Bildrausch – Unser Filmtipp der Woche

Mononoke-Hime/ Prinzessin Mononoke

Sonntag, 25. März 2012

Studio Ghibli festigte seinen Ruf als hochklassiges und innovatives Zeichentrickstudio mit den Filmen von Isao Takahata und Hayao Miyazaki.  Mit den beiden Künstlern an Bord eroberte das japanische Studio in den 1980er Jahren allmählich die Welt. „Prinzessin Mononoke“ ist Miayzakis siebter Film und wird von vielen als sein Magnum Opus angesehen. Obwohl sein Nachfolgeprojekt „Chihiros Reise ins Zauberland“ den Oscar für den besten Animationsfilm erhielt und Kritiker ihn als den besten Film des Regisseurs bezeichnen.
 

Der Film spielt im feudalen Japan statt. Interne Machtkämpfe erschüttern das Land und die ersten Feuerwaffen werden produziert. An der Schwelle einer neuen Ära, in der der Mensch die Überhand über die Natur gewinnt und sie für die eigenen Zwecke zerstört und ausbeutet, wir der junge Emishi-Prinz Ashitaka von einem verfluchten Tiergott in Gestalt eines riesigen Ebers tödlich verwundet. Auf der Suche nach einer Heilung für seine Wunde, verlässt Ashitakta sein Dorf und bricht auf, die Quelle des Fluches, womit der Waldgott belegt wurde, zu finden. Seine Reise bringt ihn zu der Eisenhütte der machthungrigen Herrin Eboshi vom Klan der Tatara.

Diese führt einen Krieg gegen die Tiergötter, zu denen auch das Mädchen Mononoke gehört, die Prinzessin der Wölfe. Mononoke wurde von ihren Eltern ausgesetzt und wuchs unter Wölfen auf. Sie versucht mit allen Mitteln den Wald zu retten, der aufgrund der Eisenhütte gerodet wird. Ashitaka verliebt sich in die Prinzessin und versucht den Konflikt zu schlichten.

Miyazaki behandelt viele schwierige Themen in seinem Film. Er bricht mit der Tradition westlicher Animationsfilme, die Jahrzehnte lang Entwicklungen in der Welt ignoriert haben. „Prinzessin Mononoke“ handelt vom Untergang alter Sitten und dem Aufbruch der Industrialisierung. Es ist eine mitfühlende Liebesgeschichte, jedoch nicht ausschließlich. Die besondere Beziehung zwischen dem letzten Prinzen der Emishi und der Prinzessin der Wölfe wird angedeutet ohne auszuwuchern.

Anders als in Disney Filmen, werden die Frauen in dem Film als stark und unabhängig porträtiert. Die Herrin Eboshi muss sich in einer Männerwelt durchsetzen. Sie selbst hat alle Prostituierten aus den Lusthäusern freigekauft und sie in ihrer Eisenhütte angestellt.  Der klassische Bösewicht fehlt in Myiazakis Filmen. Der Filmemacher glaubt nicht an rein böse Charaktere. Er bemüht sich darum auch Eboshis Standpunkt zu zeigen. Der Film verfolgt nicht den typischen Ablauf eines westlichen Zeichentrickfilms, in dem der Held am Ende über das Böse gewinnt. Stattdessen stellt Myazaki zwei Parteien vor, die beide im Recht liegen. Am Ende geht es um  die Herstellung eines Gleichgewichtes und um die Möglichkeit einer Koexistenz.
 

Der Film beinhaltet auch eine starke Anti-Kriegsbotschaft, indem er  versucht die Ursachen für Konflikte zu ergründen und die Folgen eines von Hass geschürten Konfliktes aufzuzeigen. Mit Ashytaka schafft Miyzaki einen weisen, bedachten und unparteiischen Friedensschlichter, statt einem Krieger.

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