Beschwichtigendes aus Ferdinandsberg

Abfindungen könnten im Juli ausbezahlt werden, erste Arbeitslosengelder kommen

Samstag, 15. Juni 2013

Ferdinandsberg/Oţelu Roşu - Die Tatsache, dass die Gläubigerversammlung vom vergangenen Mittwoch gegen die Absetzung des gerichtlich bestimmten Insolvenzverwalters der russischen Mechel-Gruppe in Rumänien gestimmt hat, wurde von den protestierenden Stahlwerkern aus Ferdinandsberg als positive Nachricht gewertet. „Wir haben damit mindestens drei Monate gewonnen, in denen im Falle einer Absetzung und Neuerenennung zahlreiche schon durchgeführte Prozedere wiederholt worden wären“, sagte Gewerkschaftschef Victor Sabău.

Auch die Tatsache, dass der Versuch des Staates, Vertreter der Steuerbehörde ANAF in den Aufsichtsrat zu befördern, von der Gläubigerversammlung in Bukarest negativ beschieden wurde, wertet Sabău positiv. Das hätte zu Interessensverschiebungen geführt und das Problem der Arbeitnehmer neuerlich in den Hintergrund gerückt.

„Da wir nun mit dem bisherigen gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter verblieben sind, habe ich Signale bekommen, dass wir kommende Woche – um den 20. Juni herum – beim Arbeitsamt des Verwaltungskreises Karasch-Severin AJOFM in Reschitza unsere Dokumentationen für die drei Löhne als Abfindung einreichen können, die uns laut Tarifvertrag zustehen. Das Geld wird definitiv aus dem Garantiefonds kommen, den der Staat verwaltet“, sagte Victor Sabău. „Das heißt dann im Weiteren, dass wir etwa Ende Juli mit deren Auszahlung rechnen dürfen. Und wenn sich die Gerüchte über die Absichten der Ebene der gegenwärtigen Verwaltung der Gesellschaft bestätigen sollten, dann wird in etwa um die selbe Zeit – Ende Juli – auch die letzte Lohntranche für April ausbezahlt.“

Aufgrund dieser Nachrichten haben am Donnerstag um die Mittagszeit Victor Sab²u und der von Ductil Steel Buzău angereiste Chef der Metallarbeitergewerkschaft aus den beiden Ductil-Werken die vor dem Verwaltungsgebäude von Ductil Ferdinandsberg versammelten Protestierenden verständigt, dass „einstweilen“ die – ursprünglich auf zehn Tage angesetzten – Proteste eingestellt werden. Sabău: „Meinen Informationen nach haben bisher mehr als 300 der 420 Entlassenen ihre Papiere für den Eintritt in die Arbeitslosigkeit bei AJOFM eingereicht. Sie werden am 20. Juni ihr erstes Arbeitslosengeld erhalten. Die meisten unter den anderen hoffen noch. Persönlich glaube ich aber nicht, dass in der gegenwärtigen Konjunktur die Stahlproduktion bei Ductil-Steel Ferdinandsberg wieder aufgenommen wird, weder zum Jahresende, noch im März kommenden Jahres, wie es die Gerüchte wahrhaben wollen. Außerdem: wir haben hier nicht mal mehr eine Anlaufstelle, wo wir unsere Bewerbungen für eine Neuanstellung hinterlegen könnten.“

Am Donnerstag wurde den seit Montag Protestierenden auch mitgeteilt, dass die Gewerkschaftsführung in Buzău entschieden habe, Victor Sabău bis auf Weiteres auf ihrer Lohnliste zu behalten, also die Einstellung seiner Bezahlung aus dem Gewerkschaftsfonds aufgeschoben hat.

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