BNR-Chef und Finanzminister erörtern Steuernovelle

Isărescu: „Wirtschaftsstabilität ist wie die Gesundheit“

Donnerstag, 06. August 2015

Bukarest (ADZ) – Notenbankchef Mugur Isărescu und Finanzminister Eugen Teodorovici (PSD) haben sich erneut zum Thema der Steuernovelle der Regierung und ihres umstrittenen Maßnahmenpakets ausgetauscht. Nach Angaben der Nationalbank BNR hat das Treffen allerdings nicht viel gebracht, da beide Seiten auf ihren Standpunkten beharrten.

Die Notenbank habe dabei erneut auf die potenziellen Konsequenzen allzu vieler Steuerlockerungen binnen eines äußerst kurzen Zeitraums hingewiesen, teilte die BNR am Dienstag mit.

Notenbankchef Isărescu erläuterte gegenüber der Presse, dass es seiner Institution keineswegs darum gehe, die Steuernovelle „schlecht zu reden“, da sie „viele gute Elemente“ beinhalte, jedoch bleibe man wegen der „Dosierung“ der vorgesehen steuerpolitischen Maßnahmen in Sorge – geplant seien nämlich „sehr viele“, fast zeitgleich erfolgende drastische Steuersenkungen. Dabei sei Wirtschaftsstabilität wie die Gesundheit – ihren wahren Wert lerne man immer erst dann zu schätzen, wenn etwas nicht mehr stimme und man sich einer leider nur allzu oft schmerzhaften Behandlung unterziehen müsse, fügte Isărescu hinzu.

Nichtsdestotrotz gab sich der Zentralbankchef einigermaßen optimistisch in puncto Rücknahme oder zumindest Vertagung einiger der im neuen Steuergesetzbuch vorgesehenen Maßnahmen: Es gebe zurzeit immerhin „Anzeichen für weitere Verhandlungen“, so Isărescu.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 06.08 2015, 02:49
Das Treffen und die Auseinandersetzung der Beiden ist im Interesse Rumäniens sehr zu begrüssen. Die Äusserungen Isarescus sind sachbegründet und Theodorovici wird sie verarbeiten müssen.
In der Vergangenheit gab es solche Diskurse nicht, insofern ist dies ein realter Fortschritt !

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