultur ist gut, Interkulturalität ist besser. Bemerkungen zu einem Werbefilmprojekt“ gemeinsam durchführten. Abgesehen von der breit gefächerten und höchst interessanten Thematik wurden die Ausarbeitungen der teilnehmenden Studierenden und Masteranden den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens in jeder Hinsicht gerecht. Darüber hinaus konnte das Auditorium durch gut eingeübte und überzeugende Präsentationstechniken den Darstellungen leicht folgen. Frau Doz. Dr. Hermine Fierbinţeanu lobte in der Abschlussrunde des Kongresses die außerordentlich bemerkenswerte Beteiligung der Nachwuchsgermanisten, deren Beiträge ohne Weiteres auch in die Sektionen der Dozenten hineingepasst hätten. Die Kronstädter Tagung wurde durch die Beteiligung dieser Studierenden um vertrauenswürdige und pflichtbewusste Germanisten bereichert. Gewiss werden sie im Beruf oder bei zukünftigen Fachveranstaltungen noch von sich hören lassen.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*