Bildungsweg zum Burgberg

Rund 150 Besucher beim Maisingen in Michelsberg

Mittwoch, 08. Mai 2013

In der Morgensonne wurde auf der Michelsberger Burg der Frühling begrüßt. Foto: Holger Wermke

Michelsberg - Die Michelsberger hätten viele Freunde, meinte Kirchenvater Michael Henning erst vor wenigen Wochen. Wie Recht er damit hat, bewies die große Zahl der Gäste beim traditionellen Maisingen. Gut 150 Dorfbewohner und Besucher aus dem nahen Heltau/Cisnădie sowie aus Hermannstadt (Sibiu) versammelten sich am 1. Mai um 7 Uhr im Oval der Kirchenburg von Michelsberg/Cisnădioara, um den Frühling mit gemeinsam gesungenen Liedern zu begrüßen.

Überraschend – selbst für die Michelsberger – wurden die Besucher von den H-Musikanten empfangen. Bezirksdechant Dietrich Galter war zusammen mit einigen Mitgliedern der Neppendorfer Blaskapelle angereist und spielte wie einst die Michelsberger Kapelle auf dem Burgberg. Nach dieser Einstimmung waren die Gäste an der Reihe: Jung und alt sang Lieder wie „Der Mai ist gekommen“, „De Kirschen blähn än asem Guerten“, „Dro derhim blähn de Valcher“ oder „Der Winter ist vergangen“.

Nach dem 30-minütigen Singen hielt Reinhart Guib eine Andacht in der Kirche. Der Bischof der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien erinnerte an die früher in vielen sächsischen Dörfern gepflegten Frühlingstraditionen, beispielsweise das Maiblasen, das Aufstellen von Maibäumen oder Majalis-Feste. Im Anschluss stellte Prof. Paul Niedermaier die derzeit in der Kirche befindlichen Ausstellungen „Siebenbürgen – Eine Wissenschaftslandschaft“ sowie „800 Jahre Burzenland“ vor.

Man müsse an und in der Burg noch einiges machen, um die Menschen mitzunehmen, meinte Kirchenvater Michael Henning nach diesem offiziellen Teil des Programms. „Da haben wir zuerst an einen Bildungsweg gedacht“, ergänzte Henning. Mit „wir“ meint er das Presbyterium der evangelischen Gemeinde und Ortspfarrer Dr. Stefan Cosoroabă. Entlang des angedachten Weges vom Dorf zur Burg solle auf großen Tafeln die Geschichte der Siebenbürger Sachsen vorgestellt werden.

Eine bessere Ausschilderung wünscht sich die Gemeinde auch für die Burg, über deren Geschichte der Besucher bislang nur wenig erfährt. In den ungenutzten Seitenschiffen der Basilika wäre Platz für eine Ausstellung, beispielsweise über verdiente, siebenbürgische Persönlichkeiten aller Nationalitäten, informierte Henning. Die letztgenannte Idee ist bereits so weit gediehen, dass man Kontakt zur Rumänischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen habe, um die Auswahl nach objektiven Kriterien zu validieren. Beim gemeinsamen Picknick im Burghof klang der Morgen aus.

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