Berichte aus den Herkunftsorten und aus dem Vereinsleben in der neuen Heimat (I)

Pfingstausgaben der Publikationen der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften in einem Überblick

Sonntag, 13. Juli 2014

Die in Deutschland erscheinenden Publikationen der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften haben eine entscheidende Rolle in dem Zusammenhalt der Gemeinschaften, jener, die  in ihren Herkunftsorten geblieben sind und vor allem den in Deutschland, aber auch sonstwo im deutschsprachigen Raum Europas oder gar Übersee angesiedelten ehemaligen Landsleute. Diese Ausgaben bieten immer wieder Neuigkeiten aus den  jeweiligen Gemeinden, aber auch aus der Tätigkeit der Heimatortsgemeinschaften, denen sie in der neuen Heimat angehören.

Die geschichtlichen Beiträge sind angetan, auch die junge Generation, die kaum noch Bindungen und auch immer weniger Interesse am Herkunftsgebiet zeigt, über die Rolle, die ihre Vorfahren im Aufbau der sächsischen Burzenländer Gemeinden gespielt haben, aufzuklären. Diese Publikationen der Heimatortsgemeinschaften treffen auch in den Heimatgemeinden ein. Diejenigen, die sie nicht persönlich erhalten, können sie in den Pfarrämtern einsehen oder leihen. Unsere immer wieder in der KR gebotene inhaltliche Übersicht dieser Heimatbriefe, -blätter oder -boten, je nachdem, wie sie sich benennen, macht auf Schwerpunkte dieser Publikationen aufmerksam, um das Interesse auch der hiesigen Leser dafür anzuregen.     

„Briefe aus Brenndorf“
(39. Jahrgang, 77. Folge,Pfingsten 2014)

Im Mittelpunkt der Ausgabe stehen die Festlichkeiten anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche in Brenndorf/Bod am 8. Dezember 2013. Die von Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, bei diesem Anlass gehaltene Predigt  wird in vollem Wortlauf wiedergegeben, und wird sicher immer wieder auch als Dokumentation in Zukunft verwendet werden. Das Gotteshaus kann nach den Renovierungsarbeiten des Innenraumes nun wieder für die Gottesdienstfeiern gebraucht werden, nachdem die Kirche vor13 Jahren geschlossen wurde.

Die Bauarbeiten konnten dank Brenndörfern von hüben und drüben durch die geflossenen Spenden zum Teil durchgeführt werden. Den wichtigsten finanziellen Beitrag erhielt aber die Kirchengemeinde vermittels  des Einsatzes des  Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den die Innenraumrenovierung  aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit 30.348 Euro gefördert wurde. Während eines Erdbebens im Mai 1990 wurde die Kirche stark beschädigt; im Jahr 2000 wurde sie aus Sicherheitsgründen für Gottesdienste und Besucher geschlossen.

Siegbert Bruss, gebürtiger Brenndorfer, berichtet ausführlich über diese somit erforderlichen  Renovierungsarbeiten, auch vermittels der Angaben von Pfarrer Dr. Peter Klein, der diese Diasporagemeinde betreut.  Gleicher Autor und Otto Gliebe bieten geschichtliche Daten zu dem Gotteshaus, weisen auch auf  deren Kunstwerke hin. Die Kirche ist nun auch für Besucher zugänglich.
Ausführlich auf das vielseitig gestaltete kirchliche Gemeindeleben von Brenndorf geht Pfarrer Dr. Peter Klein in seinem Rechenschaftsbericht ein. Ungeklärte Probleme gibt es noch bezüglich der Eintragung ins Grundbuch von ehemaligem Eigentum; mit dem Bürgermeisteramt müssen noch Klärungen bezüglich einiger Räume im Vereinshaus stattfinden. Es bleibt zu hoffen, dass diese organisatorischen Probleme im Lauf dieses Jahres eine endgültige Lösung finden.

Ein Nachruf auf die im Februar l.J. verstorbene Altkuratorin Rosi Rusu würdigt deren Wirken im Dienste der Brenndörfer Kirchengemeinde. Aus der Ortsgeschichte erfährt der Leser wie in dieser Gemeinde die Blaskapelle den 1. Mai gestaltete. Leider fand der letzte Maiumzug 1990 statt, als es da noch Bläser gab und auch eine starke sächsische Gemeinschaft, die sich kurz darauf auch dem großen Exodus angeschlossen hatte. Otto Gliebe führt den Leser auch in die Geschichte der ehemaligen Essigfabrik ein.

Weitere aktuelle Informationen, die ansprechende Illustration, wobei besonders die Farbfotos von der Einweihungsfestlichkeit auf den Umschlagseiten hervorzuheben sind, umrunden den Inhalt.

„Honigberger Heimatbrief“
(28. Ausgabe, Pfingsten 2014)

Gleich zwei Einladungen richtet der Vorstand der Honigberger Nachbarschaft in Deutschland an ihre Mitglieder: Zum dritten Begegnungsfest in Honigberg, das am 10. August l.J. in dieser Burzenländer Gemeinde stattfindet, und zum dem 17. Honigberger Heimattreffen, das im Oktober eingeplant ist, wobei auch Neuwahlen für den Vorstand der Heimatortsgemeinschaft stattfinden. Das Treffen findet in der Reichsstadt-Halle zu Rothenburg an der Tauber am 11. und 12. Oktober statt. Die Einladungen sind an alle Honigberger gerichtet, besonderes auch an die Jugend. „Der Fortbestand unserer Gemeinschaft wird auch davon abhängen, ob sich die junge Generation darin gut aufgehoben fühlt“, heißt es in dem Vorwort des Vorstands zu dieser Pfingstausgabe.

Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange ist dem Bericht der Nachbarmutter Anneliese Madlo zu entnehmen. Auch informiert sie über Aktuelles aus der Tätigkeit des Vorstandes. Weitere Berichte aus dem Inhalt der Ausgabe, auch entsprechend illustriert, beziehen sich auf die Tagung der Burzenländer Nachbarväter und -mütter, auf das Projekt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien „Entdecke die Seele Siebenbürgens“. Ergänzt wird der informative Teil mit dem Bericht des Presbyteriums und der Kuratorin Erika Popescu aus der Tätigkeit der hiesigen Kirchengemeinde. Pfarrer Kurt Boltres schreibt über den Richttag und den anschließenden Fasching, die in Honigberg am 2. März stattgefunden haben.

Hannelore Farsch richtet einen ausführlichen Dank  an die engagierten Honigberger die im Presbyterium, im Kirchenchor mitwirken, und  sich auch sonst ehrenamtlich für das Gemeindeleben einsetzen. Aus dem Gemeindebrief für Honigberg und Rosenau, den beiden Kirchengemeinden, die von Pfarrer Kurt Boltres betreut werden, sind zwei Berichte übernommen worden u.zw. über die Feier des Muttertages und der Festveranstaltung in der Honigberger Kirche an der Bischof Reinhart Guib teilgenommen hat, und wo der Sportjournalist Cristian }opescu zum Kulturbotschafter für die Kirchenburgen ernannt wurde. Pfarrer Boltres nimmt  Bezug in weiteren Beiträgen auf die Feier des Martin-Tages sowie auf die Konzertreihe Musica Barcensis. Weitere Berichte von Wanderungen, Klassentreffen, Jubiläen von Konfirmationen, Familieninformationen runden auch diese inhaltsreiche,  sehr reich illustrierte Ausgabe des „Honigberger Heimatbriefes“ ab.

„Das Tartlauer Wort“
(32. Jahrgang, Nr. 64,Pfingsten 2014)

„Das Tartlauer Wort“, als Heimatbote der 9. Tartlauer Nachbarschaft untertitelt, kennzeichnet sich auch in der Pfingstausgabe durch den reichen Inhalt und der vielseitigen Illustration aus. Der Farbdruck erweist sich immer wieder als besonders vorteilhaft bei der Wiedergabe der Illustrationen. Die auf der Titelseite  veröffentlichte Teilansicht einer Malerei an der Zimmerdecke der vorderen Stube in der Äschergasse Nr. 81  ist beeindruckend. Diese ist bereits über 100 Jahre alt und bietet einen Blick auf die Kirchenburg. Sie wurde von der Malerfamilie Hans Preidt geschaffen. Bewundern kann man diese auch heute in dem Haus bei obiger Anschrift gegen Abgabe einer kleinen Spende bei dem Hausbewohner.

Doch zum Inhalt dieser Ausgabe. Nachbarvater Hermann Junesch führt in seinem Vorwort in den reichen Inhalt ein, wobei er auch den Dank des Vorstandes für die zahlreichen eingesandten Beiträge ausspricht. Auch weist er auf das diesjährige Treffen der Tartlauer hin, das am 27. September l.J. in Rothenburg ob der Tauber stattfindet, wobei auch die Wahlen des neuen Vorstandes vorgesehen sind.

Die Familiennachrichten aus der Heimatgemeinde bietet Pfarrer Andras Pal, der auch das Ergebnis der Kirchenwahlen anführt. Zum Kurator wurde Otto Balog gewählt. Dem Presbyterium gehören Georg Roth, Arthur Schiel jun., Christian Schmidt, Dorothea Teutsch und Otto Vasarhelyi jun. an. Letzterer wurde auch zum Abgeordneten der Gemeinde in die Bezirkskirchenversammlung gewählt. Wolfgang Wittstock stellt das durch Regierungsbeschluss genehmigte Wappen der Gemeinde  vor. Volkmar Kirres jun. bietet den Bericht der Arbeitsgruppe „Schriftlicher Nachlass“, der Einblick in die diesbezügliche, bisherige Erfassung bietet. Ein ausführlicher Bericht bezieht sich auf das im April 2014 in Crailsheim stattgefundene Treffen der Vorsitzenden, Nachbarmütter und Nachbarväter der Heimatortsgemeinschaften der Regionalgruppe Burzenland. Der Leser erhält somit Einblick über die zur Sprache gebrachten Probleme und die dabei gefassten Beschlüsse. Aufschlussreich ist auch der Kurzbericht  2013 zur Homepage.

Unter dem Titel „Siebenbürgen – Land des Segens“ ist ein ausführlicher Bericht aus dem Jahre 1944 zu lesen, verfasst von Oberleutnant Paul Stubbemann, der als deutscher Soldat in Tartlau zeitweilig weilte. Nach seinem Tod übergab dessen Tochter den Text sowie mehrere Fotos aus gleichem Jahr an Hermine Löx (geb. Dezsö), die das Material nun dem Heimatblatt zwecks Veröffentlichung zur Verfügung stellte. Dieses bietet einen interessanten, aufschlussreichen Tatsachenbericht und sorgt für eine spannende Lektüre. Lesematerialien, Familiennachrichten, Nachrufe ergänzen diese Pfingstausgabe  der 9. Tartlauer Nachbarschaft.        

(Fortsetzung folgt)

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