Bilanzergebnisse nach elf Monaten

Landesschule für Managerinnen geht weiter

Donnerstag, 13. Dezember 2012

„Man wird nicht als Manager geboren – Manager wird man“, unter diesem Motto wurde die Landesschule für Managerinnen ins Leben gerufen. Das Projekt wurde vom Verein für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR) vor zwei Jahren entworfen, doch den tatsächlichen Start gab es erst im Januar dieses Jahres. Nach elf Monaten steht es nun fest: Insgesamt 609 Frauen haben die Fortbildungseinrichtung für Managerinnen abgeschlossen. Drei Geschäftspläne wurden bereits ausgezeichnet. Für deren Umsetzung werden sie über eine finanzielle Unterstützung verfügen. Das Ausbildungsprogramm geht Oktober 2013 zu Ende.
Das Projekt hat die Zielsetzung, die Diskriminierung der Frauen am Arbeitsplatz oder die Gender-Stereotypen aus dem Alltag, die Frauen einfach entmutigen, sich eine Führungsstelle zu wünschen, abzubauen. Rumänischen Frauen wird somit Unterstützung in diesem Bereich angeboten. Insgesamt 1400 Frauen werden an der Fortbildungseinrichtung für Managerinnen bis Herbst 2013 durch den kostenlosen Kurs geschult.

Da die Nachfrage sehr groß ist, wird eine strenge Auswahl vorgenommen. Die Kandidatinnen müssen ihren Hochschulabschluss beweisen, sie müssen einen festen Arbeitsplatz haben und gleichzeitig auch eine Genehmigung für die Teilnahme am Programm vom Arbeitsplatz bekommen. Nachdem die Bewerbung und die notwendigen Dokumente eingereicht werden, müssen die Kandidatinnen auch ein Motivationsschreiben schicken. „Die Motivation ist für uns sehr wichtig und ist meistens ausschlaggebend für unsere Entscheidung“, sagt Vasile Moldovan, Geschäftsführer des Vereins für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR).
Die Ausbildung dauert 15 Tage, wobei zwölf Indoor- und drei Outdoorkurse sind. Dazu kommen noch weitere 60 Stunden Online-Schulungen. Bei den Indoor-Schulungen läuft das Programm täglich zwischen 9 und 18 Uhr ab.

Allein in den ersten sechs Monaten wurden mehr als 20 Ausbildungskurse im Managementbereich und Unternehmerwissen für Frauen angeboten. Dabei wurden 289 Frauen aus allen acht Entwicklungsregionen Rumäniens geschult, 70 Personen wurde bei der Gründung eines Unternehmens und 157 Frauen im Bereich der Karriereplanung geholfen. Nun wurden nach elf Monaten rund 609 Frauen ausgebildet – so sieht die Bilanz seit dem Start des Projektes, am 15. Januar 2012, aus. „Dies ist ein einmaliges Ausbildungsprogramm in Rumänien und das einzige zertifizierte für den Manager-Beruf. Das Programm bietet allen Frauen, die sich von der Männerwelt im Unternehmensbereich einschüchtern lassen, Unterstützung“, so Vasile Moldovan.

Die Landesschule der Managerinnen ist ein Projekt zur Förderung der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Finanziert wird das Projekt vom europäischen Sozialfonds durch das EU-Programm für Personalmanagement. Anfang des Jahres ist das Ergebnis einer europaweiten Studie veröffentlicht worden: Frauen in Leitungsfunktionen verdienen in Europa durchschnittlich um 22 Prozent weniger als Männer in derselben Funktion. Frauen werden auf Dauer im Vergleich zu Männern weniger entlohnt. In Rumänien wird der Unterschied bei der Entlohnung unter den Geschlechtern auf 14 Prozent geschätzt. Gründe für diese Unterschiede gibt es viele. Einer dieser Faktoren ist meistens auch die Mutterschaft. Frauen bekommen nach dem Mutterschaftsurlaub schwerer einen Job oder erreichen schwerer Leitungsfunktionen, viele kämpfen sogar darum, ihren ehemaligen Job zu behalten. Das Ausbildungsprogramm für Managerinnen wendet sich an Frauen aller Altersgruppen und soll dazu dienen, ungleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen. Die bisherigen Teilnehmerinnen kommen aus unterschiedlichen Berufsbereichen, es sind Wirtschaftswissenschaftlerinnen, Psychologinnen, Ingenieurinnen bis zu Künstlerinnen. Die meisten davon kommen aus Städten und sind zwischen 25 und 45 Jahre alt.

Alle Kursteilnehmerinnen können auch beim Wettbewerb „Die Managerin“ mitmachen. Sie müssen einen Geschäftsplan bei der Schule einreichen. Die besten zwölf für das Gesamtprogramm werden Unterstützung seitens der Schule bekommen, den theoretischen Plan in ein echtes Geschäft umzusetzen. „In diesem Jahr wurden bisher drei Geschäftsplanungen ausgewählt. Diese werden über eine finanzielle Förderung für die Umsetzung verfügen. Weitere neun Projekte werden dann im kommenden Jahr ausgezeichnet“, schließt der APFR-Geschäftsführer Moldovan. Mehrere Informationen bezüglich der Landesschule  für Managerinnen können von der Webseite www.snfm.ro abgerufen werden.

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