Blutbad bei Geiselbefreiung in Algerien: Mindestens ein Rumäne unter den Vermissten

Mehrere Menschen und Teile der BP-Anlage immer noch in der Gewalt der Dschihadisten

Freitag, 18. Januar 2013

Bukarest (ADZ) - Blutige Wende im Geiseldrama in der Sahara: Bei dem am Donnerstag erfolgten Befreiungsversuch der algerischen Armee sind offenbar 34 Geiseln und 15 Entführer getötet worden. Am Vortag hatten militante Islamisten eines Ablegers der „Al Kaida im Islamischen Maghreb“ einen Standort des Ölkonzerns BP angegriffen und knapp 200 Arbeiter vor Ort als Geiseln genommen – darunter mindestens ein Rumäne, mehrere US-Bürger, Japaner, Briten, Norweger, Iren, Franzosen, Österreicher u. a.

Das Auswärtige Amt in Bukarest und der rumänische Nachrichtendienst bestätigten am Donnerstag die Geiselnahme „eines oder mehrerer Rumänen“ – über die genaue Zahl könne man derzeit noch keine Angaben machen. Die Krisenzelle des Außenministeriums stehe in ständigem Kontakt mit der rumänischen Botschaft in Algier, den algerischen Behörden sowie den westlichen Partnern, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Ovidiu Dranga, mit. Das Ministerium bestellte zudem den algerischen Botschafter in Bukarest ein. Laut Behördenangaben wussten Regierung und Präsidentschaft seit Mittwochabend über die Entführung eines oder mehrerer rumänischer Arbeiter in der Sahara Bescheid.

Die Geiselnehmer im Wüstengebiet sind eine sich „Bataillon des Blutes“ nennende Gruppe militanter Islamisten. Ihr Anführer Mokhtar Belmokhtar, der wegen des Verlusts eines Auges den Beinamen „Lawar“ (der Einäugige) trägt, bekannte sich auf einer Dschihadisten-Website zur Geiselnahme und forderte ein sofortiges Ende der „französischen Aggression“ in Mali, worauf das algerische Militär die Gasanlage umstellte.

Während der Belagerung gelang zunächst einigen Dutzend Geiseln die Flucht. So sollen 15 ausländische und rund 30 algerische Geiseln entkommen sein, während das Schicksal anderer, einschließlich das der/des Rumänen, ungeklärt blieb. Die algerische Regierung steht indes wegen ihrer Informationspolitik und der völlig unübersichtlichen Lage international am Pranger. Am Freitagmorgen befanden sich immer noch sieben Geiseln sowie Teile der BP-Anlage in der Gewalt des Islamisten-Kommandos.

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