Bildrausch – Unser Filmtipp der Woche

William Wylers „Wie klaut man eine Million“

Montag, 23. Januar 2012

Wer hätte geglaubt, dass eine Diebstahlaktion so verführerisch und charmant sein könnte? Wenn aber zwei unvergessene Hollywood-Stars wie Audrey Hepburn und Peter O´Toole in solch einer ausgelassenen klugen Komödie zusammen wirken, kann der Film nur ein großer Erfolg werden. Denn nicht umsonst heißt es auch im Trailer des Films: „Nur Audrey Hepburn kann ihn dazu überzeugen, es zu machen. Nur Peter O´Toole kann es machen“. Gemeint ist dabei ein Diebstahl der ganz besonderen Art.
 

Der Film ist eine perfekte Mischung von feinem Humor, klugen Tricks und Verwicklungen. Die Schauspielerin Audrey Hepburn schlüpft verführerisch in die Rolle der schönen und klugen Nicole, Tochter eines Kunstfälschers, die es mit ihrem Vater nicht immer ganz leicht hat. Sie liebt ihren Vater, kann sich aber mit seinem „Beruf“ überhaupt nicht anfreunden: Als Kunstliebhaber und Besitzer von wertvollen Meisterwerken hat es Charles Bonnet zu Wohlstand und Ruhm gebracht. Der Pariser verheimlicht aber ein kleines Detail: Er malt die berühmten Werke selbst und präsentiert sie als Originalwerke, tut das sogar mit Gelassenheit und Humor.

Der hochbegabte Fälscher bringt dadurch seine Tochter  immer wieder zur Verzweiflung. Die eigensinnige Nicole engagiert deshalb einen Meisterdieb (Peter O´Toole), um für ihren Vater (Hugh Griffith) die Familienehre zu retten. Sie setzt alles daran, dass Charles Bonnet nicht als Kunstfälscher entlarvt wird: Simon Demott soll ein gefälschtes Gemälde aus dem Pariser Museum stehlen, ehe der Betrug auffliegt. Aber nicht nur beruflich scheint es zwischen den Beiden bestens zu klappen. Eine witzige und abenteuerliche Liebeskomödie entfaltet sich.


Doch es ist keine extreme Hochspannung, die den Film zu einem Klassiker macht. Der Regisseur setzt viel mehr auf das Talent der beiden Schauspieler und auf die farbigen Gestalten, auf den Charm von Audrey Hepburn und die erfolgreichen Mischung von Klugheit und verführerischer Tollpatschigkeit, die sie der Hauptgestalt verleiht, den sympathischen Peter O´Toole und sein natürliches Auftreten. Zugleich wird der Zuschauer in einem klug geschriebenen Drehbuch verwickelt. Feine Zitate und ein geschickter Plan, den perfekten „Diebstahl“  erfolgreich zu begehen, bringen den Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln. Der Regisseur lässt dabei extreme Gesten, Verfolgungen und Waffenschüsse komplett aus und bespickt den Film mit intelligenten und witzigen Handlungen.

Dies macht den 1966 erschienenen Streifen zu einem der besten Filme aller Zeiten, auch heute, nach mehr als einem halben Jahrhundert. 

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