Bindung zwischen hier und drüben gesichert (III)

Publikationen der Heimatortsgemeinschaften in Deutschland immer inhaltsreicher

Samstag, 06. Februar 2016

„Nußblatt“
(Nr. 28, Weihnachten 2015)

Die umfangreiche Publikation (64 Seiten, Format A5) herausgegeben von der Nußbächer Heimatortsgemeinschaft in Deutschland enthält dieses Mal noch eine 56 starke Beilage als Sonderheft, gewidmet den 70 Jahren seit der Deportation nach Russland, die im Januar 2015 begangen wurden.

Das „Nußblatt“ umfasst mehrere informative Materialien. Nachbarvater Harald Zelgy zeichnet als Autor einen ausführlichen Bericht bezogen auf den Festgottesdienst am 11. Juli 2015 in der Nußbacher Kirche anlässlich der Orgeleinweihung nach deren Restaurierung. Die HOG Nußbach in Deutschland war dabei auch durch weitere Mitglieder des Vorstandes vertreten. Aus der Heimatgemeinde berichten Kirchenkurator Georg Foof und seine Gattin Sofia auch über diese Festlichkeit. Auch informieren sie die Leser, dass nach der Auswanderung von Pfarrer Andras Pall seither die evangelische Kirchengemeinde von Pfarrern der Kronstädter Honterusgemeinde betreut wird.

Die Nußbächer wie auch die Mitglieder der anderen Burzenländer HOGs in Deutschland werden in den jeweiligen Publikationen von Pfarrer Dr. Ştefan Cosoroabă über die Möglichkeit der Mitgliedschaft in der Heimatgemeinde informiert. Laut Bestimmungen aus dem Jahr 2013 kann man deutscher Staatsbürger sein, weiterhin in Deutschland wohnen und gelegentlich zu Besuch nach Rumänien kommen. Die Zugehörigkeit zu der Kirchengemeinde des Wohnortes in Deutschland bleibt weiterhin bestehen. Eine Zweitmitgliedschaft in der Heimatgemeinde, in diesem Fall Nußbach ist möglich.

Die diesbezüglichen Bestimmungen sind auch unter www.evang.ro zu finden. Es gibt zwei Möglichkeiten, die der vollen Mitgliedschaft und die der Mitgliedschaft im Sonderstatus.
Der Inhalt dieser Ausgabe wird mit dem Gruß des Nachbarvaters Harald Zelgy eingeleitet ausgehend vom 15. Begegnungsfest der HOG Nußbach, bei dem auch der Vorstand für 2015 - 2019 gewählt wurde. Anlässlich seiner Wiederwahl als Nachbarvater, übermitteln wir Harald Zelgy die besten Wünsche und wünschen uns auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit. Seine besten Wünsche zu Weihnachten und der Jahreswende richtet auch Pfarrer Helmut Otto Reich an alle Nußbacher.

Weitere Berichte vom Trachtenumzug 2015 beim Heimattag in Dinkelsbühl, vom Nußbächer Treffen, dem der Nußbächer Jugend 2015, von Jubiläumstreffen, Erinnerungen aus dem Ersten Weltkrieg, die Familieninformationen und guten Illustrationen umrunden bestens diese einmal jährlich erscheinende Publikation.
 

Die Zusatzbeilage umfasst Zeitzeugenberichte aus der Deportation, die 1945 stattgefunden hat. Altraut Anna Zelgy geht in ihrem Vorwort auf die politischen Hintergründe ein, berichtet in einem weiteren Beitrag über die Jahre nach ihrer Heimkehr, und über einen Christtag, den sie im Donezbecken verbracht hat. Katharina Cloos-Szöllösy bietet einen weiteren ergreifenden Bericht, der auch in der ADZ zu lesen war. Weitere Erinnerungen werden von Mathias Bolesch, Emma Teutsch gezeichnet. Die Listen der aus Nußbach deportierten Personen, die der in der Deportation verstorbenen Personen, die Archivfotos und Reproduktion von Kohlezeichnungen mehrerer Grafiker, Gedichte, die der Deportation gewidmet sind, können in dieser Sonderbeilage eingesehen werden. Die Initiative dieser Sonderbeilage die der Deportation gewidmet wurde, ist voll zu begrüßen und kommt sicher bei allen Betroffenen und Lesern, nicht nur den Nußbächern bestens an.
 

