Bergschule hat Deutschkabinett

Im Joseph-Haltrich-Lyzeum wurde der Hermann-Baier-Saal eingeweiht

Dienstag, 10. Juli 2018

SEFAR-Monosuisse-CEO Christoph Tobler bei der Eröffnung des Deutschkabinetts.
Foto: privat

Der neue Deutsch-Fachraum „Hermann-Baier-Saal des Lyzeums ‘Joseph Haltrich’“ wurde am Dienstag, dem 3. Juli, feierlich eröffnet. Hier sollen alle Schüler der deutschen Abteilung nicht nur in ihrer zweiten Muttersprache, sondern auch im deutschen Fachunterricht lernen. Der Saal ist mit einem Smartboard, also einer elektronischen Tafel, und neuem Mobiliar ausgestattet. Zu verdanken ist diese Investition dem Schweizer Unternehmen SEFAR-Monosuisse, das in Schäßburg/Sighi{oara eine Filiale hat und seit zwei Jahren großzügig die Schule finanziell fördert.

Zur Einweihung des neu ausgestatteten Raumes war der Schweizer Firmenchef Christoph Tobler extra angereist. Er begründete die Zusammenarbeit seiner Firma mit der Bergschule vor allem damit, dass man dafür sorgen wolle, Schülern das Deutschlernen zu erleichtern. Ziel sei, dass sich einige hoch qualifizierte Absolventinnen und Absolventen entscheiden, im Lande zu bleiben und vielleicht bei SEFAR oder anderen deutschsprachigen Firmen zu arbeiten. Denn SEFAR mit heute 400 Mitarbeitern plane in den nächsten Jahren den Ausbau der Produktion und die Einstellung etwa doppelt so vieler Mitarbeiter. SEFAR stellt Präzisionsgewebe für die Industrie und Garne her. Da die Bestellungen und Anweisungen in Deutsch verfasst seien, brauche man Angestellte, die möglichst perfekt Deutsch sprächen.

Umrahmt wurde die Feierstunde von zwei Musikstücken, die Schülerinnen boten. Schuldirektor Mircea Maier dankte im Namen der Schule und der Schüler für die Einrichtung des Kabinetts und die erfolgreiche Zusammenarbeit. Die langjährige stellvertretende Schulleiterin Lieselotte Baier berichtete, warum der Name „Hermann Baier“ für das Fachkabinett gewählt wurde. Ihr Vater Hermann Baier sei viele Jahre Schulleiter gewesen und habe sich nach der Wende schon als Pensionist entschlossen, weiter Direktor zu sein, damit er die deutsche Abteilung der Schule erhalten und neu organisieren konnte. Ohne sein Engagement, so Frau Baier bewegt, hätte die deutsche Sprache und Kultur nicht den heutigen Stellenwert im Alltag der Bergschule, an der etwa 700 Schüler Deutsch als zweite Muttersprache lernen. Sein Name werde mit diesem Saal weiterleben.

Der Abiturient Eduard Cezar betonte in seiner Rede, seiner Meinung nach seien die deutschen Schulen eine Möglichkeit für die Kinder, eine wirklich blühende Zukunft zu haben. „Mit Deutsch erreicht man vieles im Leben. Ich befinde mich jetzt erst am Anfang, aber ich kann schon sagen, dass die deutsche Sprache einen positiven Einfluss auf meine Karriere haben wird. Dieses neue Deutsch-Kabinett, das wir heute einweihen, ist auf dem neuesten Stand der Technik. Ich bin sicher, dass die folgenden Generationen von deutschen Klassen hier noch viel intensiver und lebendiger Deutsch lernen können. Es ist ein bisschen schade, dass ich es nicht mehr erleben kann, da ich gerade mein Abitur ablege.“

Die Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Firma und der Bergschule besteht seit mehreren Jahren und hat sich in den vergangenen zwei Jahren intensiviert. So besuchen alle Schüler die Firma zu einer Betriebsbesichtigung und in den Unterricht können SEFAR-Mitarbeiter zum Beispiel im Fach Ökonomie eingeladen werden. Die Firma sponsert im Gegenzug zum einen Investitionen, in diesem Jahr etwa 10.000 Euro, und fördert zum anderen mit einem Stipendium Lehrkräfte, die eine Zusatzqualifikation mit einem Studium erreichen wollen. Andreea Iolanda Oprea, im letzten Jahr Stipendiatin, erklärte: „Die von S.C. SEFAR S.R.L. im vorigen Schuljahr erhaltene finanzielle Unterstützung bedeutete viel für mich. Da ich zum zweiten Mal an einer Staatshochschule studierte, musste ich jährlich Studiengebühren bezahlen, was ich mir nur schwer leisten konnte, weil ich mich im Mutterschaftsurlaub befand und nur 85 Prozent meines Gehalts erhalten habe. Das Geld war mir sehr hilfreich und ich konnte mein Studium problemlos abschließen. Ich bedanke mich herzlich dafür!“

Bei der Eröffnungsfeier des Fachkabinetts zeigte sich Firmenchef Tobler tief beeindruckt von der Tradition und Ausstattung der Schule, besonders von der Schönheit der Aula, und führte Gespräche mit den Stipendiatinnen der beiden vergangenen Jahre, die von ihren beruflichen Erfolgen berichteten. Geboren wurde auch eine neue Idee: Alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen könnten in Zukunft in der Woche „Schule anders“ ein Praktikum bei der Firma absolvieren, um den Betriebsalltag kennenzulernen und einen Einblick in das Berufsleben zu gewinnen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Schüler beeindruckt sind von der Sauberkeit und Organisiertheit der Anlage sowie von der hohen Qualifikation, die man für die meisten Tätigkeiten brauche.

Zum Abschluss der Feierstunde wurde Sabine Brünig als „Ehrenmitarbeiterin“ der Firma geehrt, denn sie habe als Fachschaftsberaterin federführend dafür gesorgt, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Firma so fruchtbar geworden sei, hieß es in der Laudatio.

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