Bildrausch – Unser Filmtipp der Woche

Fargo

Samstag, 03. März 2012

Es ist ein höllischer Winter im US-Bundesstaat North Dakota. Die verschlafene Stadt Fargo bildet das perfekte Setting für den sechsten Film der Coen-Brüder. Der Thriller handelt von einer Entführung, die nach hinten losgeht. Eigentlich ein bekanntes Thema, das immer wieder gerne von Filmemachern aufgegriffen wird. Doch in gewohnter Coen-Manier überrascht „Fargo“ und entpuppt sich als einer dieser Filme, der ein Genre vorantreibt. Denn der nur 98 Minuten lange Film ist alles andere als vorhersehbar oder langweilig und bleibt trotzdem Genre Konventionen treu.

Das fanden viele Kritiker, die „Fargo“ bis heute als einen der besten Filme von Joel und Ethan Coen würdigen.

Jerry Lundegaard ist Autohändler in Minneapolis und versucht sich gerne als Spekulant. Eines seiner dubiosen Geschäfte bringt ihn in eine finanzielle Bredouille. Die Lösung für seine Schuldenprobleme könnte sein steinreicher Schwiegervater Wade Gustafson sein. Dieser allerdings hat für Jerry nicht viel übrig. Darum heuert der Autohändler zwei Kleinganoven an, um seine Frau zu entführen, damit er dann eine Million Dollar von seinem Schwiegervater erpressen kann. Der Plan geht schnell nach hinten los, als sich einer der Ganoven, der schweigsame Gaear Grimsrud, als leicht verstörter Psychopath entpuppt.
 

Was folgt, ist eine Serie von Morden, eine Million Dollar im North Dakota Schnee vergraben und vergessen, ein verzweifelter Jerry, der alles verliert und eine hochschwangere Polizistin, die ihre Ermittlungen stoisch vorantreibt. Am Ende bleibt nur ein Gartenschredder und – so wie es der Fernsehuntertitel vorab verrät – blutroter Schnee.

Angeblich soll der Film auf wahren Begebenheiten beruhen. Das zumindest behauptet die kurze Einblendung am Anfang des Films. Tatsächlich habe es einen ähnlichen Mordfall 1986 gegeben. Der bekannte Helle Crafts-Fall, oft auch als „Holzschredderfall“ bekannt, diente als Vorlage für den Thriller der Coen- Brüder.

1996 wurde der Film für sieben Oscars nominiert, davon gewann er zwei. Ethan und Joel erhielten die Auszeichnung für das beste originelle Drehbuch und die Hauptdarstellerin Frances McDormand für die beste weibliche Hauptrolle.
 

Kritiker schwärmen von McDormands schauspielerischer Darbietung. Die Schauspielerin spielte bereits im Erstlingswerk der Coen Brüder „Blood Simple“ mit und ist seit 1984 mit Joel Coen verheiratet. In „Fargo“ spielt sie die schwangere Polizistin Marge Gunderson, die in dem von Gaear Grimsrud verübten Mord an einem Polizisten und zwei weiteren Opfern ermittelt.

Die Coen- Brüder haben als Filmemacher einen eigenwilligen Stil entwickelt. Die Geschichte über Mord, Diebstahl und Erpressung wird in Fargo ironisiert.

Es kommt als eine Geschichte über kleine Menschen rüber: der naive Autohändler und seine langweilige Frau, der knausrige alte Unternehmer, die Kleinganoven die sich groß aufspielen, die schwangere Polizistin, sie alle scheinen auf ihre kleine Welt beschränkt worden zu sein. Dabei vermischen die Filmemacher Gewalt und Komik gekonnt miteinander, ohne auf Tiefgang zu verzichten.

„Fargo“ ist definitiv der Einsteigerfilm in die Kinematografie von Joel und Ehtan Coen.  

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