„Petersberger Nachrichten“
(Jahrgang 28, Nr. 28, Dezember 2015)

Der Redakteur der „Petersberger Nachrichten“ Otto Fiddes hat mit Unterstützung des HOG Vorstandes und Mitarbeiter, eine inhaltsreiche und vielseitige Ausgabe, der einmal jährlich erscheinenden Publikation, den Petersbergern geboten. Eingeleitet wird diese mit dem Gruß von Pfarrer i.R. Klaus Nösner ausgehend von der Jahreslosung „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ und erinnert an die schöne Feier der Muttertag-Gottesdienste in der Heimat. Es folgen zwei, gut illustrierte Berichte von der am 25. April 2015 stattgefundenen Wiedereinweihung der Orgel in der Petersberger Kirche.

Um beim Geschehen in der Heimatgemeinde Petersberg zu bleiben, ist der Bericht von Pfarrer Dr. Peter Klein sehr aufschlussreich über die Ereignisse in der hiesigen Kirchengemeinde bezüglich der Renovierungsarbeiten am Pfarrhaus, Gästehaus, Altem Rathaus, Gemeindesaal, Instandhaltung des Friedhofes, der begangenen Gemeindefeste: Fasching, Orgeleinweihung, Maiumzug, Gastauftritt des Blächbläserkreises des CVJM aus Niederramstadt, dem Erntedankfest, Besuch des Rachmaninow-Chors aus Kiel.
Abgeschlossen wird der Bericht mit Ereignissen aus dem Gemeindeleben und sonstigen Informationen. Auch erhalten die Leser Einsicht über den Kronstädter Evangelischen Kirchenbezirk A.B. bezüglich Zahl der Kirchenglieder, Pfarrer und Organisatorisches am Jahresende 2014. Die aus Petersberg stammende Kirchenlektorin Ingeborg Filipescu (geborene Mitter) wird anlässlich ihres 80. Geburtstages gewürdigt, wie auch ihr Gatte Dipl.-Ing. Alexandru Filipescu als langjähriger Leiter wichtiger Baustellen in einem Interview. Aufschlussreich ist auch die Schilderung der Studienreise, die vom Verband Siebenbürgisch-Sächsischer Heimatortsgemeinschaften e.V. zu Kirchenburgen in der Heimat vorgenommen wurde.

Eine Rückschau zu der Beteiligung der Petersberger HOG am Heimattag in Dinkelsbühl, von dem Sommerfest das die Petersberger in Stuttgart-Vaihingen zusammenbrachte, von der Vorstandsitzung der Petersberger Nachbarschaft, Erinnerungen an die Deportation 1945, und Weihnachten 1946 in Versen von Rosi Schuster Lukesch, „Die Apfelernte“ von Heinrich Lukesch – das Gedicht verfasste er 1965 -, die Familieninformationen runden diese inhaltsreiche, 60 Seiten umfassende Ausgabe ab. Besonderes hervorzuheben der sehr gute Druck und besondere Klarheit der Farbfotos.
 

