Bestnote Zehn im Visier

Kronstädter Oktoberfest wurde eröffnet / Großer Festzug von Aro-Hotel bis Bartholomae

Samstag, 08. September 2018

Ein Teil des Festzugs in Bartholomae Foto: Ralf Sudrigian

Kronstadt – Die 10. Auflage der Kronstädter Variante des Münchner Oktoberfest wurde am Donnerstag mit einem Festzug und dem traditionellen Anzapfen des ersten Bierfasses im Festzelt im Stadtteil Bartholomä festlich eröffnet. Das Fest dauert zehn Tage, wobei die Veranstalter (Bonima SRL in Zusammenarbeit mit dem Kronstädter Bürgermeisteramt) hoffen, alles im Zeichen der Bestnote Zehn stellen zu können. Das heißt: ein neuer Besucherrekord, beste Stimmung bei gutem Bier, Musik und leckerem Essen, Unterhaltung im erweiterten Park, viele Spiele und Wettbewerbe mit schönen Preisen.
Die Eröffnungsfeier beeindruckte durch den großen Festzug, der vor dem Aro-Palace-Hotel startete, vor dem Sitz des Bürgermeisteramtes vorbeizog und sich anschließend im Schritttempo unter Blasmusikklang durch die Langgasse zum Oktoberfestgelände (beim ehemaligen Munizipalstadion) begab.
Angeführt wurde die Festkolonne von der Burzenländer Blaskapelle, die beim Oktoberfest nicht fehlen darf. Es folgten mehrere Kutschen, in denen die Gastgeber und ihre Ehrengäste zu erkennen waren. Dazu gehörten Gunther Krichbaum, Mitglied des Deutschen Bundestages, Werner Henning, Mitglied im Nürnberger Stadtrat, der österreichische Ehrenkonsul Andreas Huber, Vertreter des Hermannstädter Deutschen Konsulats aber auch der „Wiesenschurli“ in seinen Lederhosen, der inzwischen nicht nur Stammgast des Münchner, sondern auch des Kronstädter Oktoberfestes geworden ist.
Bürgermeister George Scripcaru und Kreisratsvorsitzender Adrian Ve{tea wollten ebenfalls nicht fehlen bei diesem inzwischen landesweit bekannten Volksfest nach bayerischer Art.
Christian Macedonschi, der als einer der ersten Initiatoren des Kronstädter Oktoberfestes gilt, rief im Zelt namentlich viele der Gäste auf die Bühne, um dem ersten Anstich beizuwohnen. Das waren außer den erwähnten Namen unter anderen: Werner Braun, Vorsitzender des Deutschen Wirtschaftsklubs, Silviu Costea, Vorsitzender der Kronstädter Industrie- und Handelskammer, Radu Chivărean, Direktor des Honteruslyzeums, das auch übers Oktoberfest Unterstützung erhalten soll, Ionel Fliundra, Vizebürgermeister von Weidenbach.
Krichbaum und Henning wünschten den Kronstädtern beste Unterhaltung und zeigten sich beeindruckt von der Art und Weise, wie das Oktoberfest auch in Kronstadt seinen Platz und seine Freunde gefunden hat. Werner Henning übermittelte auch persönliche Grüße des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly und äußerte seine Hoffnung, dass nach der Etappe der Städtefreundschaft zwischen Nürnberg und Kronstadt nun bald auch die Städtepartnerschaft folgen werde. Im Namen der Veranstalter dankte Christian Macedonschi Bürgermeister Scripcaru und dem Bürgermeisteramt für die Unterstützung. Er lud Scripcaru ein, den ersten Anstich zu tun. Scripcaru wollte das zusammen mit Stadtrat Henning tun. Nur klappte das nicht auf Anhieb, so dass nachgeholfen werden musste.
Außer dieser kleinen Panne gab es aber am ersten Tag keine weiteren Probleme. Selbst ein Regenschauer konnte die zahlreichen Gäste nicht verscheuchen. In den zwei großen Zelten (Wiesenzelt und Kronstadt-Zelt) traten die Burzenländer Blaskapelle, Hermannstadt 07, Klostergold (Deutschland) und Aalbachtal Express) auf und sorgten für beste Stimmung. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt der „Siebenbürger Bundestanzgruppe Österreich“, die mit viel Wärme empfangen und mit reichem Beifall belohnt wurde. Die Tanzgruppe war bereits beim Aufmarsch durch ihre Trachten aufgefallen.

Kommentare zu diesem Artikel

dan, 09.09 2018, 15:18
Peinlich bleibt, dass Kronstadt es nicht geschafft hat, Kulturhauptstadt Europas zu werden.

Die dem Konsum dienende Veranstaltung "Oktoberfest" in Kronstadt ist dafür nur ein schaler Beweis, dass weder die Obrigkeit, noch die Wirtschafts-Potentaten vor Ort fähig oder in der Lag sind, das Notwendige für die Stadt und Region Brasov zu tun.
Dafür liebe sie es, peinlicher geht es nicht mehr, in Kutschen dem schaulustigen Volk zu zeigen.
Kein Wunder, dass Kronstadt als Standort Cluj und auch dem 50% kleineren Sibiu in allen Beziehungen hinterherhinkt.
Und das, obwohl Brasov nach 1990 die bessere Startposition hatte als die beiden anderen größeren Städte Siebenbürgens.
Was die Arbeitskräfte betrifft, ist auch in Brasov ein allgemeiner Mangel an (un-)qualifizierten feststellbar.
Wer kann, macht zwar eine deutsche Schule, verlässt aber dann Brasov und Rumänien- oft auf Nimmerwiedersehen.

Die Entscheider in Brasov sind zu oft unfähig, wenn nicht total desinterresiert, den Menschen eine Perspektive, Vertrauen in die Sicherheit zu bieten - genauso wie in vielen anderen Städten und Dörfern in RO.
Hauptsache, sie zeigen öffentlich ohne Scham ihren Reichtum und ihre runden, satten, Figuren... während tausende von heute auf morgen leben müssen.
Lächerlicher kann man sich öffentlich nicht machen.
Ciocoii noi si vechi, Caragiale lässt grüssen.

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