„Rothbächer Heimatbrief“
(Nr. 28, Dezember 2015)

Eingeleitet wird die Ausgabe vom Wort des Vorstandvorsitzenden Hans Leer, der außer seinem Optimismus ausstrahlenden Blick in dem beigefügten Foto, auch die besten Wünsche seitens des HOG-Vorstandes an die Rothbächer richtet. Da es für den „Rothbächer Heimatbrief“ der einmal im Jahr – 40 Seiten, A4 Format - erscheint, kein Redaktionsteam gibt, wird im Oktober eine Arbeitstagung einberufen, bei der der Inhalt der zu veröffentlichen Ausgabe besprochen wird. Sehr ansprechend der Kommentar von Thomas Thiess über Dinkelsbühl 2015, da er aus der Sicht eines jungen Teilnehmers verfasst ist, der aber an den Traditionen doch viel Spaß findet. Über die herzliche Stimmung, Musik, Mici und gute Laune, die da verzeichnet wurden berichten weiter, ebenfalls jugendliche Vertreter, Antonia Frank und Julia Frank. Besonders die Fotos beim Anlegen der Tracht neben dem Wagen, führen einen in die Vorbereitung der Aufmarsches der Trachtenträger ein.

Aus dem Leben der hiesigen kirchlichen Diasporagemeinde erfährt man einiges aus dem Gespräch geführt von der hiesigen Kirchenkuratorin Marianne Berbecar mit Otmar Schall stellvertretender Vorsitzender der Rothbacher Heimatortsgemeinschaft in Deutschland. Aus den verpachteten Ackerflächen des Kircheneigentums an George Cătean – ein nun sehr bekannter Schafzüchter und Lebensmittelproduzent aus der Gemeinde – wurde Geld erhalten, mit dem die Friedhofsmauer und das Tor renoviert wurden. Über die Renovierung der Kirche und Kirchenmauer gibt es noch keine neuen Daten. Von dem vom ausgesiedelten Pfarrer Paal hinterlassenen Geld soll der Kirchenburgeingang repariert werden.

Von der Kulturwoche Haferland hat Karin Wagner einen Beitrag eingeschickt, wobei in den Illustrationen auch eine mit Peter Maffy und Rothbächern in Kronstadt zu sehen ist. Antonia Frank berichtet auch über ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Italien, Ulrike und Hans Jeremias schreiben über ihre Rundreise in Namibia, illustriert natürlich auch mit Elefanten, Löwen, Leopar-den,Giraffen, aber auch sich selbst. Informationen des Vorstandes und Familiennachrichten ergänzen die sehr ansprechende Ausgabe der Rothbächer Heimatortsgemeinschaft in Deutschland.
 

„Die Zeitung der
Rosenauer Nachbarschaft e.V“
(Nr. 81, Jahrgang 52, Winterausgabe 2015)

Überrascht wird man bei dieser Ausgabe, dass sie in Farbdruck erschienen ist. „Nach jahrelangem Hin und Her wurde auf der letzten Vorstandsitzung im Juli beschlossen, die Zeitung in Farbe zu drucken“, betont in seinem Vorwort Roland Marzell zuständig für Schriftleitung und Redaktion. Somit ist die 56 Seiten, Format A4, umfassende Publikation, durch die neue Aufmachung viel ansprechender. Vielseitig ist der Inhalt mit Berichten und Informationen aus der Tätigkeit der Rosenauer Heimatortsgemeinschaft in Deutschland, aber auch aus der Heimat, Reiseeindrücken, Zuschriften, Familiennachrichten.

Sehr ansprechend ist darunter der Bildbericht vom im September in Rosenau begangenen Matthias-Fest gezeichnet von Pfarrer Kurt Boltres, die Dokumentation von Nachbarvater Kurt-Hans Wellmann über die Friedhofskapelle in Rosenau anlässlich ihres 75. jährigen Bestehens. Georg Binnen informiert über die Maßnahmen, die getroffen wurden bezüglich Schloss Horneck. Die Reiseberichte von Herbert Liess bzw. Roland Rothbächer nach Rumänien, darunter auch zu dem Dinosaurier-Park in Rosenau bieten eine angenehme aber auch aufklärende Lektüre. Die Berichte des Jugendforums sind angetan immer mehr Jugendliche nicht nur als Leser sondern auch als Mitarbeiter heranzuziehen. Die inhaltsreiche und nun auch neu gestaltete Publikation kann man nur empfehlen.
 

(Fortsetzung folgt)

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